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05.09.2013

06:00 Uhr

Vergleich mit Privaten

Wieso verzögern sich öffentliche Bauprojekte häufiger?

Der neue Flughafen in Berlin ist ein Paradebeispiel für die vielen öffentlichen Großprojekte, die erst mit erheblicher Verspätung fertig werden. Dass es bei privaten Vorhaben häufig besser läuft, hat mehrere Gründe.

Ein Absperrband am neuen Flughafen Berlin Brandenburg (BER): Immer neue Verspätungen wurden hier verkündet. dpa

Ein Absperrband am neuen Flughafen Berlin Brandenburg (BER): Immer neue Verspätungen wurden hier verkündet.

Stuttgart 21, Großflughafen Berlin, Elbphilharmonie – viele öffentliche Großprojekte werden oft Jahre später fertig als geplant. Bei privat finanzierten Großprojekten ist das häufig anders: Der Vodafone-Campus in Düsseldorf etwa oder die Konzernzentrale von Thyssen-Krupp in Essen wurden fristgerecht fertig. Ähnliches gilt für die Shoppingmeile Köbogen, die bald in der NRW-Landeshauptstadt eröffnet wird.

Ein Grund für die häufige Verspätung bei öffentlichen Bauten sind die oftmals unklaren Zuständigkeiten. Bei der Elbphilharmonie (rund fünf Jahre verspätet) gab es ein kompliziertes Dreiecksverhältnis von Stadt Hamburg, Hochtief und den Architekten. Andere Projekte wie der Bahnhof Stuttgart 21 (mindestens zwei Jahre verspätet) verzögern sich, weil die Bevölkerung sich wehrt. Beim Berliner Flughafen (wohl drei Jahre verspätet) dauerte es ewig, bis erste Aufträge vergeben waren, dann gab es erhebliche Mängel.

Ein weiterer Grund für die Verzögerungen: Um Parlamentarier und Bürger von den oft prestigeträchtigen, aber teuren Projekten zu überzeugen, werden Kosten angegeben, die unrealistisch sind.

Kommentare (5)

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pgoetz

05.09.2013, 08:37 Uhr

Es liegt hauptsächlich an der Praxis dem Billigsten den Auftrag zu geben. Niemand kauft das billigste Auto, aber bei einem Bauauftrag ist der Billigste der Richtige. Im Fall einer Pleite eines Handwerkers gibt es mindestens ein halbes Jahr Verzögerung vom Murks den er bis dahin gemacht hat ganz zu schweigen

Nachwuchs

05.09.2013, 09:40 Uhr

Baugenehmigung. Warum zwingt man nicht jeden Bauherrn und Baufirmen spät. 1 Jahr nach Baugenehmigung zu beginnen mit einer kurzen Frist und ansonsten mit Strafgeldern zu belegen. Je Höher die Baukosten lt. Antrag, je höher die Strafen. Beginnend bei min. 100.000,00 Strafgeld.

JuWil

05.09.2013, 09:49 Uhr

Nicht nur ewig nicht fertig, auch irrwitzig viel teurer - das Muster: politisch gewollt und gegen Widerstand durchgedrückt, keiner fühlt sich wirklich zuständig, Aufsicht daher oft ineffektiv, anderleuts Geld, Prestige verhindert manche Konsequenz zur rechten Zeit, oft mangelnde Offenheit, großer Werbeetat statt überzeugende Planung, zu langer Vorlauf, damit unflexibel (z. B. wenn die Züge schon lange nicht mehr umgespannt werden ...), Vergabepraxis wie schon erwähnt, an der Komplexität solcher Projekte allein kann es nicht liegen ...

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