Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.09.2013

06:00 Uhr

Teure Mühlen

Hat Windkraft im Meer eine Zukunft?

Die Pläne der Bundesregierung für Windparks im Meer sind ehrgeizig. Bleibt die Frage, ob die Offshore-Windmühlen trotz des immensen Aufwands auch genug Vorteile bieten – denn sonst wird es an Investoren fehlen.

Offshore-Windpark in der Nordsee: Lohnen sich die Anlagen? dpa

Offshore-Windpark in der Nordsee: Lohnen sich die Anlagen?

Windparks im Meer sollen bei der Energiewende in Deutschland eine zentrale Rolle spielen. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen bis 2020 Kraftwerke mit einer Leistung von 10.000 Megawatt vor der deutschen Küste entstehen. Aber dieses Ziel dürfte kaum erreicht werden. Denn viele Investoren scheuen die großen Risiken. So werden die Parks in Deutschland in einer Entfernung von durchschnittlich rund 60 Kilometern vor der Küste installiert, um die Umwelt zu schützen und das Panorama der Nordseeinseln nicht zu stören. Dort aber ist der Aufwand groß: Das Meer ist rau, die Transportkosten sind hoch, und die Fundamente der Windmühlen müssen in Tiefen von 40 Metern und mehr verankert werden.

Allerdings gibt es auch positive Aspekte. Meerwindparks produzieren wegen der starken Winde mehr Strom als Windmühlen an Land. Sie kommen auf über 4000 Volllaststunden pro Jahr. Doch die Onshore-Anlagen holen auf. Mit höheren Türmen von bis zu 150 Metern und neu entwickelten Rotorblättern rechnen sich inzwischen auch Standorte mit schwachem Wind. Je effizienter die Anlagen an Land sind, desto schwerer haben es die teuren Meerwindparks.

Kommentare (25)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

04.09.2013, 07:07 Uhr

"Meerwindparks produzieren wegen der starken Winde mehr Strom als Windmühlen an Land. Sie kommen auf über 4000 Volllaststunden pro Jahr. Doch die Onshore-Anlagen holen auf. Mit höheren Türmen von bis zu 150 Metern und neu entwickelten Rotorblättern rechnen sich inzwischen auch Standorte mit schwachem Wind. Je effizienter die Anlagen an Land sind, desto schwerer haben es die teuren Meerwindparks."
Und die Meerwindparks werden nicht weiter entwickelt?
Ein großer Vorteil auf dem Meer ist doch auch die Akzeptanz, da diese doch nicht so in der Landschaft stören.
Und die Speicherung des Stromes wird auch Fortschritte machen, sei es kurzfristig durch Batterien, Windgas oder längerfistig durch Vergasung und Transport im Gasnetz.

Sonnenschein

04.09.2013, 08:35 Uhr

Von den Vollaststunden sind Offshorekraftwerke unschlagbar. Gegründet wird in der flachen Nordsee auf Monopiles oder auf Jacketgründungen.

Natürlich ist das nicht billig aber diese Fundamente sind auch kein Hexenwerk. Aufwändig ist die Logistik und der Maschinenpark, der zur Herstellung und zum Transport der Stahlfundamente erforderlich ist.
Die Mannheimer Firma Bilfinger SE hat zum Beispiel eine ganze Insel bei Stettin in Beschlag genommen, um dort die Fundamente für die Offshore-WKAs zu produzieren und von dort aus zu verschiffen.
http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/baukonzern-bilfinger-berger-bilfinger-berger-baut-offshore-windkraftanlagen_aid_735143.html
Der Bau der Offshoreparks ist besonders bei größeren Abständen zum Land eine anspruchsvolle aber keine unlösbare Aufgabe. Bei allem Aufwand, der betrieben wird, sollte schon der Mehrwert und die Arbeitsplätze berücksichtigt werden, die durch die Energiewende entstehen. Und schließlich: So ein Windrad liefert schließlich 25 Jahre lang mit extrem hoher Verfügbarkeit Strom zum Nulltarif. Wo in 25 Jahren die Preise für Kohle, Gas oder Öl liegen, steht in den Sternen.


Thomas

04.09.2013, 08:51 Uhr

Guten Morgen.
Wenn ich von der Energiewende höre und das damit verbundene Thema Windräder, dann erhöht sich, nicht nur , leicht mein Herzschlag. Nicht weil ich diese Windräder so toll finde, sondern weil ich sie furchtbar finde. Ich war, vor Jahren, an der Nordsee und konnte nicht ein Foto machen, auf dem nicht mindestens eine Windrad zu sehen war. Das Ganze ist eine Verschandelung der Natur mit nicht abzusehenden Folgen.
Ich sage Jedem, mit Dem ich mich darüber unterhalte: Fangt doch erst einmal an den Verbrauch zu senken, bevor Ihr diesen immensen Verbrauch an Strom mit Windrädern produzieren möchtet.
Hier sehe ich aber keine Chance, weil das Geschäft mit den Windrädern wohl über dem eigentlichen Sinn der Energiewende steht, oder Frau Merkel?

Seid gegrüßt!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×