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17.02.2014

06:00 Uhr

Suche nach Wirkstoffen

Lässt sich Krebs ausrotten?

Einzelne Krebsarten sind heute schon gut behandelbar. Nach und nach machen Mediziner Fortschritte in der Therapie. Doch das heißt nicht, dass die Krankheit sich auch irgendwann ausrotten lässt.

Zellkulturen unter dem Mikroskop: Pharmaforscher suchen nach neuen Wirkstoffen. dpa

Zellkulturen unter dem Mikroskop: Pharmaforscher suchen nach neuen Wirkstoffen.

Diese Hoffnung wird sich auf absehbare Zeit wohl kaum erfüllen. Denn anders als Infektionskrankheiten wie Pest, Malaria oder Pocken wird Krebs nicht durch Viren, Bakterien oder andere Mikroorganismen übertragen.

Es ist vielmehr eine genetische Krankheit, ausgelöst durch mutierte Gene, die unsere Körperzellen in unkontrollierte Wachstums- und Teilungsprozesse treiben. Es gibt damit keine Infektionsketten, die man durch Impfungen oder Antibiotika unterbrechen könnte. Krebs, so der US-amerikanische Nobelpreisträger Harold Varmus, ist letztlich "eine verzerrte Version unseres normalen Seins".

Auslöser können eine Vielzahl von Faktoren sein: Schadstoffe, andere Krankheiten, aber auch schlicht der normale Alterungsprozess. Vor allem dadurch nimmt die Zahl der Krebserkrankungen stetig zu.

Mit Hilfe von Genforschung und Biochemie erzielen Mediziner aber nach und nach Fortschritte in der Krebstherapie. Sie setzen dabei zum einen auf die Suche nach neuen Wirkstoffen, die ganz gezielt die mutierten Gene angreifen. Zum anderen hoffen sie, mit neuartigen Arzneien und Impfstoffen die körpereigene Immunabwehr gegen die Krebszellen zu aktivieren.

Kommentare (3)

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fpfaff14

17.02.2014, 08:18 Uhr

Krebs ausrotten.
In der Krebsbekämpfung hat sich seit den 60-iger Jahren überhaupt nichts getan. Die Lebensverlängerung gleicht einem Sichtum und ist nicht als Positivum zu verzeichnen. Am bestem macht man bei einer Krebsdiagnose gar nichts und lebt 'gesünder' länger, ohne Chemo- und Strahlentherapie.

gamoschka

17.02.2014, 08:44 Uhr

Das ist auch meine Erfahrung: in letzter Zeil habe ich einige mit nahe stehende Personen verloren und jedesmal dabei zuzusehen, wie der Onkologe da rumstochert, hat die Sache echt verschlimmert.
Mit diesen Meldungen wird nur suggeriert, dass man sich behandeln lassen soll, und dann ist wirklich Nichts da. Eine vernünftige Risikoberatung für die Erkrankten wäre angebracht und nicht eine postivistische Vorteilsübersetzung.

Account gelöscht!

17.02.2014, 16:37 Uhr

Krebs entsteht mitnichten nur auf der Basis von Mutationen sondern kann auch durch Störungen der extrem komplexen Regulation "normaler" Gene entstehen.
Das Tragische ist, dass Gene, die für gesundes Wachstum absolut notwendig sind, zu einem späteren (oder früherem) Zeitpunkt des Lebens aktiviert, extrem krebserzeugend sind.

Krebs ist der Rückfall einer Körperzelle in den Urzustand einzelliger Lebewesen, mit der (als Eizelle) auch jeder von uns bekanntlich sein Leben beginnt. Und leider sind diese Krebszellen auch noch um ein Vielfaches robuster und hungriger danach zu überleben. Das mehrzellige Lebewesen, zu dem sie eigentlich gehören, haben sie dabei schlicht vergessen.

Es ist leider wahr: Trotz Milliarden an Forschungsgeldern und einer Unmengen an Forschungsergebnissen, tritt die Krebsforschung und -behandlung im Grunde seit 40, 50 Jahren auf der Stelle.
Die gefeierten Erfolge beruhen entweder auf (sehr) seltenen Krebsarten oder aber, in den meisten Fällen, auf den Erfolgen von Prävention und Prophylaxe (Vorsorgeuntersuchungen, Nichtrauchen). Die Medizin selbst hat kaum etwas Neues im Kampf gegen den Krebs zu Stande gebracht.
Zudem kommen nun Krebsarten hinzu, deren immer häufigeres Auftreten bis heute nicht mal richtig erklärt werden kann (Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, teilw. auch Hautkrebs).

Dem Einzelnen bleibt somit nur, auf seinen Körper zu achten und Warnsignale nicht zu ignorieren und zusätzlich extremen Risikofaktoren (Rauchen) aus dem Weg zu gehen. Wer zusätzlich noch auf Krebsfälle in der eigenen Verwandtschaft etwas genauer bei sich selbst achtet, hat fast schon das Maximum des (sinnvoll) Möglichen getan.

Der größte Risikofaktor (mit großem Abstand) ist allerdings: Das Lebensalter ! Und dem kann man nicht aus dem Wege gehen.

Krebs ist eine Erkrankung, die Demut lehrt. Dem Arzt, dem Forscher und leider auch dem Betroffenen.

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