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11.11.2014

16:41 Uhr

„Suedlink“-Trasse

Landkreise kritisieren mangelnde Transparenz

Mehrere Landkreise fordern den Neustart bei der Suedlink-Trassenplanung. Der Plan sei das Ergebnis einer unfachlichen und intransparenten Vorfestlegung durch die Bundesnetzagentur und den Netzbetreiber Tennet.

Schwieriges Projekt Netzausbau: Der Verlauf der neuen Stromtrasse "Suedlink" ist umstritten. Die Trasse ist 800 Kilometer lang und verläuft von der Küste nach Bayern. dpa

Schwieriges Projekt Netzausbau: Der Verlauf der neuen Stromtrasse "Suedlink" ist umstritten. Die Trasse ist 800 Kilometer lang und verläuft von der Küste nach Bayern.

Die geplante Höchstspannungstrasse „Suedlink“ sorgt noch vor der offiziellen Beantragung in den betroffenen Bundesländern für Ärger. Wegen fehlender Nachvollziehbarkeit muss der am 10. Oktober vom Netzbetreiber Tennet veröffentlichte Vorentwurf zum Trassenverlauf nach Ansicht mehrerer Landkreise aus Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen zurückgezogen werden. Das fordert der Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, Tjark Bartels (SPD), am Montag im Umweltausschuss des niedersächsischen Landtags in Hannover. Der Trassenplan sei das Ergebnis einer unfachlichen und intransparenten Vorfestlegung durch die Bundesnetzagentur und den Netzbetreiber Tennet.

Zehn Fakten zum Stromnetz und den Ausbauplänen

Überblick

Das deutsche Stromnetz muss deutlich erweitert und für die wachsende Einspeisung von Wind- und Solarstrom modernisiert werden. Ein Überblick über den Status Quo und die Ausbaupläne.

1,788 Millionen Kilometer

Gesamtlänge des deutschen Stromnetzes, die umstrittenen „Stromautobahnen“ machen aber nur 35 000 Kilometer aus.

Kaum Blackouts

15,91 Minuten betrug zuletzt die durchschnittliche Stromunterbrechung pro Haushalt im Jahr, 2006 waren es 21,53 Minuten

1877 Kilometer

Wurde 2009 als dringend notwendiger Neubaubedarf an Höchstspannungstrassen beschlossen (EnLAG), gebaut sind erst 416 km.

NABEG

Nach dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) wurde im Zuge des Atomausstiegs noch das Netzausbaubeschleunigungsgesetz beschlossen.

36 Projekte

Sollen neben den EnLAG-Projekten neu realisiert werden, das längste ist der 800 Kilometer SuedLink von der Küste nach Bayern.

1,24 Milliarden Euro

Netzinvestitionen und Aufwendungen der vier großen Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland im Jahr 2013.

5,933 Mrd.

Investitionen der über 800 Verteilnetzbetreiber in ihr lokales Netz, über das der Strom zu den Bürgern transportiert wird.

Redwitz-Remptendorf

e Trasse von Bayern nach Thüringen war zuletzt mit den meisten Eingriffsmaßnahmen eines der größten Sorgenkinder.

NordLink

Die 623 Kilometer lange Gleichstromverbindung soll ab 2019 erstmals deutschen Strom per Seekabel bis nach Norwegen bringen.

6500 Megawatt

Geplante Leistung an Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee, rund zehn Milliarden kann der ganze Netzanschluss kosten.

Bartels betonte, er spreche für sieben vom Trassenverlauf betroffene Landkreise und Regionen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Vertreter von Tennet verwiesen im Ausschuss auf den frühen Zeitpunkt des Verfahrens. Der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Paul-Georg Garmer, kündigte an, Tennet werde noch in diesem Jahr seinen Vorschlag für den Trassenverlauf bei der Bundesnetzagentur einreichen. Mit dem Netzausbau soll vor allem mehr Windstrom aus dem Norden und Osten in den Süden kommen. „Suedlink“ gilt als „Hauptschlagader“ der Energiewende.

Von

dpa

Kommentare (1)

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12.11.2014, 09:11 Uhr

Mit unseren bestehenden Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und vor allen der Kernkraft benötigen wir überhaupt keine Mega Stromtrassen, die uns die sog. grüne Erneuerbare Energie abverlangt. Der Windstrom ist ein Störfaktor in unserer Naturlandschaft und in unseren natur- und umweltschonenden Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und vor allen Kernkraft. Und nicht nur die Umwelt wird durch die Energiewende ruiniert, sondern auch unser Wohlstand (Geldbeutel) geplündert.

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