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13.08.2013

12:18 Uhr

US-Regierung

Mehr Investitionen in Stromnetze

Das betagte Stromnetz der USA ist sehr anfällig – erst Recht wenn schwere Stürme oder Gewitter eintreten. Die US-Regierung fordert daher nun mehr Investitionen in die Netze. Aber woher sollen das Geld kommen?

Stromleitungen vor dem Empire State Building in New York: Das US-Netz soll besser ausgestattet werden. ap

Stromleitungen vor dem Empire State Building in New York: Das US-Netz soll besser ausgestattet werden.

New YorkAngesichts häufiger Stromausfälle mit Milliardenschäden für die Wirtschaft fordert die US-Regierung mehr Investitionen in das veraltete Stromnetz der Vereinigten Staaten. Ein am Montag veröffentlichter Bericht des Weißen Hauses beziffert die Verluste aufgrund von Stromunterbrechungen auf jährlich 18 bis 33 Milliarden Dollar (rund 14 bis 25 Milliarden Euro).

In Jahren mit besonders schweren Stürmen - wie etwa Sandy im vergangenen Jahr - kann die Summe bis auf 75 Milliarden Dollar anwachsen. Gewitter, Wirbelstürme und andere extreme Wetterereignisse waren für 58 Prozent aller Stromausfälle verantwortlich, die seit 2002 untersucht wurden. Wenn sie mehr als 50.000 Menschen betrafen, steckten sogar zu 87 Prozent Wetterereignisse dahinter. Klimaexperten erwarten eine weitere Zunahme solcher Ereignisse.

Gleichzeitig ist das betagte Stromnetz der USA sehr anfällig. Rund 70 Prozent der Leitungen und Transformatoren sind 25 Jahre oder älter. Dies macht sie Experten zufolge anfälliger für Störungen. Rein rechnerisch erlebt jeder US-Stromkunde jedes Jahr 1,2 Stromausfälle von insgesamt 112 Minuten Länge, wie die PA Consulting Group errechnet hat.

Der Regierungsbericht fordert Investitionen in Ausbildung und Vorbereitung sowie in bessere Ausstattung des Netzes - zum Beispiel Betonpfeiler - und bessere Messinstrumente, um Ausfälle vorherzusagen. Eine konkrete Summe wird aber nicht genannt. Auch gibt es in der Studie keinen Hinweis, woher frisches Geld kommen soll. US-Experten schätzen die nötige Investitionssumme auf 21 Milliarden Dollar im Jahr.

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In Deutschland sind die lahmenden Investitionen in das Stromnetz im Rahmen der Energiewende ein großes Thema. In den USA ist die Problemlage ähnlich: Die Netzbetreiber investieren nicht, bevor die Behörden ihnen genehmigen, die Kosten auf ihre Kunden umzulegen. Die US-Aufsichtsbehörden zögern jedoch, höhere Verbraucherpreise zu genehmigen.

Von

ap

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

13.08.2013, 12:35 Uhr

"Die Netzbetreiber investieren nicht, bevor die Behörden ihnen genehmigen, die Kosten auf ihre Kunden umzulegen. Die US-Aufsichtsbehörden zögern jedoch, höhere Verbraucherpreise zu genehmigen."
Die Deutsche Regierung als Vertreter der unternehmen ist da weniger zögerlich.
Unbeschadet der Tatsache, dass die Verbraucher in Deutschland jahrelang einen Posten "Netzentgeld" auf ihrer Stromrechnung hatten (der offensichtlich als Gewinn an die Eigner veruntreut wurde) wetrden die Verbraucher nun ein zweites Mal zur Kasse gebeten.
Natürlich unter dem Deckmantel der EE; in Wahrheit sind Kohlekraftwerke anzubinden!

SteuerKlasseEins

13.08.2013, 12:58 Uhr

"Woher soll das Geld kommen" - Die Antwort lautet vom Markt, von Angebot&Nachfrage! Natürlich ist das für die Deutschen schwer verständlich, denn wir haben ja das System der Marktwirtschaft schon längst aufgegeben und betreiben eifrig eine Öko-Sozialistische Staatswirtschaft. Kein Wunder daß die USA, wo Marktwirtschaft noch einigermaßen den Ton angibt, sich vor Einwanderern kaum retten können (von 200 auf 300 Mio. Einwohner in 10-20 Jahren) während die deutschen Berufspolitiker sich über den "Fachkräftemangel" wundern.

vandale

13.08.2013, 14:39 Uhr

In den USA hat sich die Bevölkerung und der Stromverbrauch erhöht und die Stromnetze sind nicht mitgewachsen.

In den USA sind viele Versorger staatlich reguliert. Sie erzeugen Strom und berechnen diesen asierend auf den Kosten plus Marge. Inestitionen müssen beim staatlichen Regulierer beantragt werden. Die Kosten werden auf die Verbraucher umgelegt. Da die US Amerikaner im Gegensatz zu den Deutschen keine hohen Stromkosten lieben werden die Investitionen minimiert.

Das Deutsche Stromnetz ist in einem technisch sehr gutem Zustand. Der Stromverbrauch stagniert. Herausfordernd ist die ökoreligiöse Vision den Strom mittels im Mittelalter bekannter Methoden wie Wind zu gewinnen. Die beliebige Erzeugung wertlosen Zufallsstroms erfordert ein wesentlich stärkeres, mehrach überdimensioniertes Netz.

Vandale

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