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12.06.2014

10:28 Uhr

Technologie

Drohnen über dem Ölfeld

VonAstrid Dörner

Als erster Konzern darf BP unbemannte Flugzeuge nutzen. Günstiger als eine benannte Maschine ist der Drohnen-Einsatz für den britischen Ölkonzern nicht. Lohnen soll sich die Investition trotzdem.

Drohne mit Kamera: Die unbemannten Flugobjekte waren lange für ihre militärische Nutzung bekannt. Sie können aber in vielen anderen Bereichen von Nutzen sein. dpa

Drohne mit Kamera: Die unbemannten Flugobjekte waren lange für ihre militärische Nutzung bekannt. Sie können aber in vielen anderen Bereichen von Nutzen sein.

New YorkÜber ein Jahr lang hat der britische Ölkonzern BP dafür gekämpft, Drohnen für die Überwachung eines riesigen Ölfelds im US-Bundesstaat Alaska einsetzen zu dürfen. Nun endlich kam die Erlaubnis der amerikanischen Flugbehörde FAA. BP ist das erste Unternehmen, das die unbemannten Flugzeuge kommerziell für Überlandflüge nutzen darf. Der Konzern unterschrieb einen Fünfjahresvertrag mit dem kalifornischen Drohnenhersteller Aerovironment. Künftig sollen Drohnen des Typs „Puma“ über das Ölfeld Prudhoe Bay fliegen und wichtige Daten über die Infrastruktur liefern.

Das weiße Flugzeug, das vom einen Flügel bis zum anderen fast drei Meter lang ist und über drei Stunden in der Luft sein kann, liefert dem Ölkonzern dreidimensionale Karten, die so genau wie nie zuvor Auskunft über das größte Ölfeld Nordamerikas liefern können.

Drohnen

Ohne Pilot

Drohnen sind Fluggeräte ohne Pilot. Die kleinsten sind nur Zentimeter groß. Militärisch genutzte Drohnen können auch die Ausmaße kleinerer Flugzeuge erreichen. Die meisten fliegen wie Hubschrauber mit Propellern. Bis zu acht Rotoren werden von einem Akku und Elektromotoren angetrieben. Im Handel gibt es Drohnen für Hobbybastler und Flugfans schon für einige hundert Euro zu kaufen.

Die Steuerung

Gesteuert werden die Flugobjekte über Funk vom Boden aus. Das kann im Hobbybereich über Sichtkontakt gehen. Oder auch von Leitstellen, die sich am anderen Ende der Welt befinden und die computergesteuert fliegende Drohne nur noch überwachen.

Zivile Einsatzbereiche

Der zivile Einsatzbereich der Mini-Helikopter ist groß, vom Naturschutz über Verkehrslenkung oder Forschung bis zur Unterstützung von Polizei und Feuerwehr. Einsätze müssen unter bestimmten Bedingungen von Luftaufsichtsbehörden genehmigt werden.

Militärische Einsatzbereiche

Die US-Aufklärungsdrohne „Global Hawk“ gilt als eines der größten unbemannten Flugzeug der Welt. Mit einer Länge von 14,5 Metern und einer Spannweite von 40 Metern hat sie fast die Ausmaße eines Passagierflugzeugs. Sie kann bis zu 30 Stunden in der Luft bleiben und 18 Kilometer hoch fliegen. Andere militärische Drohnen feuern auch Raketen ab.

BPs Technologiemanager Curt Smith nennt die neuen Möglichkeiten „revolutionär“. Die FAA arbeitet gerade an Regulierungen für die kommerzielle Nutzung von Drohnen, die im Laufe des Jahres bekanntgegeben werden sollen. Bislang werden Drohnen vor allem vom US-Militär eingesetzt. Doch da sich die technologischen Möglichkeiten rapide weiterentwickeln, wächst der Druck aus der Industrie. Immer wieder sind Drohnen ohne Genehmigung im Einsatz, etwa um Kinofilme zu drehen oder Landwirtschaftsfelder zu überwachen.

Die Drohnen von Aerovironment müssen von einem lizenzierten Piloten gesteuert werden und dürfen nicht höher als 130 Meter fliegen. Für BP ist der Einsatz damit teurer, als bemannte Flugzeuge zu nutzen. Doch die Informationen der Drohnen seien um ein Vielfaches wertvoller. Ein dreidimensionales Modell, das auf einem 45-minütigen Flug entstanden sei, habe mehr Informationen geliefert, als BP in den vergangenen 30 Jahren sammeln konnte, sagte BP-Manager Smith.

Bald könnten weitere Unternehmen Genehmigungen für Drohnen bekommen. Die FAA berät derzeit über Anträge von allein sieben Film-Produktionsfirmen.

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