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02.12.2014

15:46 Uhr

Trotz hoher EEG-Umlage

Strompreise steigen nicht mehr so stark

Die deutschen Strompreise werden zwar immer noch nur von denen in Dänemark übertroffen, steigen aber trotz einer höheren Ökostrom-Umlage in diesem Jahr weniger stark an. Grund dafür ist ein höherer Wettbewerb.

Die Wettbewerb auf dem Strommarkt wächst. Das kommt dem Stromkunden zu Gute. dpa

Die Wettbewerb auf dem Strommarkt wächst. Das kommt dem Stromkunden zu Gute.

Der Anstieg der Strompreise in Deutschland hat sich trotz einer höheren Ökostrom-Umlage in diesem Jahr abgeschwächt. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren habe der deutliche Zuwachs bei der EEG-Umlage für die meisten Verbraucher nicht zu einer weiteren Preiserhöhung geführt, teilten Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt am Dienstag in Bonn bei der Vorlage ihres Monitoringberichts zum deutschen Strom- und Gasmarkt mit. Grund dafür seien der Wettbewerb auf den Märkten und die gesunkenen Großhandelspreise.

Der Durchschnittspreis für Haushaltskunden stieg dem Bericht zufolge zum Stichtag 1. April im Vergleich zum Vorjahr in der Grundversorgung mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden um 1,3 Prozent auf 30,50 Cent pro Kilowattstunde. Im europäischen Vergleich werden die deutschen Strompreise für Haushaltskunden demnach nur von Dänemark übertroffen. Ursache dafür sind hohe Umlagen, Steuern und Abgaben.

Vor allem die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fällt dabei ins Gewicht. Mit ihr wird der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert. Die EEG-Umlage liegt derzeit bei 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Die vier größten Stromnetzbetreiber teilten aber Mitte Oktober mit, dass die Ökostrom-Umlage im kommenden Jahr erstmals seit ihrer Einführung im Jahr 2000 auf dann 6,17 Cent fallen soll.

Der Anteil der erneuerbaren Energien stieg dem Bericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt in Deutschland weiter an. Auch der Netzausbau komme voran, könne mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien aber immer noch nicht Schritt halten, erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Wie hoch darf die EEG-Umlage Ihrer Meinung nach maximal liegen?

Die Wettbewerbsverhältnisse auf dem Strommarkt verbesserten sich nach Ansicht der Behörden. Der Marktanteil der vier größten Anbieter sei auf 67 Prozent gesunken, erklärte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. Sämtliche Kundengruppen nutzten vermehrt die Möglichkeit der freien Wahl ihres Stromanbieters. Mit der EEG-Novelle seien auch im Bereich der erneuerbaren Energien die Weichen für mehr Wettbewerb gestellt worden. "All diese Faktoren wirken sich für die Stromkunden preisdämpfend aus", erklärte Mundt.

Die Erdgasimporte stiegen im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr weiter an. Insbesondere die Direktimporte aus Russland durch die Ostsee-Pipeline hätten zugenommen, erklärte Netzagentur-Präsident Homann. Er hob zudem hervor, das Deutschland abhängig von Erdgasimporten bleibe. Für die Versorgungssicherheit mit Erdgas wirke es sich aber positiv aus, dass die Erdgasspeicher zu Beginn des Winters sehr gut gefüllt seien.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Hans Brandl

03.12.2014, 08:52 Uhr

Was man dem leichtgläubigen Bürger aber lieber verschweigt, ist die nunmehr führende Position von Deutschland bei der CO2-Emission die in zukunft noch weiter steigen wird und die wahre Begründung wieso die EEG-Abgabe plötzlich nicht mehr angestiegen ist , obwohl weiter teuere EEG-Anlagen zugebaut werden:
http://www.euwid-energie.de/news/bioenergie/einzelansicht/archive/2014/september/Artikel/eeg-umlagekonto-mit-hohem-plus-dank-einmaleffekt-im-august.html

"Der Blick auf die Ausgabepositionen des EEG-Kontos zeigt, dass die bislang in Position 1a ausgewiesenen Prämienzahlungen ab dem 1. August wegfallen. Künftig werden die Prämien in Position 1 gemeinsam mit den fixen Vergütungszahlungen an Anlagenbetreiber, die den Strom nicht über das Marktprämienmodell vermarkten, aufgeführt. Wie ein Übertragungsnetzbetreiber auf EUWID-Anfrage erläuterte, ergibt sich hier im Zuge der Novelle des EEG und der entsprechend angepassten AusglMechV ein Einmaleffekt mit nachhaltiger Wirkung, da sich bei einem Übertragungsnetzbetreiber Auszahlungen in den Folgemonat verschieben. Daraus resultiert für den August ein außerordentlicher Entlastungseffekt."

Will heißen -- man hat die Zahlungen für das EEG (die Marktprämien ) um einen Monat in die Zukunft verschoben , also indirekt ein Darlehen aufgenommen.
Mit noch mehr Schulden kann men eben auch bei der praktischen Energiewende problemlos weiter stinken und Politiker sind das gewohnt.

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