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20.11.2014

06:00 Uhr

U wie Ultraschall

Sehen wie Delfin und Fledermaus

VonJulia Hortig

Von der Fledermaus auf Beutefang bis hin zum ersten Bild vom eigenen Baby: Ultraschall wird im Alltag öfter verwendet als wir vermuten. Oft nimmt der Mensch es noch nicht einmal wahr.

Augen zu und durch: Delfine orientieren sich per Ultraschall. dpa

Augen zu und durch: Delfine orientieren sich per Ultraschall.

Wenn Nachtfalter miteinander kommunizieren, dann ist das für das menschliche Ohr einfach nicht zu hören. Egal, wie sehr sich jemand anstrengt. Das hat nichts mit einem schlechten Gehör zu tun. Die Töne, die beispielsweise eine Große Wachsmotte oder eine Fledermaus von sich geben, liegen im Ultraschallbereich. Die Obergrenze des menschlichen Hörvermögens liegt bei maximal 16 bis 20 Kilohertz. Töne, deren Schwingungsfrequenz darüber liegt, werden Ultraschall genannt.

In der Medizin wird der Begriff Ultraschall oft verwendet. Damit ist allerdings die auf Ultraschall basierende Untersuchungsmethode, die Sonografie, gemeint. Bereits seit 1940 setzen die Mediziner vermehrt auf den Einsatz von Ultraschall, mittlerweile ist in fast jeder modernen Praxis ein Sonografie-System zu finden. Mit diesem Gerät können die Mediziner schmerzfrei und risikoarm einen Einblick in den Körper erhalten, ohne dafür operieren zu müssen.

Das technische Prinzip dahinter ist einfach: Ein Schallkopf schickt Ultraschallwellen in den Körper. Das Gewebe und die Organe des Patienten reflektieren diese Wellen: Trifft eine Welle auf ein Organ, durchdringt ein Teil dieser Schallwelle das Gewebe, ein Teil wird aufgenommen, ein Teil zurückgeschickt. Trifft die Welle beispielsweise auf ein dichtes Gewebe, wirft es den Schall zurück – es reflektiert ihn sozusagen und erzeugt ein Echo, das vom Schallkopf aufgenommen wird. Daraus zeichnet das Gerät schließlich ein Bild. Je nachdem, wie dicht das Gewebe ist, erscheint das Bild dann entsprechend heller oder dunkler.

Gerade bei schwangeren Frauen wird das Sonografie-Gerät von Medizinern gerne genutzt. Die Ultraschall-Technologie hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert: Wo werdende Mütter früher nur ein undefinierbares schwarz-weißes Flimmern auf den Ausdrucken erkennen konnten, lassen sich mittlerweile sogar erstaunlich präzisionsreiche 4D-Aufnahmen produzieren. Moderne Ultraschallgeräte können die Gewebestrukturen und die Durchblutung sogar bis in das kleinste Detail darstellen.

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