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22.07.2013

16:54 Uhr

US-Studie

Frühstücksmuffel haben höheres Herzinfarkt-Risiko

Ungesunde Ernährungsgewohnheiten: Ein Tagesbeginn ohne Mahlzeit steigert das Risiko eines Herzinfarktes fast um ein Drittel. Auch andere Erkrankungen werden damit wahrscheinlicher.

Das Frühstück: Nicht nur im Volksmund die wichtigste Mahlzeit des Tages. obs

Das Frühstück: Nicht nur im Volksmund die wichtigste Mahlzeit des Tages.

BerlinWer ohne Frühstück in den Tag startet, hat laut einer Studie ein fast um ein Drittel erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Auch die Risiken für Erkrankungen der Herzkranzgefäße steigen, wie US-Forscher in einer Untersuchung mit rund 26.900 Männern herausfanden, die am Montag das Fachmagazin "Circulation" veröffentlichte.

Für die Studie hatten die Experten die Daten aus 16 Jahren zu Ernährungsgewohnheiten und dem Gesundheitszustand der Männer ausgewertet, die allesamt in Gesundheitsberufen arbeiteten. Diejenigen, die das Frühstück ausfallen ließen, hatten demnach ein um 27 Prozent höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden oder an einer sogenannten koronaren Herzkrankheit zu sterben als jene, die den Tag zum Beispiel mit Müsli begannen.

Die Frühstücksmuffel waren nicht nur jünger, sondern mit höherer Wahrscheinlichkeit auch Raucher, unverheiratet, körperlich weniger aktiv, tranken mehr Alkohol und hatten einen Vollzeitjob. Von den 26.900 Teilnehmern hatten 1572 während der Studie erstmalig akute Herzprobleme wie zum Beispiel Rhythmusstörungen.

Nach Ansicht der Forscher bestätigt die Studie einmal mehr, dass das Frühstück wohl die wichtigste Mahlzeit des Tages ist. "Das Weglassen des Frühstücks kann zu einem oder mehreren Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel und Diabetes führen, die im Laufe der Zeit einen Herzinfarkt verursachen können", sagte Studienautorin Leah Cahill von der Harvard School of Public Health in Boston. Die Expertin rät daher, das Frühstück keinesfalls zu überspringen.

In einem weiteren Ergebnis der Studie zeigte sich, dass Männer, die spät nachts essen, also nach dem Zubettgehen, ein 55 Prozent höheres Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße haben als jede, die nicht dazu neigten. Allerdings berichteten nur wenige Teilnehmer von solchen Essgewohnheiten, weshalb sie nach Ansicht der Forscher kein wirklich gravierendes Gesundheitsproblem darstellen.

Für die Studie analysierten die Wissenschaftler nicht nur die Essgewohnheiten der Teilnehmer im Alter zwischen 45 und 82 Jahren. In Fragebögen mussten sie unter anderem auch Auskunft geben zum Alkohol- und Fernsehkonsum, zum Familienstand, zu Schlafgewohnheiten, körperlicher Aktivität, Arbeitszeiten, sozialen Faktoren und Krankheiten. Ob die aus der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse in gleichem Maße auch auf Frauen zutreffen, soll nun in weiteren Studien geklärt werden.

Von

afp

Kommentare (8)

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schrumpel

22.07.2013, 17:26 Uhr

Oh Gott, keinerlei Ahnung von Statistik. Statistik stellt nur fest, ob es eine überzufällige Häufung des Aufeinandertreffens von Ereignissen gibt. Statistik kennt keine kausalen Zusammenhänge. Leider haben das viel zu viele "Wissenschaftler" immer noch nicht begriffen.

Das weggelassene Frühstück hat kausal mit dem Herzinfarkt genauso viel zu tun wie die Schuhgröße. Statistisch gesehen ist bei größeren Schuhgrößen die Herzinfarktwahrscheinlichkeit wesentlich höher als bei kleinen Schuhgrößen. Es käme jetzt aber niemand auf die Idee, deswegen aus gesundheitlichen Gründen vom Tragen von großen Schuhen abzuraten.

Das weggelassene Frühstück ist Ausdruck eines gehetzten und ungesunden Lebensstils: bis in die Nacht mit viel Alkohol feiern, morgens nur mit Kaffee und Zigarette den Weg in die Dusche finden, zu wenig Schlaf... Da könnte man schon eher eine Kausalität für die höhere Wahrscheinlichkeit des Herzinfarktes feststellen.

Coza

22.07.2013, 19:24 Uhr

Bei der Konstellation muß ich mir um meine Rente keine Sorgen mehr machen, ich erlebe sie nicht. Ein Ärztekammerpräsident nannte das einmal "sozialverträgliches Frühableben".

Wolfsfreund

22.07.2013, 19:34 Uhr

Das sehe ich exakt genauso. Irgend wie erinnert mich das an den alten Witz "jeder 5. Mensch auf der Welt ist Chinese, jeder 5. Mensch auf der Welt hat Karies, ergo hat jeder Chinese Karies." Blödsinn? Aber klar doch!
Ich frühstücke z.B. nie. Nicht weil ich im Druck bin, sondern weil ich morgens einfach keinen Appetit habe. Tasse Kaffee genügt. Und ich habe weder Bluthochdruck, noch Diabetes, noch Übergewicht, noch zuviel Cholesterin. Im Gegenteil, ich bin sogar ziemlich fit (gut, meine Leistungssportzeit in schon lange vorbei) und körperlich sehr aktiv, denn unter 3..4 Stunden intensive Bewegung pro Tag läuft (außer bei der Wahnsinnshitze jetzt) nichts.
Aber wie heißt es so schön? Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefaked hast. :-)

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