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06.03.2014

11:05 Uhr

Verzicht auf Zeit

Fasten ist auf Dauer keine gute Diät

Experten betonen aber: Die Fastenzeit kann als Einstieg in gesündere Essgewohnheiten dienen. Der Körper scheidet Gifte und Schadstoffe aus. Auch das eingeschränkte Fasten, wie der Verzicht auf Alkohol oder Süßigkeiten, tut Kopf und Körper gut.

Fasten ist prinzipiell gesund. Damit die Kilos nicht wiederkommen, muss man sich aber dauerhaft ausgewogen ernähren.

Fasten ist prinzipiell gesund. Damit die Kilos nicht wiederkommen, muss man sich aber dauerhaft ausgewogen ernähren.

Mit dem Ende des Karnevalstrubels hat für viele Menschen die vorösterliche Fastenzeit begonnen. Für Gläubige bedeutet der alte Brauch, den Körper zu reinigen und ein persönliches Opfer zu bringen. Fasten wird auch als Zeichen von Sühne gesehen. Die religiösen Gründe treten heute allerdings oft in den Hintergrund. Stattdessen sehen viele das Fasten als Methode zum Abnehmen. Für einen dauerhaften Gewichtsverlust ist das Fasten jedoch nicht geeignet, warnen Experten.

Die zehn größten Mythen um das Körpergewicht

Alles in Maßen

Hilft Schokolade beim Abnehmen oder macht sie dick? So richtig geklärt ist die Wirkung des süßen Stoffes bis heute nicht. Aber es gilt: Alles ist erlaubt, wenn es nur in Maßen genossen wird - das gilt sowohl für schlanke als auch für etwas kräftigere Menschen.

Ohne Abendessen ins Bett

Es ist ein Irrglaube, dass nur dickere Menschen durch Fette krank werden: Man kann auch innerlich verfetten. Dann sammelt sich das Fett in Körperregionen, die für das Auge unsichtbar bleiben. Die Folge: Herz und Leber etwa umgibt Fett und das kann zu Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen führen. Um Abzunehmen, hilft es im Übrigen nicht, das Abendessen ausfallen zu lassen. Das führt eher zu noch mehr Heißhunger, vor allem in der Nacht.

Ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten tut dem Körper am besten - dann entstehen auch keine Fettpolster. Denn auch Menschen mit einem normalen Körper-Masse-Index verstecken Fett in ihrem Körper. Denn sie ernähren sich teilweise zu fettig oder zu süß, bewegen sich dabei auch noch zu wenig. Gleichzeitig essen sie aber nicht genug, um übergewichtig zu werden.

Dicker und gesünder

Länger schon ist bekannt, das dicke aktive Menschen oft gesünder sind als die dünnen, aber wenig aktiven Menschen. Das zeigt sich vor allem im Sterblichkeitsrisiko. Auch ist es ein Trugschluss, dass bei einem Saunagang wirklich Gewicht verloren geht: Tatsächlich wurde nur Wasser ausgeschwitzt. Der Gesundheit tut er aber trotzdem gut.

Stoffwechsel

Sumo-Ringer, die nicht gerade ein Beispiel für besonders schlanke Menschen sind, haben häufig ein besseres Stoffwechselprofil als Menschen, die zwar schlank sind, aber keinen Sport machen. Die Erklärung ist denkbar einfach: Das Fett legt sich bei ihnen nicht um die inneren Organe, sondern lagert direkt unter der Haut. Sport ist also wichtig. Unwichtig hingegen ist, mit welcher Herzfrequenz man Sport treibt. Hauptsache man tut es.

Fettpolster

Durch bewusste Ernährung und Bewegung kann man die Fettpolster im Inneren schnell wieder loswerden, vielleicht sollte man dann aber auf eine Gans wie hier im Bild gezeigt, verzichten. Allerdings ist es auch ein Trugschluss, dass jedes Fett sofort auf die Hüfte wandert - das passiert nur, wenn wir unserem Körper zu viele Kalorien zuführen.

Light-Produkte

Light-Produkte enthalten weniger Zucker und auch Fett. Soweit so gut - über den Kaloriengehalt sagt das allerdings nur wenig aus. Denn sie enthalten oft auch Süßstoffe, die den Appetit anregen und machen damit den Hunger nur noch größer.

Zahl der Mahlzeiten

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Es kommt darauf an, wie viele Kalorien man täglich zu sich nimmt - und nicht wie oder wann man ist. Denn bis heute gibt es keine wissenschaftliche Studie, die beweist, dass drei große Mahlzeiten besser wären als fünf kleine. Übergewicht entsteht nicht dann, wenn man ausgewogen isst, sondern bei dem, was man dazwischen isst - wie Chips oder Gummibärchen.

Lebensmittel

Gibt es Lebensmittel, die dem Körper weniger Kalorien zuführen, als der dann für ihre Verdauung benötig wird? Nein, obwohl es ein weitverbreitetes Gerücht und die ultimative Anleitung für eine Diät sein soll, ist das eigentlich Quatsch. Sie wirken höchstens ein bisschen unterstützend.

Jojo-Effekt

Aufpassen sollten Menschen, die gerne abnehmen möchten, vor allem auf den sogenannten Jojo-Effekt. Um wirklich dauerhaft abzunehmen, ist es notwendig, dass die Ernährung dauerhaft umgestellt wird.

Was ist Fasten?

Die traditionelle christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und dauert vierzig Tage. Beim Fasten wird für eine bestimmte Zeit völlig oder teilweise auf Essen verzichtet. Wenn der Körper keine oder weniger Nahrungsenergie erhält, stellt er sich auf den sogenannten Hungerstoffwechsel um: Der Stoffwechsel brennt auf Sparflamme. Der Organismus greift dann seine Energiereserven an, vor allem die körpereigenen Kohlehydratreserven in Leber und Muskeln, Körpereiweiß und -fett. Die Anhänger des Fastens versprechen sich davon Wohlbefinden, geistige Klarheit, Gewichtsreduzierung und Entspannung.

Worauf wird verzichtet?

Viele Menschen fasten heute nur noch eingeschränkt. Dass heißt, sie verzichten nicht komplett auf feste Nahrung, sondern lassen für einige Wochen die Finger von Süßigkeiten, Alkohol, Zigaretten oder Fleisch.

Was bedeutet Heilfasten?

Der Begriff wurde 1935 vom deutschen Arzt Otto Buchinger geprägt. Nach seiner Methode nimmt der Fastende für mehrere Wochen nur Fruchtsaft, Tee und Gemüsebrühe zu sich. Es gibt auch noch andere Verfahren wie die Schroth-Kur. In der Naturheilkunde dient das Heilfasten der Vorbeugung und Behandlung bestimmter chronischer Krankheiten wie Rheuma oder Hauterkrankungen. Die "entschlackende Wirkung", die dem Heilfasten zugeschrieben wird, ist laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) wissenschaftlich nicht belegt. Ohnehin scheidet der Körper regelmäßig Gifte und Schadstoffe aus.

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