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18.12.2013

10:00 Uhr

Techniker Krankenkasse

Pflegende Angehörige sind gestresster

Wer seine Angehörigen pflegt, steht häufiger unter Dauerdruck. Das zeigt eine Umfrage der Techniker Krankenkasse. Demnach schlaucht aber nicht allein die Versorgung der Verwandten.

Menschen, die ihre Verwandte pflegen, leiden häufiger unter Stress. dpa

Menschen, die ihre Verwandte pflegen, leiden häufiger unter Stress.

HamburgAusgebrannt und wenig Zeit zum Auftanken: Knapp sieben von zehn Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen, fühlen sich gestresst. Fast 40 Prozent stehen sogar unter Dauerdruck und sind damit fast doppelt so stark belastet wie der Bevölkerungsdurchschnitt, wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Dienstag in Hamburg mitteilte. Vier von zehn pflegenden Angehörigen geben zudem an, dass sie sich ausgebrannt fühlen – gegenüber knapp drei von zehn der Befragten insgesamt.

Mehr als 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Etwa zwei Drittel von ihnen werden ausschließlich von den eigenen Angehörigen zu Hause versorgt. Diese schlaucht nicht nur die Doppelbelastung durch Beruf und Pflege: Fast sechs von zehn pflegenden Angehörigen (58 Prozent) sagen, dass sie sich durch ihre berufliche Tätigkeit oft abgearbeitet und verbraucht fühlen. Im Bevölkerungsdurchschnitt sind dies 40 Prozent.

Was hilft am besten gegen explodierende Gesundheitskosten?

Bei mehr als jedem zweiten Pflegenden kommen auch Freunde und Familie oft zu kurz. Ihnen fehlt dadurch eine wichtige Möglichkeit um aufzutanken. So sagt nur jeder Zweite, er könne Energie aus seinem Privatleben ziehen. Im Bevölkerungsschnitt sind dies sieben von zehn Menschen.

Die Pflege geht auch mit einer schlechteren Gesundheit einher: Zwei Drittel der Pflegenden geben an, dass sie unter Rückenschmerzen leiden (66 Prozent gegenüber 58 Prozent im Bundesschnitt). Fast jeder Zweite kämpft zudem mit Schlafstörungen (46 gegenüber 32 Prozent). Auch niedergedrückte Stimmungen, Atembeschwerden und Angstzustände treten häufiger auf. Jeder Vierte, den die Pflege Angehöriger belastet, gibt zudem an, dass er in den letzten Jahren psychische Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen oder Angststörungen hatte. Im Auftrag der TK befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im September 1000 Erwachsene zum Thema Stress. Die Zahlen sind Teil der bereits veröffentlichten Stress-Studie.

Von

afp

Kommentare (1)

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18.12.2013, 13:35 Uhr

Alles richtig, das kann ich aus eigener Erfahrung schreiben. Die häusliche Pflege wird zwar propagiert, doch kaum ein Haushalt eignet sich dazu, weil die nötigen Einrichtungen fehlen und es selten Platz gibt, z.B. ein Pflegebett aufzustellen, daher rühren die Rückenschmerzen. Zudem hat man als Einzelpfleger die ganze Last, wenn der zu Pflegende bewegt werden muß. Ein weiterer Punkt ist, daß sich das Leben des Pflegers nach dem des zu Pflegenden ausrichtet und ihm somit die Möglichkeit nimmt, ohne die Zeit im Kopf haben zu müssen, an Veranstaltungen der Familie teilzunehmen. Hut ab vor dem, der das auch noch „neben“ dem Beruf fertig bringt. So edel der Gedanke ist, einem alten Menschen die Pflege in seinen gewohnten 4 Wänden angedeihen zu lassen, ist dies nur möglich, wenn er selbst noch laufen kann. Ist er nicht mehr in der Lage selbständig die Toilette aufzusuchen und sich dort auch zu versorgen, ist ein Umzug in ein Pflegeheim unausweichlich, im beiderseitigen Interesse, denn der Pflegende reibt sich bei Vollpflege im Haus auf.

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