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06.09.2013

11:33 Uhr

Versorgung von Krebspatienten

Die Wahl der richtigen Klinik ist entscheidend

Trotz sinkender Sterblichkeitsraten bleibt Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Spezialisierte Tumorzentren sollten ausgebaut werden, sagt die AOK.

Operationsvorbereitungen: Die Überlebensrate steigt mit der Wahl des richtigen und spezialisierten Krankenhauses. Reuters

Operationsvorbereitungen: Die Überlebensrate steigt mit der Wahl des richtigen und spezialisierten Krankenhauses.

BerlinDie Versorgung von Krebspatienten in Tumorzentren kann nach Auffassung der AOK Rheinland/Hamburg in Deutschland noch deutlich verbessert werden. Aus dem Onkologie-Report 2013 der Krankenkasse geht hervor, dass in Nordrhein-Westfalen und Hamburg lediglich bei Brustkrebs das Gros der Erkrankten (80 Prozent) in einem zertifizierten Zentrum behandelt wurden. Bei anderen Krebsarten wie Lungen- oder Prostatakrebs waren es nur rund ein Fünftel der Patienten, bei Darmkrebs ein Drittel. „Dieser niedrige Anteil dürfte auch bundesweit ein Problem darstellen“, sagte Günter Wältermann, Vorstandschef der Landes-AOK am Donnerstag in Berlin. Konkrete Zahlen dazu wurden nicht genannt.

„Die Versorgung in Brustzentren führt dazu, dass die Brustkrebssterblichkeit gesenkt werden kann“, sagte Prof. Ulrike Nitz, Chefärztin des Brustzentrums Niederrhein. Die Tumorzentren seien eine Art Schrittmacher für die Behandlung onkologischer Erkrankungen, so Wältermann.

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Die Zahl der Krebserkrankungen steigt. Der wichtigste Grund dafür klingt auf den ersten Blick paradox.

Die derzeitige Aufstellung habe allen Erfolgen zum Trotz auch Fehler: So gebe es noch zu wenig ambulante Behandlungsangebote und Vernetzung mit der - oft jahrelangen - Nachsorge und Weiterbehandlung durch niedergelassene Ärzte. Auch fehle es an einer einheitlichen Zertifizierung durch unabhängige Experten, sagte Nitz. „Im Augenblick ist das für einen Patienten in mancher Klinik wie in einer Autowerkstatt, da hängen auch zig Zertifikate an der Wand und niemand weiß, was sie bedeuten.“

Die Wahl des richtigen, spezialisierten Krankenhauses sei jedoch entscheidend, ergänzte Landes-AOK-Vorstandsmitglied Matthias Mohrmann: „Die Überlebensrate mit einem Ovarialkarzinom liegt nach fünf Jahren bei durchschnittlich 40 Prozent, in einzelnen Kliniken aber bei bis zu 60 Prozent.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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ManfredF

08.09.2013, 01:53 Uhr

"Die Überlebensrate mit einem Ovarialkarzinom liegt nach fünf Jahren bei durchschnittlich 40 Prozent"
Das bedeutet, von 10 Frauen sind 6 Frauen mit Diagnose Eierstockkrebs nach 5 Jahren tot. Bleibt die Frage, ob die 4 Überlebenden trotz oder wegen der Behandlung noch leben?

Bei Brustkrebs sind das so aus; "Die 5-Jahres-Überlebensrate bei lokal begrenztem Tumor liegt bei ca. 85 %, wenn bereits Fernmetastasen (Absiedlungen z.B. in Knochen, Leber, Lunge) vorhanden sind fällt die 5-Jahres-Überlebensrate auf 10 %."

Das Fatale daran ist, dass die Überlebensrate nach 10 Jahren ganz anders aussieht, weil dann aufgrund der Behandlungen der Krebs gestreut zurückkommt.

Eine Behandlung, die erreicht, dass nach 5 Jahren 9 von 10 Frauen tot sind (bei einem gestreuten Krebs) ist letztlich mehr oder weniger ein Stochern im Wald mit zufälligem Ergebnis. Wobei auch hier die Frage bleibt, sterben die 9 Frauen an dem Krebs oder an der Behandlung, die bei einer Streuung mit Sicherheit aggressiver sein wird?

Bis zu 80% aller Krebsfälle sind auf die persönlichen Lebensumstände zurückzuführen. Was ich esse, ob ich rauche, Alkohol trinke, Stress habe, mit Umweltgiften in Kontakt komme usw.

Wer möchte, dass weniger Frauen und Männer an Krebs sterben, der sollte besser aufklären. Alles andere bringt nichts und ist nur Spielen mit Zahlen.

Man müsste von allen Krebserkrankungen aller Krebsarten auch die 10 und 15 Jahre Überlebensraten haben, dann würde man sehen, ob sich was verbessert hat.

Und das es an der älter werdenden Bevölkerung liegt, ist insofern falsch, dass Alt werden keine Krankheit ist und nicht krank macht Alt werden bedeutet nur, krankmachende Faktoren können länger wirken. Auch hier gilt, Vorbeugen ist besser.

Im übrigen ist jeder 4. Krebstote unter 70 Jahre alt, hat also schon mit 50 oder 60 Krebs bekommen. Und das ist nicht alt.

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