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09.09.2013

11:00 Uhr

Verseuchung befürchtet

Südkorea beschränkt Fisch-Importe aus Japan

Die Kraftwerksruine in Fukushima verliert täglich mehr radioaktives Kühlwasser. Große Teile davon landen im Meer. Aus Angst vor belasteten Lebensmitteln beschränkt Südkoreas Regierung den Import von japanischem Fisch.

Ein Supermarkt-Mitarbeiter in Seoul mit einem Geigerzähler: Keine Fischimporte mehr aus Fukushima-nahen Präfekturen. Reuters

Ein Supermarkt-Mitarbeiter in Seoul mit einem Geigerzähler: Keine Fischimporte mehr aus Fukushima-nahen Präfekturen.

SeoulAus Sorge über die radioaktive Verseuchung des Meeres hat Südkorea seine Importbeschränkungen für japanische Fischereiprodukte ausgeweitet. Ab Montag dürften bis auf weiteres aus acht japanischen Präfekturen, darunter die des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, keine solchen Produkte mehr eingeführt werden, teilte die Regierung mit. Bislang war lediglich der Import von 50 bestimmten Produkten verboten.

Ein Sprecher verwies auf das Auslaufen mehrerer Hundert Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers aus der Akw-Ruine. Zugleich kritisierte er die japanische Informationspolitik. Sie sei unzureichend, um die Lage realistisch einschätzen zu können. In den vergangenen Wochen hat sich die Strahlung rund um kontaminierte Wassertanks am Atomkraftwerk Fukushima deutlich erhöht. Südkorea importierte im vergangenen Jahr rund 5000 Tonnen Fischereiprodukte aus den betroffenen Präfekturen. Das entspreche 13 Prozent der aus Japan importierten Gesamtmenge von 40.000 Tonnen, hieß es.

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Der japanische Fukushima-Betreiber Tepco hatte zuletzt eingeräumt, dass seit der Reaktorkatastrophe im März 2011 Tausende Liter radioaktives Wasser aus der Ruine in den Pazifik strömten. Darüberhinaus versickerte verstrahltes Kühlwasser aus lecken Tanks am Kraftwerk in den Boden. Die japanische Regierung will deshalb die Gegenmaßnahmen nun selbst in die Hand nehmen und hohe Millionenbeträge ausgeben, um das kontaminierte Wasser zu stoppen.

Der japanische Kabinettssekretär Yoshihide Suga versicherte, dass Fisch und Meeresfrüchte vor dem Verkauf getestet würden und dass sie ohne Sorge verzehrt werden könnten. Das ausströmende radioaktive Wasser sei auf eine kleine Küstenregion vor Fukushima beschränkt. Internationale Verbraucherstandards würden eingehalten. „Wir bitten Südkorea um eine Reaktion auf wissenschaftlicher Grundlage“, sagte er.

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Kommentare (2)

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vandale

09.09.2013, 11:31 Uhr

Die asiatischen Staaten lieben sich nicht immer. Streitpunkte sind die japanische Besetzung dieser Länder im WKII. Vielfach wirkt sich dies auf den Handel aus.

Wenn man die veröffentlichten Radioaktivitätswerte der Fische aus dem Meer vor Fukushima, meist unter 100 Bq Cs137 sachlich betrachtet, so müsste jemand ca. 80 Tonnen davon jährlich verspeisen um ein erhöhtes Krebsrisiko zu erleiden.

Man könnte diese Werte auch mit den Meerestieren die in der indischen Provinz Kerala gefangen werden, oder den Süsswasserfischen aus dem Schwarzwald, dem Erzgebirge, oder anderen Regionen dieser Welt vergleichen.

Südkorea verfügt über zahlreiche Kernkraftwerke. Bei unveränderter Politik wird man bald einen französischen Anteil an Kernstrom am Strommix haben. Somit kann auch Südkorea in eine ähnliche Situation geraten. Insgesamt ist das ein sehr dummer politischer Streit.

Vandale

HofmannM

09.09.2013, 13:17 Uhr

Korea will mit diesen unbegründeten und damit vorgeschobenen Gesundheits-Argument vor "belastenden Fischen" aus Japan, nur seine eigene Fischindustrie durch eine Importbeschränkung einen wirtschaftlichen Vorteil, für eine gewisse Zeit, verschaffen.

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