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15.05.2014

06:00 Uhr

Unfälle vermeiden

Eine Ampel für Wildtiere

Jährlich kommt es auf Deutschlands Straßen zu tausenden Unfällen mit Rehen, Hasen und Wildschweinen. An den Leitplanken angebrachte Sender könnten Signale aussenden, die das Wild vom Verkehr fernhalten.

Rehe am Straßenrand: Könnten Sensoren und Signale in den Leitplanken vorbeugen? dpa

Rehe am Straßenrand: Könnten Sensoren und Signale in den Leitplanken vorbeugen?

Susanne Berge, Nümbrecht

Vor einigen Monaten ist mir nachts ein Reh vors Auto gelaufen. Ich war sehr langsam unterwegs, aber es ist direkt in die Seite meines Autos gesprungen. Es gab einen lauten Knall. Ich habe angehalten und nachgesehen, konnte das Tier aber nicht finden. Die Polizei meinte, es sei wahrscheinlich nicht so schwer verletzt gewesen und wieder in die Wiese zurück gelaufen ist. Trotz des glimpflichen Ausgangs: Der Schreck blieb wochenlang. Wenn ich jetzt nachts mit dem Auto unterwegs bin, bin ich immer sehr angespannt.

Seitdem überlege ich, wie man solche Unfälle verhindern kann. Schließlich ereignen sich in Deutschland jährlich rund 195.000 Wildunfälle, davon alleine 170.000 mit Rehwild. Dabei kamen im Jahr 2006 etwa 220.000 Wildtiere ums Leben, 2800 Menschen wurden bei einem Wildunfall verletzt und zehn starben.

Angesichts dieser Zahlen ist meine Erfindungs-Idee: In für Wildunfälle typischen Gebieten könnte man in die Leitplanken kleine Sensoren einbauen. Diese würde ein herannahendes Auto schon von weitem erfassen. Die Geräte könnten dann ein akustisches Signal in Richtung Wiese und Wald aussenden. Der Ton müsste für Rehe, Wildschweine und Hasen unangenehm sein, so dass sie sich von der Straße weg bewegen. So würde eine Art Ampel für Wildtiere entstehen: Wenn ein Auto kommt, springt die "Ampel" auf rot, die Tiere laufen nicht über die Straße. Mir und vielen Autofahrern blieben so diese Schreckmomente und vielleicht auch Schlimmeres erspart.

Haben Sie auch eine Idee, eine Erfindung, eine Vision für die Zukunft? Teilen Sie sie uns mit unter der E-Mail-Adresse erfindung@handelsblatt.com.

Kommentare (3)

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15.05.2014, 07:54 Uhr

Am schlimmsten ist, wenn durch den Verkehr sehr seltene Tiere einen Blutzoll entrichten müssen. Dieses Jahr (Januar bis April) gab es durch den schon 7 tote Wölfe bei einem nicht gerade üppigen Bestand von vielleicht 150...200 Tieren (genaue Zahlen gibt es nicht). Blechschäden sind schnell repariert und ärgern nur die Versicherungen, ein Tierleben kann niemand wiederherstellen.

Ihre Idee ist gut, aber nicht neu und schon im praktischen Einsatz, sowohl auf akustischer Basis als auch auf optischer (blaues Licht oder blaue Farbe ist im Säugetierreich eine penetrante, sehr weit sichtbare Warnfarbe):
http://de.wikipedia.org/wiki/Wildwarner

Allerdings gewöhnen sich manche Tiere daran. Das ganze ist also ein Katz und Maus Spiel und die Wirkung muß immer wieder überprüft werden. Am vernünftigsten und effektivsten, leider auch am teuersten, sind immer noch Grünbrücken, speziell über die breiten Autobahntrassen, die die Landschaft zerschneiden.

Auf jeden Fall ist nächtliches Langsamfahren (in übersichtlichen Waldgebieten ist 50-60 durchaus angemessen) schon mal eine sehr gute Idee, die viele Situationen entschärft, weil damit der Bremsweg um rund 2/3 reduziert wird. Damit geben Sie ein gutes Vorbild! Danke dafür im Namen der Tiere! :-)

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15.05.2014, 08:08 Uhr

"gab es durch den schon 7 tote Wölfe"
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Erratum. Muß natürlich heißen: "gab es durch den Verkehr schon 7 tote Wölfe".

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15.05.2014, 17:47 Uhr

Endlich einmal eine Meldung mit Substanz. Mehr davon!

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