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20.08.2013

06:00 Uhr

Verbraucherträume

Was ist ein negativer Strompreis?

Eine Belohnung für Stromverbrauch? Klingt nach einem unerfüllten Verbrauchertraum, kommt aber tatsächlich dann und wann vor. Gewollt ist das allerdings nicht – vielmehr zeigt sich hier eine Schwäche im System.

Stromzähler: Wer zu bestimmten Zeiten Strom abnimmt, wird dafür belohnt. dpa

Stromzähler: Wer zu bestimmten Zeiten Strom abnimmt, wird dafür belohnt.

Eine Situation, von der normale Stromverbraucher nur träumen können: Sie müssen für den Strom, den sie abnehmen, nichts bezahlen, im Gegenteil, sie bekommen für jede verbrauchte Kilowattstunde sogar noch Geld dazu. Beim Verteilen und Handeln mit Strom kommt das tatsächlich gelegentlich vor, und zwar dann, wenn mehr Strom in die Netze drängt als sinnvoll untergebracht werden kann.

Das ist etwa dann der Fall, wenn an Tagen mit geringem Stromverbrauch, etwa an Feiertagen, ein Sturm über Norddeutschland hinweg fegt und die Windräder auf vollen Touren laufen. Das Netz kann den Strom nicht mehr sinnvoll verteilen. Wer in dieser Phase bereit ist, Strom abzunehmen, wird mit Geld belohnt. Das Phänomen offenbart eine Schwäche des Systems: Es gibt im Moment kein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Erzeugung aus erneuerbaren Quellen und Netzausbau. Außerdem fehlen Speicher, die Stromspitzen aufnehmen könnten.

„Mit Hilfe einer besseren Steuerung der Produktion und Verteilung von Strom – etwa durch intelligente Windenergieanlagen, neue Speicherkonzepte oder den Zusammenschluss von Anlagen in virtuellen Kraftwerken – kann auch Strom aus erneuerbaren Energie im Lastfolgebetrieb erzeugt und negative Strompreise können verhindert werden", sagt Carlos Härtel, Managing Director bei GE Global Research Europe.

Kommentare (31)

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20.08.2013, 06:47 Uhr

Die japanische Regierung hat vor einem Monat deshalb Aufträge an 3 japanische Unternehmen erteilt, elektrische Großspeicher im MW-Bereich zu installieren. Einer der Auftragnehmer ist NGK Insulators, bekannt für seine Natrium-Schwefel-Batterien. Man will in Japan Erfahrungen mit solchen Technologien sammeln.
Aber in Deutschland werden Kohlekraftwerke gebaut, und Netzbetreiber für ihre jahrelangen Betrügereien noch finanziell mit 9% der Netzausbaukosten entschädigt. Diese Gelder wären besser in Forschung von Stomspeichern, PowertoGas-Projekten u.ä. angelegt.
Fürs erste haben wir viele Speicher in den Häusern stehen, Wärmepuffer, die leicht auch mit billigem Überschuss-Strom zu erwärmen wären.
Aber das geht natürlich nicht, dann würden ja die Bürger profitieren. Und das geht gar nicht!

HofmannM

20.08.2013, 07:50 Uhr

Mit dem Erneuerbaren Energie Gesetz haben wir deutschen Endverbraucher erst die negativen Strompreise als Kosten zu tragen. Durch das EEG wird den sog. erneuerbaren Energieerzeugern der Einspeisevorrang gewährt und das bei festen (über den Marktpreis liegenden) Einspeisevergütungen. An sonnigen Sommertagen und an Tagen an den der Wind konstant weht, wird somit Strom in das Netz geleitet, denn keiner braucht! Und genau dieser zuviel produzierte nicht gebrauchter Strom muss dann zu einen Preis verkauft werden, der keinen Erlös, sondern Aufwand entspricht. Negativer Strompreis = Aufwand!
Und dieser negativer Strompreis = Aufwand bedeutet, dass dies Kosten für den Stromendverbraucher in Deutschland ist. Der sog. erneuerbare Energie Strom wird in das Ausland verschenkt und der deutsche EEG-Zwangszahler muss dafür weiterhin seine mind. 6 ct/kwh EEG-Zwangsabgebe + Mehraufwand der Stromnetzpflege + Mehraufwand für die Offshore Haftung usw. usw. zahlen. Auch eine erhöhte Mehrwertsteuer ist durch das EEG/Energiewende von uns deutschen Stromendverbrauchern zu zahlen. All dies haben wir deutschen Bürger einer ökosozialistischen Denkweise zu verdanken, die unseren Strom/Energie per Gesetz (EEG/Energiewende) künstlich gewollt verteuern will. Das ist Verrat am deutschen Volk!
Schafft endlich dieses perfide und asoziale EEG ab und macht diese unsinnige Energiewende eines shizophrenen Ethikrat unter der Leitung von Angelika Merkel rückgängig! Danke!

Account gelöscht!

20.08.2013, 07:55 Uhr

Warum forschen wir dann nicht an Speichern wie z.B. in Japan? Wäre das nicht das Gebot der Stunde?

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