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10.07.2014

10:32 Uhr

UN-Milleniumsziele

Licht und Schatten in der Zwischenbilanz

Acht Entwicklungsziele sollen bis 2015 erreicht sein. Jetzt ziehen die Vereinten Nationen eine gemischte Zwischenbilanz. Die Zielmarken bei der Bekämpfung von Hunger und Krankheit seien noch erreichbar.

Der Kampf gegen Hunger und Armut ist noch lange nicht gewonnen: Immer noch sind weltweit rund 162 Millionen Kinder unterernährt. dpa

Der Kampf gegen Hunger und Armut ist noch lange nicht gewonnen: Immer noch sind weltweit rund 162 Millionen Kinder unterernährt.

Die Vereinten Nationen sehen die internationale Gemeinschaft bei den sogenannten Milleniumszielen zur Bekämpfung von Hunger, Krankheiten und Armut auf einem guten Weg. Bei der Bekämpfung von Malaria, Tuberkulose und bei der Behandlung von HIV seien die im Jahr 2000 gesteckten Ziele innerhalb der gesetzten Frist erreichbar, heißt es in einem am Montag in New York von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vorgelegten Zwischenbericht. Auch die Zielmarke bei der Bekämpfung des Hungers ist demnach in Reichweite, in anderen wichtigen Bereichen wird das Ziel aber klar verfehlt.

Die zur Jahrtausendwende vereinbarten Milleniumsziele sehen bis zu Ende 2015 im Vergleich zum Ausgangsjahr unter anderem eine Halbierung der Zahl der Hungernden und der Armen, eine Absenkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel und einen Stopp der Ausbreitung von Aids vor.

Während die Ziele in einigen Bereichen erreicht werden können, werden viele andere wohl nicht geschafft. So wurde die Kindersterblichkeit dem neuen UN-Report zufolge lediglich halbiert, zumal weiterhin Hunger grassiert. Rund 162 Millionen Kinder sind demnach weltweit chronisch unterernährt. Die Verfasser des Berichts zählten zudem im vergangenen Jahr fast 300.000 Frauen, die während ihrer Schwangerschaft oder Geburt starben. Vorsorgeuntersuchungen hätten die allermeisten Todesfälle demnach verhindern können.

Ebenfalls hinter den Zielen zurück liegt die Weltgemeinschaft dem Bericht zufolge beim verbesserten Zugang zu Sanitäranlagen. Den Vereinten Nationen zufolge haben eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Toiletten. Dadurch seien sie nicht nur Infektionskrankheiten ausgesetzt sondern würden auch als Menschen herabgewürdigt.

Zu den positiven Entwicklungen zählen die Vereinten Nationen den Schuldenrückgang der Entwicklungsländer um 75 Prozent seit dem Jahr 2000. Zudem lägen die Zölle für Exporte aus Entwicklungsländern in Industrienationen auf einem Rekordtief. Lobend hebt der Bericht auch das Allzeithoch bei den Geldern für Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit hervor. Die Staatengemeinschaft brachte demnach im vergangenen Jahr rund 99,2 Millionen Euro für die Entwicklungsländer auf. Zugleich floss aber weniger dieser Gelder an die ärmsten Länder.

Zu den erreichten Zielen zählt der Bericht die Reduzierung der Armut, den verbesserten Zugang zu Trinkwasser, bessere Lebensbedingungen für Slumbewohner sowie die Erhöhung des Mädchenanteils in Grundschulen. Die Staatengemeinschaft arbeitet derzeit an einem Nachfolgeprogramm der Milleniumsziele für die Zeit nach 2015, den sogenannten Nachhaltigen Entwicklungszielen.

Von

afp

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