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06.08.2014

12:07 Uhr

Turbinenschaufeln

Leichtgewichte aus der Oberpfalz

VonAxel Höpner, Christian Schnell

Die Luftfahrtbranche will immer weniger Gewicht und das deutsche General-Electric-Werk entwickelt die Turbinenschaufeln passend für diesen Trend. Sie wiegen nur noch die Hälfte von den herkömmlichen und gehen dieses Jahr in Serienproduktion.

Leichtgewichte: Die neuen Turbinenschaufeln von GE sollen nur noch die Hälfte wiegen. AFP

Leichtgewichte: Die neuen Turbinenschaufeln von GE sollen nur noch die Hälfte wiegen.

Regensburg, FrankfurtEs ist der Versuch, das Beste aus drei Ländern zusammenzubringen. Als General Electric vor einigen Jahren beschloss, ein experimentelles Werk zu eröffnen, beschäftigten sich die Manager erst einmal auf einem Seminar mit der japanischen Kaizen-Philosophie. Werksleiterin wurde schließlich Elissa Lee, eine Amerikanerin. Sie soll für Tempo und Effizienz sorgen. Bei der Standortwahl entschied sich GE dann aber weder für Japan noch für die USA, das zeigt sich schon bei einem Blick in die Werkshallen: Die Roboter haben von den Mitarbeitern Namen bekommen. „Lumpi“ heißt einer von ihnen, unter dem Schild hängt das Foto eines Dackels. Für Deutschland also entschied sich General Electric 2007. Der US-Konzern wollte in einem völlig neuen Verfahren besonders leichte Niederdruckturbinenschaufeln für Flugzeugtriebwerke produzieren.

Hier gebe es das Ingenieurwissen und die Automatisierungsexpertise, zudem sei die Technologie ursprünglich in Bayern entwickelt worden, erklärt Lee. Daher mietete GE eine Halle in Regensburg und investierte einen zweistelligen Millionenbetrag. 2013 wurden die ersten Schaufeln aus Titaniumaluminid ausgeliefert, die seit April unter anderem in der Boeing 747-8 der Lufthansa zum Einsatz kommen. „In diesem Jahr konzentrieren wir uns insbesondere auf die Industrialisierung der Fertigung“, so Lee. Der Ausstoß soll auf mehrere Tausend Schaufeln gesteigert werden.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Mit dem Regensburger Projekt betrat auch GE Neuland. „Wir haben das noch nie gemacht: Die Technologie gleich am Standort zu entwickeln, an dem später auch produziert wird“, sagt Lee. Doch so sparte GE Zeit, die Schaufeln kamen schneller auf den Markt. Titaniumaluminid ist ein Werkstoff, der für viele Einsätze interessant ist, weil er sehr leicht ist und hohen thermischen Belastungen standhält. „Doch ist das Material schwer zu bearbeiten“, erklärt Thomas Jenter, der die Automation am Standort verantwortet. Titaniumaluminid zieht im geschmolzenen Zustand andere Elemente an und wird so schnell verunreinigt. Daher wurde es zwar im kleineren Stil in der Formel 1 bei Ventilen und Turboladern eingesetzt, aber nicht im größeren Stil in der Luftfahrtbranche.

Doch im Flugzeugbau sind Belastbarkeit und Gewicht alles. Für nichts geben die Airlines mehr aus als für Flugbenzin. Daher müssen die Triebwerke effizienter, die Flugzeuge leichter werden. Lag der Verbrauch der deutschen Flotte pro Fluggast auf 100 Kilometern im Jahr 1990 noch bei 6,3 Liter Kerosin, so waren es im vergangenen Jahr 3,68 Liter. So soll es nach dem Willen der Fluggesellschaften weitergehen.

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