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11.09.2013

16:09 Uhr

Unabhängigkeitsstreben

400 Kilometer lange Menschenkette durch Katalonien

Ein Jahr nach ihrer historischen Massenkundgebung in Barcelona planen die katalanischen Separatisten eine Menschenkette quer durch ihre Region. Ihr Vorbild ist eine Protestaktion mit 1,5 Millionen Teilnehmern.

Tausende Katalanen demonstrierten im Vorjahr in Barcelona für ein unabhängiges Katalonien. dpa

Tausende Katalanen demonstrierten im Vorjahr in Barcelona für ein unabhängiges Katalonien.

MadridEine Menschenkette über 400 Kilometer: Hunderttausende Katalanen wollen am Mittwoch eine Kette quer durch ihre Region im Nordosten Spaniens bilden. Mit der Massenkundgebung unter dem Slogan „Der katalanische Weg zur Unabhängigkeit“ wollen die Teilnehmer für eine Abspaltung Kataloniens von Spanien werben. Die Menschenkette soll von den Pyrenäen durch die Städte Gerona, Barcelona, Tarragona hindurch und den Ebro hinweg bis an die Grenze der Nachbarregion Valencia reichen.

Das Vorbild der Kundgebung ist eine rund 620 Kilometer lange Menschenkette, die im August 1989 rund 1,5 Millionen Demonstranten durch die damaligen baltischen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen gebildet hatten. Die „baltische Straße“ war die größte regimefeindliche Massendemonstration in der Geschichte der Sowjetunion gewesen. Die drei baltischen Staaten erlangten zwei Jahre später die Unabhängigkeit.

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Die Organisatoren der Kundgebung in Katalonien haben ausgerechnet, dass sie gut 300.000 Teilnehmer benötigen, um - bei einer Armspannweite von 1,30 Meter pro Person - die Kette über die Distanz von 400 Kilometern ohne Lücken schließen zu können. „In Barcelona werden sehr viele Leute kommen“, sagte Carme Forcadell, Präsidentin der Katalanischen Nationalversammlung“ (ANC), die die Menschenkette organisiert. „Dort könnten wir mehrere Ketten bilden.“ Schwieriger werde es in dünn besiedelten Gegenden wie im Ebro-Becken sein. Am südlichen Ende der Kette wird der Liedermacher Lluís Llach stehen, ein Freund des FC-Bayern-Trainers Pep Guardiola, und am nördlichen Ende die Bibliothekarin Dolors Serra Kiel, die Witwe eines renommierten Separatisten.

Vor einem Jahr hatte die separatistische Initiative ANC in Barcelona bei einer der größten Kundgebungen in der Geschichte der Stadt etwa 1,5 Millionen Demonstranten auf die Beine gebracht. Der 11. September 2012 machte auf drastische Weise deutlich, dass ein erheblicher Teil der Katalanen nicht mehr zu Spanien gehören will. Nach einer Umfrage verlangen 26 Prozent mehr Autonomie, 41 Prozent treten für ein unabhängiges Katalonien ein und nur 18 Prozent wollen, dass die Region ihren jetzigen Status behält.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

11.09.2013, 16:22 Uhr

Wann spalten wir uns mit einer Menschenkette von 80 Mio. Bürgern von Brüssel und Berlin ab ?

blau69

11.09.2013, 16:54 Uhr

Welche Demokrat nicht akzeptieren würde, Menschen zu wählen?

manthra

11.09.2013, 17:48 Uhr

Genau! Es geht doch noch. Trotz Internet, Smartphone, iPhone-itis. Nur Deutschland schläft.

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