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16.08.2013

06:00 Uhr

Tierseuchenforschung auf Riems

Merkel weiht neues Hochsicherheitslabor ein

Nach fünf Jahren Bauzeit wird der Hochsicherheitstrakt des Instituts eingeweiht. Dafür reist sogar die Bundeskanzlerin an. Sie wird einer der letzten Besucher dort sein.

Hochsicherheitsforschung auf der Insel Riems: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bei der Einweihung dabei. dpa

Hochsicherheitsforschung auf der Insel Riems: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bei der Einweihung dabei.

Riems/RostockBundeskanzlerin Angela Merkel weiht am Freitag zusammen mit Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner auf der kleinen Ostseeinsel Riems offiziell die ersten Hochsicherheits-Forschungslabore für Großtiere in Europa ein. Damit kann das dortige Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit (LFI) künftig noch besser Tierkrankheiten wie Rinderwahn, Vogelgrippe und Schweinepest erforschen.

Nirgendwo in Europa gibt es ähnliche Labore und Ställe der höchsten Sicherheitsstufe 4, in denen mit Großtieren an tödlichen Erregern wie Sars, Ebola oder dem Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fieber geforscht werden kann – Krankheiten, die, von Tieren übertragen, hochgefährlich für den Menschen sind und gegen die es bislang keine wirksame Impfung oder Therapie gibt. Lediglich im kanadischen Winnipeg und dem australischen Geelong arbeiten vergleichbar dimensionierte Einrichtungen, sagt Institutschef Thomas Mettenleiter.

Kanzlerin Merkel bei der Einweihung einer der letzten Besucher in der tierischen Hochsicherheitszone sein. Schrittweise werden die komplexen Anlagen bis 2015 hochgefahren, Notfallsituationen trainiert und Mitarbeiter geschult, bevor dort mit den Erregern gearbeitet wird.

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Rund 300 Millionen Euro hat der Bund in die beiden neuen über 200 Meter langen Gebäude gesteckt, in denen insgesamt 89 Labore verschiedener Sicherheitsstufen und 163 Ställe untergebracht sind. Das Sicherheitssystem für den sensibelsten Bereich der höchsten Stufe L4 vergleichen Experten mit dem für Atomkraftwerke.

Die Labore liegen im Inneren der Gebäude. Die Tierforscher können sie nur erreichen, wenn sie vorher bereits die Sicherheitsschleusen der niedrigeren Sicherheitsstufen passiert haben. Dann müssen sie noch einmal duschen, sich desinfizieren und Spezialanzüge anlegen, die denen von Astronauten ähneln.

Der Weg zurück ins Freie ist ebenso aufwendig. Luft und Wasser gehen durch diverse Filter, bevor sie in die Labore und wieder heraus strömen. In den Laboren herrscht ständig ein Unterdruck. Dadurch soll zusätzlich verhindert werden, dass gefährliche Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger nach außen gelangen.

In den neuen Hochsicherheitslaboren soll nach Angaben einer Institutssprecherin auch das Krim-Kongo-Fieber erforscht werden. In den vergangenen Jahren war die Krankheit in Südosteuropa mehrfach von infizierten Ziegen, Schafen oder Kühen auf Menschen übertragen worden. Ein weiteres Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem Schmallenberg-Virus, das nach einem Ort in der Eifel benannt sei. Es kann Rinder, Schafe und Ziegen befallen und führt zu Missbildungen des Nachwuchses.

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In erster Linie erforscht das bundeseigene FLI die Krankheiten von Nutztieren. Es beschäftigt sich aber auch mit artgerechter Haltung oder effizienter Fütterung von Nutztieren. Als Versuchsobjekte dienen derzeit knapp 100 Rinder, Schweine, Wildschweine und Schafe. Hinzu kommen Fische wie Lachse und Forellen, sowie Versuchsmäuse und -kaninchen. Die Tiere werden zum Teil auf der Insel für die Forschung gezüchtet.

Auf Riems werden seit 1910 Tierkrankheiten erforscht. Benannt ist das Institut nach seinem Gründer Friedrich Löffler (1852 - 1915). Der Mediziner und Forscher entdeckte unter anderem den Erreger der Maul- und Klauenseuche und entwickelte ein Serum dagegen.

Kommentare (6)

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jumeirah

16.08.2013, 11:03 Uhr

Endlich könnten die Forscher in dem super geheimlabor den nachweiß erbringen,das es Viren gibt,noch stehen hohe Geld-Prämien bereit zur abholung,ich glaube ,sie werden es "wieder" nicht schaffen!

danilauda

16.08.2013, 14:14 Uhr

Warum baut man eine so teure Einrichtung auf eine Insel? Hat denn noch niemand von den Verantwortlichen vom Klimawandel gehört?

Angela-Wendehals

16.08.2013, 15:55 Uhr

Unsere liebe Frau Angela [...] wird bestimmt schon dafür gesorgt haben, dass unsere amerikanischen Freunde ohne großen Aufwand hier alles ausschnüffeln können. Es geht schließlich um unsere Sicherheit. Und da wir lt. UN-Charta ja ein Feindesland sind, werden die Amis das alles zu unsere Sicherheit für sich selbst äußern, was in dießen Laboren erforscht wird.

[...]

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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