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04.12.2013

12:55 Uhr

Unterschriftenaktion

Bäckerhandwerk stellt sich gegen Ökostrom-Umlage

Die deutschen Bäcker sehen sich durch die EEG-Umlage benachteiligt. Die Abgabe sei „ungerecht und unsolidarisch“. Nun haben sie eine Unterschriftenaktion gestartet – mit der sie radikale Maßnahmen durchsetzen wollen.

Ökostrom belastet nicht nur den Geldbeutel der Verbraucher, sondern auch das Bäckerhandwerk. Die backende Zunft hat nun eine Aktion gegen die EEG-Umlage gestartet. dpa

Ökostrom belastet nicht nur den Geldbeutel der Verbraucher, sondern auch das Bäckerhandwerk. Die backende Zunft hat nun eine Aktion gegen die EEG-Umlage gestartet.

HamburgMit einer Unterschriftensammlung wollen Bäcker ihrem Ärger über die steigende Ökostrom-Umlage Ausdruck verleihen. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks erklärte am Mittwoch in Hamburg, er bekenne sich zwar zur Energiewende, die Kosten-Umlage sei aber „ungerecht und unsolidarisch“. „Wenn es um die Kosten der Energiewende geht, sitzen Bäcker und Verbraucher im selben Boot – sie bezahlen doppelt“, erklärte der Verband. Während die EEG-Umlage für Verbraucher eine Einschränkung ihrer Kaufkraft bedeute, belaste sie die Bäcker „in einem unerträglichen Umfang“.

Parallel zur Unterschriftenaktion reichte der Verband eine Petition zur Abschaffung der Umlage im Bundestag ein. „Die EEG-Umlage muss abgeschafft werden, weil sie erheblich angestiegen ist und weiter ansteigt“, forderte Verbandspräsident Peter Becker. Im Jahr 2012 habe das Bäckerhandwerk für die EEG-Umlage insgesamt knapp 110 Millionen Euro erwirtschaften müssen, in diesem Jahr seien es schon etwa 156 Millionen Euro. Diese Summe sei „nicht mehr zu kompensieren“.

Wie hoch darf die EEG-Umlage Ihrer Meinung nach maximal liegen?

Das Bäckerhandwerk fordere eine „vernünftige, gerechte und für alle bezahlbare Verteilung der Kosten“. Angesichts der Rekordsteuereinnahmen in den vergangenen Jahren sollten die durch die Energiewende anfallenden Kosten durch Umschichtungen im Haushalt abgedeckt werden, schlug der Zentralverband vor.

Ursache für den Anstieg der Ökostrom-Umlage sind neben dem fortschreitenden Ausbau von Wind- und Solaranlagen auch die wachsende Zahl von Unternehmen, die von der Umlage befreit werden. Ihre Beiträge werden dann auf die übrigen Stromverbraucher umgelegt.

Von

afp

Kommentare (7)

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HofmannM

04.12.2013, 13:25 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

04.12.2013, 15:14 Uhr

Zitat: „Die EEG-Umlage muss abgeschafft werden, weil sie erheblich angestiegen ist und weiter ansteigt“, forderte Verbandspräsident Peter Becker."

Na, dass die Umlage weiter angestiegen ist und auch noch massiv weiter ansteigen wird, ist nun auchein Umstand, den nun keiner voraussehen konnte, oder? Dabei trägt der Privatbürger die Kosten doch so oder so, entweder direkt mit der Umlage, oder indirekt durch den verteuerten Produktpreis. Macht die Brötchen also etwas teurer, dann stimmt eure Ertragsrechnung wieder. Un im nächsten jahr wieder, und im darauffolgenden Jahr wieder usw. Ist schliesslich Sinn der Sache, dem Bürger die Kaufkraft zu rauben.
Aber im Ernst: die Aktion finde ich gut, auch wenn sie nichts ändern wird. Nur welche Parteien haben die Bäckermeister denn gewählt?

laika0231

04.12.2013, 16:31 Uhr

In Großbritannien wird die Differenz zwischen der Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien und dem Börsenpreis für Strom aus dem Staatssäckel finanziert. Vielleicht wäre das auch ein geeignetes Modell für Deutschland?

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