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19.02.2014

09:55 Uhr

Umfrage

Hacker sind Gefahr für Stromnetze

Hackerangriffe auf das Stromnetz sind eine reale Gefahr. Einer Umfrage zufolge schätzen die Mehrheit der Experten die Energie-Infrastruktur als angreifbar ein.

Strommasten und ein Hüttenwerk in Duisburg: Hacker sind eine reale Gefahr für das Stromnetz. dpa

Strommasten und ein Hüttenwerk in Duisburg: Hacker sind eine reale Gefahr für das Stromnetz.

DüsseldorfHacker legen großflächig das Stromnetz in Europa lahm – der Thriller-Autor Marc Elsberg hat mit dieser Fiktion einen Bestseller gelandet, der bis heute mehr als 600.000 Mal verkauft wurde. Doch ist diese Gefahr real?

Sie ist es. Dies zeigt das neue Energiemarktbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung das in den nächsten Tagen veröffentlicht wird und dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. „Drei Viertel der befragten Energieexperten sehen ein Gefährdungspotenzial durch Hackerangriffe, Softwarefehler oder Computerviren“, sagt ZEW-Experte Andreas Löschel.

Bereits im Jahr 2010 hatte der Computerwurm „Stuxnet“ für Aufregung gesorgt und gezeigt, wie angreifbar kritische Infrastruktur ist. Nach unbestätigten Berichten hatten damals etwa die Hälfte der deutschen Versorger den Virus auf ihren Systemen entdeckt – ohne dass jedoch größerer Schaden entstand.

Das ZEW befragt zweimal im Jahr rund 200 Energieexperten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zu aktuellen Entwicklungen auf den Energiemärkten. Knapp die Hälfte der Befragten sieht ein „großes Gefährdungspotenzial“ durch Hackerangriffe, weitere 24 Prozent sehen zwar Gefahrenpotenzial, schätzen das Risiko aber als „eher gering“ ein. Von Computerviren geht nach Ansicht von einem Drittel der Befragten eine große Gefahr aus, Softwarefehler halten 20 Prozent für ein „großes Risiko“. Das ZEW betont, die Befragten seien keine IT-Experten; somit gebe die Umfrage ganz bewusst nur die Wahrnehmung in der Branche wieder.

Insgesamt hält etwa ein Viertel der befragten Fachleute die Energie-Infrastruktur für „schlecht“" oder „nicht gut“ vor digitalen Attacken geschützt. 57 Prozent sind der Ansicht, die Politik müsse sich diesem Problem stärker widmen. Weitere zehn Prozent sind gar der Ansicht, das Thema finde „viel zu wenig Beachtung“. 70 Prozent der Befragten sehen vor allem Bedarf bei Investitionen in die IT-Sicherheit, gut die Hälfte sieht höheren Beratungsbedarf bei den Unternehmen, immerhin 42 Prozent sehen höheren Forschungsbedarf.

Kommentare (6)

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McLoed

20.02.2014, 09:27 Uhr

Die grösste Gefahr für die deutsche Stromversorgung geht nicht von Hackern aus. Die grösste Gefahr für die deutsche Stromversorgung ist in einem Gesetz geregelt, welches sich EEG nennt. Durch die Regelungen dieses Gesetzes werden immer mehr funktionierende grundlastfähige Kraftwerke abgeschaltet. Gleichzeitig werden immer mehr Zufallskraftwerke installiert, die mal Strom liefern und mal eben nicht. Die Politik hat es versäumt, die Entwicklung leistungsfähiger Speichertechnologien voranzutreiben, gleichzeitig geht der unkontrollierte Ausbau der Zufallskraftwerke weiter.
Vor ein paar Wochen hat Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur zu der geplanten Reform des EEG Stellung genommen. Danach werden wir bei weiterem Zubau mit jährlich 2500 MW bis zum Ende des Jahres 2025 eine installierte Leistung von 130.000 MW an Wind- und PV-Anlagen haben. 130.000 MW!
Wörtlich: " Paradoxer geht es nicht. Wann endlich setzt sich die Erkenntnis durch, dass bei einer Leistungsnachfrage in Deutschland, die je nach Tages- und Jahreszeit zwischen 30.000 und 80.000 MW schwankt, nicht so einfach 130.000 MW von PV und Windkraftwerken integriert werden können? Es dürfte nur so viel Kapazität zugebaut werden,wie vermarktet und kosteneffizient integriert werden kann...."
Die grösste Gefahr für die deutche und die euopäische Stromversorgung geht aus meiner Sicht nicht von irgendwelchen Hacken aus, sondern von einer total sachfremden und inkompetenten deutschen Energiepolitik. Die "Hacker" sitzen wohl eher in den "eigenen Reihen".

Account gelöscht!

20.02.2014, 10:02 Uhr

Na ja, in der Schule hätte man sagen müssen Thema verfehlt setzen 6. Sie thematisieren hier Herrn Kohler. Selbst wenn diese möglicherweise utopische Prognose von Herrn Hohler eintreten würde wäre es ein Fortschritt. Photovoltaik und Windenergie ergänzen sich. Ein Überangebot ist keine Katastrophe - so wie heute üblich kann man Windräder einfach aus dem Wind drehen und dann wird kein Strom produziert - anders als bei einem Atomkraftwerk - siehe Fukushima - Ein Überangebot an Strom ist im übrigen einfach zu nutzen beispielsweise mit Elektroheizungen oder besser Wärmepumpen. Der mit etwa 40% am Gesamtenergieverbrauch beteiligte Wärmemarkt ist doppelt so groß wie der mit 18 bis 20% am Energieverbrauch beteiligte gesamte Strommarkt. Da gibt es jede Menge Puffer wie zum Beispiel Millionen von Warmwasserspeichern.

McLoed

20.02.2014, 11:34 Uhr

"Ein Überangebot ist keine Katastrophe - so wie heute üblich kann man Windräder einfach aus dem Wind drehen und dann wird kein Strom produziert....."

Ökononisch Thema verfehlt, setzen, 6.
Ihnen ist doch bekannt, dass Betreiber von Windrädern und. Co. auch dann ihre Einspeisevergütungen erhalten, wenn diese "Stromerzeuger" (oder sind es eher Subventions- und Steuergeneratoren?) aus dem Wind gedreht werden müssen und hiernach eben nicht das tun, für das man sie in die Landschaft gestellt hat, nämlich Strom erzeugen? Sie sind also dafür, dass der Stromverbraucher für NICHTS bezahlen muss UND gleichzeitig die Versorgungssicherheit weiter untergraben wird? Bravo!

Und mit dem "großen Wärmemarkt" haben Sie ja noch nicht mal unrecht, der ist viel grösser. So wie wir jetzt für den Industriestrom mitbezahlen, bezahlen wie dann die Entsorgung des Müllstroms (per ÜberschussStromverwertungsWärmeabgabe?!) demnächst auch die Heizungen in fremden Häusern mit. Wir merken gar nicht mehr, wie sich die Planwirtschaft im Lande breitmacht. Der Sozialismuss kommt im Gewand des Klimaschutzes daher, so siehts aus. Nur Leute wie Sie merken das nicht mehr.

Hinsichtlich der Versorgungssicherheit ist ein Überschuss wie Sie meinen sicher keine Katastrophe - bis ein Mitarbeiter irgendeines Netzbetreiber den falschen Knopf drückt.

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