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29.01.2014

06:00 Uhr

Ursula Sladek

„Eine Gesellschaft kommt nicht ohne Visionen aus“

Ursula Sladek ist Mitgründerin von EWS Schönau, einem der ersten Ökostromanbieter Deutschlands. Die besten Ideen kommen ihr im Schlaf – und zum berühmten Spruch von Helmut Schmidt hat sie ihre ganz eigene Meinung.

Ursula Sladek ist Mitgründerin von EWS Schönau, einem der ersten Ökostromanbieter Deutschlands. dpa

Ursula Sladek ist Mitgründerin von EWS Schönau, einem der ersten Ökostromanbieter Deutschlands.

Sie waren eine der ersten, die konsequent auf Ökostrom gesetzt und sich für das Thema engagiert haben - mit großem Erfolg, was nicht zuletzt die stark gestiegenen Kundenzahlen von EWS Schönau zeigen. Was hat Ihnen auf dem Weg am meisten geholfen? 
Ich glaube, am wichtigsten war, dass wir  immer sehr konsequent und gradlinig unsere Ideen umgesetzt haben und von Anfang an die Bürger mit einbezogen haben. Bürgerbeteiligung ist ja heute in Mode, aber wir machen das schon seit annähernd 30 Jahren. Darüber hinaus sind wir einfach mehr als nur ein „Stromverkäufer“ und haben über die Jahre Tausende von Menschen motiviert und unterstützt, sich in ihrem Lebensumfeld für eine umweltgerechte Energieversorgung zu engagieren. Dieser ganzheitliche Ansatz der Elektrizitätswerke Schönau wurde durch die Verleihung von zahlreichen Preisen geehrt – zuletzt dem Deutschen Umweltpreis 2013 – was zu unserem Renommee  und unserer Bekanntheit beigetragen hat.

Welche Innovation hat die Welt am nachhaltigsten verändert?
Es ist schwer zu sagen, was die Welt am nachhaltigsten verändert hat, gibt es doch viele Innovationen in unterschiedlichen Gebieten, die große bedeutende Veränderungen mit sich gebracht haben. Der Buchdruck, der Wissen für eine breite Schicht möglich gemacht hat, die Elektrizität, die Arbeits- und Lebensprozesse radikal verändert hat, die Erfindung des Autos oder wenn man noch weiter zurückgehen will, die Erfindung des Rades als Grundlage der Mobilität. Und natürlich das Internet, das zu einem grundlegenden Wandel in Kommunikationsverhalten und Wissensbeschaffung geführt hat.   

Wer ist für die der größte Visionär?
Auch hier kommt es auf das Gebiet an, ich nehme mal die Energieversorgung. Da war der größte Visionär, der mir bekannt war, Hermann Scheer. Hermann Scheer war SPD Bundestagsabgeordneter, Präsident von Eurosolar und Träger des alternativen Nobelpreises. Er setzte sich mit all seiner Energie– wer ihn kannte weiß, dass diese schier unerschöpflich war – für die Erneuerbaren Energien und für Energiegerechtigkeit ein. Er war Vater des Erneuerbaren Energien Gesetzes, hielt unermüdlich Vorträge – mehrere auch in Schönau – und hat Tausende mitgerissen und motiviert. Er war ein aktiver, ein tätiger und leidenschaftlicher Visionär – einer, wie es mehr davon geben sollte!

In welchen Momenten kommen Ihnen die besten Ideen?
Die besten Ideen kommen mir wenn ich an gar nichts Spezielles denke, oder im Schlaf. Irgendwo im Unterbewusstsein arbeitet es und auf einmal ist die Idee oder auch die Lösung eines Problems da.

Sollte der, der Visionen hat, wirklich zum Arzt gehen?
Das ist ein dummer Spruch, auch wenn er von Helmut Schmidt stammt!  Eine Gesellschaft kommt nicht ohne Visionen aus. Visionen drücken Wünsche und Forderungen aus und zeigen eine andere, bessere Zukunft auf. Wer keine Visionen hat, kann auch nichts Großes vollbringen.

Von

dah

Kommentare (5)

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HofmannM

29.01.2014, 08:06 Uhr

Visionen, die auf staatlichen Subventionen (EEG) aufgebaut sind, sind Visionen, die nicht marktfähig/wettbewerbsfähig sind!!!
Die sog. Erneuerbaren Energien sind mit der staatlichen Zwangs-Abgaben-Subvention EEG auf Sand gebaut. Diese subventionierten Visioen vernichten wirtschaftliche (Kraftwerke) und subventionierte Arbeitsplätze (Erneuerbare Energien)! Und mit dieser Sabotage (EEG/Energiewende) an der deutschen Energiewirtschaft wird Stück für Stück auch die restlcihe Wirtschaft in Detuschland vernichtet!

holger29

29.01.2014, 08:22 Uhr

Menschen und auch Gesellschaften benötigen sicherlich Ziele. Diese helfen das Handeln zu steuern und in einem Zusammenhang zu bringen.

Da sich die Menschen gerne illusionieren, oder träumen, sucht man die Ziele gerade in D gerne abseits der Wirklichkeit. Analythisch denkende Zeitgenossen werden als Spassbremse je nach Stärke der Illusion ausgeschlossen, inhaftiert, misshandelt, oder hingerichtet.

Leider sind die meisten dieser Visionen ziemlich destruktiv. Der Sozialismus/Kommunismus verspricht das Heil. Wenn man die Lebensumstände von Arbeitern im Arbeiterparadies DDR, dem Merkel Sozialismus und der kapitalistischen Schweiz vergleicht, ergibt sich, dass je mehr Sozialismus praktiziert wird, desto geringer sind Freiheit und Wohlstand. Die politischen Visionen der 30/40er Jahre waren auch nicht hilfreich.

Die Vision/Illusion einer ökoreligiösen Gesellschaft in der nur im Mittelalter bekannte Verfahren der Energieerzeugung, Sonne, Wind, die Verbrennung von Lebensmitteln religiös korrekt sind, ist nur für wenige Sonnenkönige attraktiv die dann in ihren Schlössern lebend mit dem Porsche über dann leere Autobahnen brausen können. Die Masse der Menschen verarmt in einer solchen feudalistischen Gesellschaft. Die Freiheit wird stark eingeschränkt.

Wünschenswert wäre es wenn sich die Menschheit einigermassen realistische Ziele setzen würde und die "Zauberer" links liegen lässt.

Holger29

holger29

29.01.2014, 10:15 Uhr

"Erneuerbare Energie" gibt es gem. des 1 Haupsatzes der Thermodynamik nicht. Die Oekologen haben den Begriff vermutlich sehr bewusst gewählt um aufzuzeigen, dass ihre Visionen sich von den Regeln und Limitationen der Naturwissenschaft und Oekonomie abheben.

Einem vernünftigen Menschen sollte demzufolge bewusst sein, dass er einer Illusion/Schwindel aufgesessen ist.

Offensichtlich sind diese jedoch eine verschwindend kleine Minderheit. Die Menschen die für die Visionen "Erneuerbarer Energien" offen sind, sind dies auch für finanztechnische Wunder. Diejenigen die in der Lage sind die Visionen "Erneuerbarer Energien" zu vermitteln sind auch fähig und Willens Finanzvisionen zu vermitteln.

So findet man aktuell eine grosse Zahl von Zusammenbrüchen ökologischer Investments.


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