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16.07.2013

16:58 Uhr

Treffen in Brüssel

Ashton fordert baldige Atom-Gespräche mit Iran

Am Dienstag traf sich die internationale Verhandlungsgruppe, um über das iranische Atomprogramm zu beraten. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton will die neue Regierung des Landes schnell zu neuen Gesprächen bewegen.

Reaktorgebäude im Iran: Der Streit um das Atomprogramm geht weiter. AFP

Reaktorgebäude im Iran: Der Streit um das Atomprogramm geht weiter.

Brüssel/New YorkDie EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat die neue iranische Regierung aufgefordert, die Gespräche über das umstrittene Atomprogramm des Landes schnell wieder aufzunehmen. "Wir warten darauf, dass der Iran ein (Verhandlungs-)Team aufstellt", sagte Ashton am Dienstag in Brüssel nach einem Treffen der internationalen Verhandlungsgruppe. "Wir hoffen sehr, dass dies bald sein wird und erwarten, dass wir sie so schnell wie möglich treffen können", fügte Ashton hinzu.

Erstmals seit der Wahl des neuen iranischen Präsidenten Hassan Rohani waren am Dienstag Vertreter der sogenannten 5+1-Gruppe zusammengetroffen. Ihr gehört neben den fünf ständigen Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat - USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China - auch Deutschland an. "Wir haben uns getroffen, um unsere Position zu bewerten und zu überlegen, wie wir am besten mit dem Versuch fortfahren können, eine diplomatische Lösung für das iranische Atomproblem zu finden", sagte Ashton.

Der im Juni gewählte Rohani hat angekündigt, eine Entspannung der Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft anzustreben. Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran weist das zurück.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.07.2013, 11:09 Uhr

Ja klar,

jetzt wo der neue Präsident gewählt wurde und entspannung in Sicht ist, muss man seinen Ambitionen gleich das Genick brechen, indem man neue UN Sanktionen beschliest, die auf Ereignisse vor seiner Wahl zurück zu führen sind.

Und wie kommt der Iran überhaupt auf die Idee in seinen Landesgrenzen Raketen zu testen zu einer Zeit, in der ihm täglich mit Krieg gedroht wird?

Einfach unfassbar wie die westlischen Mächte mit dem Land umgehen...

Kidrontal

17.07.2013, 06:16 Uhr

"Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran weist das zurück."

Dieser Punkt wurde in den letzten Monaten und Jahren in der westlichen Presse geradezu wie ein Ritual wiederholt, wodurch offensichtlich übersehen wurde, dass diese Darstellung mittlerweile nicht mehr ganz aktuell ist. Sowohl der israelische, als auch der amerikanische Geheimdienst, und auch der Generaldirektor der IAEA Amano haben betont, dass der Iran diesbezüglich keine Entscheidung getroffen habe, wonach ein unmittelbarer Verdacht aus dem Westen nicht mehr ganz ersichtlich wird bzw. sich auf westliche Politiker beschränkt, deren Verdacht den Aussagen ihrer eigenen Geheimdienste widersprechen. Hierbei pauschal von einem Verdacht des Atomwaffenbaus des Irans zu sprechen ist demnach irreführend. Vielmehr sollte akzentuiert werden, dass westliche Politiker den Iran weiterhin verdächtigen, irgendwann Nuklearwaffen entwickeln zu wollen, wobei man sich fragen sollte, in welchem Rechtsstaat es möglich ist, jemanden zu verurteilen, bloß weil man meint, dass er in Zukunft eventuell ein Verbrechen begehen könnte.

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