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09.12.2014

06:00 Uhr

Taxiwerbung

Interaktive Bespaßung der Fahrgäste

VonKai-Hinrich Renner

Ein Ratinger Start-up will die Taxiwerbung revolutionieren. Taxipad Europe startet sein Geschäft diesen Monat in Düsseldorf und will von dort aus einen Siegeszug durch Europa antreten. In Amerika hat das Konzept bereits Erfolg.

Tablet-Werbung von Taxipad: Das Start-up beginnt will von Düsseldorf aus in Europa expandieren. Taxipad

Tablet-Werbung von Taxipad: Das Start-up beginnt will von Düsseldorf aus in Europa expandieren.

HamburgDie Inspiration kam auf einer Geschäftsreise. In den USA entdeckte der Vodafone-Manager Simon Juraschek in einem Taxi an der Rückseite der Kopfstütze des Beifahrersitzes einen Tablet-PC. Auf ihm lief interaktive Werbung. Das Angebot faszinierte den Deutschen, der sich fragte, warum es so etwas nicht auch in Europa gibt. Bisher werden Taxikunden außer in den USA nur in Kanada, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit interaktiver Werbung konfrontiert. Allein die chinesische Firma Touchmedia, die als Weltmarktführer in Sachen elektronischer Taxi-Werbung gilt, hat ihre Software in über 40.000 Wagen installiert.

Nun kommt interaktive Taxi-Werbung auch nach Deutschland. Mit dem Düsseldorfer Taxi-Unternehmer Taner Gecer und dem Ratinger Feinkosthändler Bahadir Ergüllü hat Juraschek die Taxipad Europe GmbH gegründet. Sie wird vom 10. Dezember an die ersten 150 Tablets in Düsseldorfer Taxis installieren. Ende des ersten Quartals 2015 will Taxipad den Frankfurter Markt in Angriff nehmen. Hamburg, München, Berlin und Köln sollen folgen. Bis 2016 will die Firma deutschlandweit gut 7.000 Fahrzeuge mit ihren Tablets ausgestattet haben. Parallel dazu soll Taxipad nach Osteuropa expandieren.

Gründer Simon Juraschek: Taxipad setzt auf Interaktivität. PR

Gründer Simon Juraschek: Taxipad setzt auf Interaktivität.

Investieren will das Unternehmen mit Sitz in Ratingen laut Juraschek nur „einen kleineren Millionen-Euro-Betrag“. Bereits im zweite Quartal 2015 soll das Start-up die Gewinnschwelle erreichen. Optimistisch stimmt den Gründer, dass Taxipad in Düsseldorf bereits für das komplette erste Halbjahr ausgebucht ist.

Ohne die Unterstützung von Jurascheks Arbeitgeber wäre das schnelle Wachstum wohl kaum möglich. Vodafone ist Partner und Werbekunde von Taxipad und lässt von den Fahrern im Rheinland Prepaid-Karten an Fahrgäste verteilen. Es trifft sich auch gut, dass der Vorstandsvorsitzende des Vereins Digitale Stadt Düsseldorf – eine Initiative von Unternehmen und der Kommune – Vodafone-Führungskraft Stephan Schneider ist. Er lobt Taxipad als „innovatives Projekt“ mit „internationaler Strahlkraft“, das den „digitalen Wirtschaftsstandort Düsseldorf“ stärke.

Juraschek, der bereits in der Vergangenheit mehrere Start-ups gründete, wurde 2011 Vice President von Vodafone Global Enterprises mit dem Auftrag, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Mit Taxipad scheint er ein ganz besonderes Feld gefunden zu haben. Er kann sich sowohl vorstellen, dass Vodafone in seiner Firma einsteigt als auch, dass er eines Tages ausschließlich für den Taxi-Werber arbeitet.

Dass der digitale Hamburger Taxivermittler MyTaxi mit seinem scheinbar ähnlichen MyTaxi TV, das es seit Ende 2013 gibt, kaum vorankommt, sorgt Juraschek nicht. Den Hanseaten, die ihr System in 300 Wagen installiert haben, fehle das interaktive Element. Das sei bei Taxipad anders: „Wenn Sie mit einem unserer Taxis an einem Museum vorbeifahren, können Sie per Fingerdruck in Erfahrung bringen, wann es geöffnet hat, welche Ausstellungen gerade laufen.“

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