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09.09.2013

16:01 Uhr

Umfrage

Große Mehrheit für Rauchverbot in Kneipen

Verkehrte Welt: In einer Studie plädiert mehr als die Hälfte aller Raucher für ein Rauchverbot in Gaststätten und erklärt das „Kneipensterben“ ganz ohne die Wichtigkeit des blauen Dunstes.

Aufkleber in einem Lokal in Memmingen: Ein Großteil der Deutschen ist für ein konsequentes Rauchverbot in Gaststätten. dpa

Aufkleber in einem Lokal in Memmingen: Ein Großteil der Deutschen ist für ein konsequentes Rauchverbot in Gaststätten.

DüsseldorfTrotz Raucherprotesten und Warnungen vor einem Kneipensterben wächst die Zustimmung der Bevölkerung zu rauchfreien Gaststätten. Einer repräsentativen Umfrage für das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg zufolge sind inzwischen rund 82 Prozent der Bürger für ein Rauchverbot in der Gastronomie. Zum Vergleich: 2005 – also noch vor den ersten Nichtraucherschutzgesetzen in Deutschland – lag die allgemeine Zustimmung erst bei 53 Prozent, im vergangenen Jahr bei 77,5 Prozent.

Die gewachsene Akzeptanz sei vor allem auf einen Einstellungswandel der Raucher zurückzuführen, berichtete Martina Pötschke-Langer vom Krebsforschungszentrum. Unter Rauchern habe sich die Zustimmungsquote zum Rauchverbot in Kneipen auf 59 Prozent fast verdoppelt, seit erste Bundesländer 2007 Nichtraucherschutzgesetze eingeführt haben.

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Die sauerländische Dieter-Mennekes-Umwelt-Stiftung, die die Umfragen seit 2006 finanziert, ließ zudem die Frage untersuchen, ob das sogenannte „Kneipensterben“ ursächlich auf Rauchverbote zurückzuführen sei. Der Berliner Medizin-Autor Dietmar Jazbinsek recherchierte und kam zu anderen Antworten: „Die Kneipen haben strukturelle Probleme.“

Das gemeinsame Bier mit Nachbarn nach Feierabend habe in Zeiten sozialer Netzwerke im Internet einen Bedeutungsverlust erlitten. Beim Pro-Kopf-Bierkonsum zeichne sich bundesweit schon seit Mitte der 90er Jahre ein deutlicher Rückgang ab. Die Formel „Rauchverbot gleich Kneipentod“ greife also zu kurz, erläuterte Jazbinsek.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Gluteus_Maximus

16.09.2013, 14:34 Uhr

In dieser Studie wurden nur 2000 Menschen befragt; das sind 0,0025% der Bevölkerung.
Sehr representativ oder höchstgradig manipulativ?

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