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05.06.2014

16:52 Uhr

UMWELTPOLITIK

Inspektionen gibt es kaum

VonSilke Kersting

Die Bundesregierung will den Klimaschutz voranbringen und stellt dafür allerlei Richtlinien auf. Allerdings sorgt sie sich wenig um Einhaltung der eigenen Vorgaben und kontrolliert die kaum.

Den Klimaschutz schreibt sich die Regierung in zahlreichen Richtlinien groß auf die Fahnen. Ob die Vorschriften auch eingehalten werden, kontrolliert sie kaum. dpa

Den Klimaschutz schreibt sich die Regierung in zahlreichen Richtlinien groß auf die Fahnen. Ob die Vorschriften auch eingehalten werden, kontrolliert sie kaum.

BerlinMehr als ein Drittel der Energie verbrauchen die Deutschen in Gebäuden. Für die Bundesregierung gilt daher die klimapolitische Erkenntnis: „Mit heute verfügbarer Technik kann der Bedarf in diesem Bereich deutlich reduziert werden“, sagt Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Umweltministerium.

Doch an der Umsetzung fehlt es. Dabei geht es nicht nur um die energetische Sanierung der Fassaden, um neue Fenster oder den Austausch veralteter Heizungen, über die sich der Betrieb von Gebäuden effizienter und damit kostengünstiger gestalten lässt. Allein der Sanierungsstau bei Klimaanlagen kostet jede Menge Energie. Größere Klimaanlagen, die fast ausschließlich in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden zum Einsatz kommen, müssen laut Energieeinsparverordnung alle zehn Jahre überprüft werden.

Allerdings werden bisher nur drei Prozent der Anlagen untersucht, wie eine Studie des Instituts für Luft- und Kältetechnik Dresden und der Schiller Engineering aus dem Jahr 2013 zeigt. „Seitdem deutet nichts darauf hin, dass sich an dieser erschreckend niedrigen Inspektionsquote etwas ändert“, kritisiert Günther Mertz, Hauptgeschäftsführer des Bundesindustrieverbandes Technische Gebäudeausrüstung (BTGA).

„Man stelle sich vor, es wären nur drei Prozent aller zugelassenen Kraftfahrzeuge vom Tüv inspiziert“, sagte Mertz dem Handelsblatt. Zum Glück sei dies in Deutschland nicht möglich. „Möglich ist aber, dass viele Tausend Klimaanlagen entgegen ordnungsrechtlichen Vorgaben energetisch nicht inspiziert werden und ungebremst Energie verschleudern können.“ Dabei sei es nicht teuer, die Anlagen zu modernisieren. „Die amortisieren sich schnell aufgrund eingesparter Energiekosten“, sagt Mertz.

Auch die Deutsche EnergieAgentur (Dena) sieht Nachholbedarf: Die Bedeutung von Nichtwohngebäuden für mehr Energieeffizienz werde häufig unterschätzt, heißt es. Zu Unrecht, denn durch ihre Größe verursachten wenige Gebäude hohe Verbräuche, sagte Dena-Chef Stephan Kohler dem Handelsblatt. Mertz und Kohler fordern, die Wartung der Klimaanlagen verstärkt zu kontrollieren. Verantwortlich dafür sind laut BTGA die Bundesländer. Einsparpotenzial durch regelmäßige Wartung bieten auch große Lüftungs- und Heizungsanlagen. Sie müssen aber bislang noch nicht regelmäßig überprüft werden.

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Kommentare (3)

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05.06.2014, 17:51 Uhr

Inspektionen, die Energie einsparen könnten gibt es wirklich kaum. Und das wird auch so bleiben. Aus gutem Grund.

Die einfachste Methode dem Klima zu helfen -und dem Geldbeutel des Bürgers- wäre es gewesen, Energieeffizienzmaßnahmen staatsseitig zu fördern.Das Betätigungsfeld ist riesig. Wenn wir nun aber alle Glühlampen durch LED, alle alten, energiefressenden Hausgeräte und Multi-Mediageräte, Kühlgeräte und Klimaanlagen durch energieeffiziente ersetzt, die Häuser gedämmt und die Autos verbrauchsoptimiert hätten, dann hätte der Staat ein RIESENPROBLEM. Denn durch den geringeren Verbrauch hätte er deutlich geringere Mineralöl-, Gas-, Strom- und Mehrwertsteuern auf die abgesetzte Energie berechnen können. Oder er hätte alternativ bei immer geringerem Verbrauch den Bürger mit immer höheren Steuersätzen bestrafen müssen - mit der Folge, dass immer mehr wenig begüterte Bürger sich die entsprechenden Energieformen gar nicht mehr leisten könnten. Das wäre wahltechnisch langfristig problematisch.

Das ist der Grund, warum die Regierung an diesem klimarelevanten Thema so wenig Interesse zeigt.

Lieber "fördert" man unter dem Deckmantel des Natur- und Klimaschutzes sogenannte "Erneuerbare Energien". Dies ist zwar eine sagenhafte Ressourcenverschwendung und Fehlallokation eines Multi-Milliardenbetrages, weil der Zufallsstrom tendenziell keinen Wert hat, aber das bringt doch wenigstens munter Zusatzsteuern in Kasse! Im Jahr 2013 alleine 7,00 MRD Euro an Stromsteuern und 7,5 MRD Euro an Mwst::

Nachweis:
http://www.bdew.de/internet.nsf/id/123176ABDD9ECE5DC1257AA20040E368/$file/131120_BDEW_Strompreisanalyse_November%202013.pdf

Sie Seite 29, beachten Sie das*.


Also: es mach durchaus steuertechnisch Sinn, das eine (Energieeffizienzmassnahmen) zu lassen und das andere (Erneuerbare) zu tun. Klimafördernd ist natürlich beides nicht. :-)

PS: "Inspektionen" klingt so nach TÜV, bzw. Schornsteinfeger. Beides kostet Gebühren.....

Account gelöscht!

05.06.2014, 20:44 Uhr

In einem freien Staat geht es diesen abseits von Dingen die der Allgemeinheit schaden nichts an was die Menschen in ihrem Privatleben und ihren Wohnungen tun und lassen.

Letztmalig hat man Kontrollen des Energieverbrauchs im WKII vorgenommen.
Es ist sehr faszinierend was sich die Menschen in D vom Staat im Namen der Ökoreligion gefallen lassen.

Account gelöscht!

05.06.2014, 21:03 Uhr

Frage: Was geht es den Staat an wieviel Energie die Bürger verbrauchen? Befindet sich die BRD im Krieg? Gibt es nicht die Religionsfreiheit?
Frage: Was soll denn an einem hohen Energieverbrauch schlecht sein?

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