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17.06.2014

09:33 Uhr

Trotz ungewisser Risiken

E-Zigaretten verführen jüngere Raucher

Sind sie eine gesunde Alternative zu Zigaretten? Die Wirkung von E-Zigaretten ist noch nicht genau geklärt. Aber immer mehr Marken werden angeboten und besonders jüngere Raucher greifen zu.

Elektrische Zigaretten werden als gesunde Alternativen zum Nikotin vermarktet. Doch die Wirkung ist noch weitgehend ungeklärt. dpa

Elektrische Zigaretten werden als gesunde Alternativen zum Nikotin vermarktet. Doch die Wirkung ist noch weitgehend ungeklärt.

Vor allem junge Raucher haben schon einmal zur E-Zigarette gegriffen. Ein Teil von ihnen testet dabei, ob die elektronischen Verdampfer beim Aufhören hilfreich sind. Dies ergab eine Befragung von mehr als 26.000 Jugendlichen und Erwachsenen aus 27 EU-Ländern. Hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung im Jahr 2012 haben mehr als 29 Millionen EU-Bürger E-Zigaretten bereits ausprobiert, heißt es in einer Studie, die Forscher im Fachblatt „Tobacco Control" veröffentlichten. Es sei dringend geboten, die gesundheitlichen Folgen der E-Zigaretten zu untersuchen und herauszufinden, welche Rolle sie bei der Nikotinabhängigkeit haben.

Die Zahl der im Internet angebotenen E-Zigaretten-Sorten sei atemberaubend, berichten Wissenschaftler in einer zweiten Studie, die im selben Fachblatt veröffentlicht worden ist. Allein zwischen August 2012 und Januar 2014 seien monatlich zehn Marken und 240 Geschmacksrichtungen neu auf den Internet-Markt gekommen. Die E-Zigaretten würden dabei in letzter Zeit immer weniger als „gesunde Alternative zur Zigarette“ vermarktet, sondern als eigenständiges Produkt, das sich der Verbraucher nach eigenen Wünschen hinsichtlich Nikotingehalt und Geschmack zusammenstellen könne.

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E-Zigaretten, also elektronische Zigaretten, enthalten einen Akku, einen Verdampfer, eine Heizspirale und eine Flüssigkeit, die Nikotin und Aromen enthalten kann. Die Flüssigkeit wird erhitzt und der Dampf inhaliert. Verbrennungsprozesse gibt es anders als bei herkömmlichen Zigaretten nicht. E-Zigaretten sind in zahlreichen Ausführungen erhältlich. Vor allem ältere Produkte ähneln in Form und Größe normalen Zigaretten. Neuere Produkte sind oft größer und variabler; sie haben größere Nachfülltanks und leistungsstärkere Akkus.

Noch sei wenig erforscht, wer die E-Zigaretten nutze und warum, schreiben die Forscher um Constantine Vardavas von der Harvard School of Public Health in Boston (US-Staat Massachusetts). Sie hatten deshalb Daten aus einer Befragung im Jahr 2012, dem Eurobarometer 385, erneut ausgewertet. Mehr als 26.000 EU-Bürger über 15 Jahren wurden damals zur Tabaknutzung befragt. Die Teilnehmer sollten unter anderem angeben, wie oft sie schon E-Zigaretten ausprobiert haben.

Der Auswertung zufolge haben gut 20 Prozent der Raucher Erfahrungen mit E-Zigaretten gemacht; jüngere eher als ältere. Gut zwei Drittel der Raucher probierten sie ein- oder zweimal aus, 9 Prozent rauchen regelmäßig elektrisch. Raucher, die aufhören wollten, probierten doppelt so häufig E-Zigaretten aus wie überzeugte Raucher. Sieben Prozent hatten beim Versuch, aufzuhören, zur E-Zigarette gegriffen.

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