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19.07.2013

15:02 Uhr

Umstrittenes Bahn-Projekt

Tunnelbau für Stuttgart 21 beginnt

Am Freitag ging das Projekt mit dem Bohren der Sprenglöcher im Albaufstiegstunnel Steinbühl in eine neue Phase. Das größte deutsche Bahnprojekt in Stuttgart hatte vor drei Jahren für Massenproteste gesorgt.

Menschenauflauf im Steinbühltunnel: Der Tunnel ist der erste, der entlang der Neubaustrecke angeschlagen wird. dpa

Menschenauflauf im Steinbühltunnel: Der Tunnel ist der erste, der entlang der Neubaustrecke angeschlagen wird.

StuttgartMit dem Anstich des ersten langen Tunnels geht das umstrittene Bahnhofsprojekts Stuttgart21 in eine neue Phase. Im Beisein von Bahnchef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Peter Ramsauer wurden am Freitag Sprenglöcher für den 4,8 km langen Albaufstiegstunnel bei Hohenstadt südöstlich von Stuttgart gebohrt. "Dieses Projekt ist nicht nur von regionaler und nationaler Bedeutung, dieses Projekt hat ... europäischen Charakter", sagte Ramsauer. Die neue ICE-Strecke zwischen Wendlingen und Ulm ergänzt nicht nur den Umbau des Bahnknotens Stuttgart, sie ist auch Teil der europäischen Magistrale von Paris über Stuttgart, München, Wien bis Bratislawa.

Das größte deutsche Bahnprojekt hatte vor drei Jahren für teils gewaltsame Massenproteste in Stuttgart gesorgt. Immer noch demonstrieren jeden Montag einige Tausend Bürger gegen die Verlegung des Hauptbahnhofs unter die Erde. Auch am Freitag protestierten am Rande der Baustelle einige Demonstranten gegen Stuttgart21 und beschimpften die Politiker als "Lügenpack". Ramsauer entgegnete den Kritikern, wer Verkehr von der Straße auf die Schiene verlegen und Flugverkehr vermeiden wolle, müsse solche Eisenbahn-Projekte unterstützen.

Ein Volksentscheid vor zwei Jahren ging knapp zugunsten von Stuttgart 21 aus. Seither akzeptiert die grün-rote Landesregierung das Projekt. Doch vor allem die Grünen, die anders als die SPD nach wie vor dagegen sind, kritisieren die Bahn immer wieder. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erklärte, anders als als den Bahnhofsumbau in Stuttgart unterstütze die grün-rote Landesregierung die ICE-Strecke. Diese könnte allerdings wirtschaftlicher sein, wenn sie nicht nur für den Personen-, sondern auch für den Güterverkehr nutzbar sei, kritisierte er.

Die neue, knapp 60 Kilometer lange ICE-Strecke soll die Fahrtzeit zwischen Stuttgart und Ulm im Fernverkehr auf 31 Minuten halbieren. Fluggäste brauchen von Ulm dann nur noch eine halbe Stunde zum Flughafen Stuttgart statt bislang gut eineinhalb Stunden.

Das größte Bauprojekt der Bahn könnte nach bisherigem Stand bis zu 9,4 Milliarden Euro kosten. Auf den Umbau des Bahnknotens entfallen 6,5 Milliarden, auf die Neubaustrecke nach Ulm 2,9 Milliarden Euro. Für den neuen Tiefbahnhof in Stuttgart und die Neubaustrecke müssen etwa 120 Kilometer Schienenstrecke gebaut werden - dazu gehören 25 Tunnel und Unterführungen sowie 55 Brücken und Überführungen.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Strange

19.07.2013, 16:25 Uhr

Dummerweise ist der Tunnel für die neue Generation der TGV und ICE Züge zu klein. Die müssen folglich Stuttgart umfahren.

Account gelöscht!

20.07.2013, 01:58 Uhr

"Von der Straße auf die Schiene" hieß es jahrelang. Und jetzt wird das durch einen Volksentscheid abgesegnet gemacht- und jetzt ist es auch wieder nicht recht? WIE BITTE??

adbnd

20.07.2013, 13:31 Uhr

@Anonym: Gibt es für die Aussage einen Beleg, dass die Tunnel zu klein sein? Eher nicht.

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