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26.05.2014

06:00 Uhr

Technische Hilfsmittel

Sollten Studenten auf Stift und Papier verzichten?

In Vorlesungen finden sich immer öfter Laptops oder Tablet-Computer auf den Tischen, statt Notizblock und Stift. Nur: So hilfreich wie die elektronischen Geräte beim Lernen sein sollen, sind sie scheinbar gar nicht.

Hilfsmittel zum Lernen: Wie nützlich sind Laptops und Tablets? dpa

Hilfsmittel zum Lernen: Wie nützlich sind Laptops und Tablets?

Seit Jahren wird der Einsatz von Computern und Laptops an Schulen und Universitäten gefördert. Dabei geht es nicht allein darum, zu lernen, wie diese elektronischen Geräte funktionieren und welche Möglichkeiten sie bieten. Immer häufiger werden sie schlicht als Hilfsmittel zum Lernen benötigt – Stift und Notizheft geraten in Vergessenheit. Doch wie hilfreich sind Laptops und Tablets eigentlich beim Erlernen komplexer Zusammenhänge? Kritiker, die sich früher darauf beschränkten, auf die vielfältigen Ablenkungen wie etwa durch die Nutzung Sozialer Netzwerke, Computerspiele oder Online-Shopping bei der Benutzung von Computern beim Lernen hinzuweisen, bekommen neue Argumente in die Hand.

Denn selbst wenn Laptops nur als Notiz- und Lernhilfe benutzt werden, können sie die akademische Leistung beeinträchtigen. Das hat die Psychologin Pam Mueller von der Princeton University in gemeinsamen Untersuchungen mit Daniel Oppenheimer von der UCLA Anderson School of Management durch Untersuchungen bestätigen können. Sie fanden heraus, dass handschriftliche Aufzeichnungen in der Regel zwar weniger Wörter enthielten, der jeweilige Sachzusammenhang darin aber besser dargestellt wurde.

„Es hat den Anschein, als beschäftigten sich Menschen beim handschriftlichen Mitschreiben weit intensiver mit der Verarbeitung und der Bewertung der Informationen als diejenigen, die auf einer Tastatur eines Computers tippen“, schreiben die Forscher im Fachmagazin Psychological Science. Schnelles Tippen verleite schlicht zum stumpfsinnigen Mitschreiben, so die Folgerung der Wissenschaftler. Wer langsamer per Hand mitschreibe, müsse die angebotenen Informationen filtern, die wichtigsten auswählen und mit eigenen Worten zusammenfassen.

Zwar stellten die Forscher fest, dass diejenigen, die viel mitschrieben, später auch deutlich mehr Inhalte wiedergeben konnten als „Wenigschreiber“ ihrer Vergleichsgruppe. Allerdings zeigt sich auch: Je wörtlicher die Mitschrift war, desto weniger vermittelte Inhalte blieben hängen. Wer stattdessen mit Stift und Papier nur die Kern der Informationen notiert hatte, hatte den jeweiligen Vortrag letztlich deutlich besser im Gedächtnis behalten.

Selbst die Vorgabe der Forscher an ihre Probanden, wörtliches Mitschreiben möglichst zu vermeiden, brachte bei den Laptop-Nutzern keinen spürbaren Erfolg. Auch mehrere Wochen nach den wissenschaftlichen Tests, konnten die Studenten, die ihre Notizen per Hand gemacht hatten, die vorgetragenen Inhalte deutlich besser wiedergeben – obwohl beide Gruppen ihre Mitschriften vorher noch einmal studieren durften.

„Ich denke nicht, dass wir viele Menschen dazu bringen werden, wieder zu Stift und Notizblock zu greifen“, schließt Mueller. Sie sieht aber gute Chancen, die Lernvorteile durch handschriftliche Notizen ins Zeitalter von Laptop und Tablet zu übertragen. Schließlich gebe es ja bereits viele gut funktionierende Systeme der Handschrifterkennung. Damit, so Mueller könnten die Vorteile einer elektronischen Aufzeichnung mit denen der besseren geistigen Einprägung beim Mitschreiben kombiniert werden.

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26.05.2014, 14:33 Uhr

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