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07.08.2013

09:42 Uhr

Vogelgrippe

Forscher warnen vor Pandemie-Gefahr durch H7N9

In kurzer Zeit forderte die neue Vogelgrippe H7N9 Dutzende Opfer in China. Dann gab es kaum noch Ansteckungen, doch die Gefahr ist nicht gebannt: Es gibt Hinweise, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

Ein Geflügel-Schlachtbetrieb in einem Vorort von Schanghai: Forscher warnen vor einer möglichen Vogelgrippe-Pandemie. dpa

Ein Geflügel-Schlachtbetrieb in einem Vorort von Schanghai: Forscher warnen vor einer möglichen Vogelgrippe-Pandemie.

Peking/ParisForscher habe neue Hinweise darauf gefunden, dass sich Menschen untereinander mit der tödlichen Vogelgrippe H7N9 angesteckt haben. „Unsere Befunde unterstreichen, dass das neue Virus eine Pandemie auslösen könnte“, schreibt das Forscherteam um den Wissenschaftler Bao Chang-jun vom Centre for Disease Control and Prevention in der südchinesischen Stadt Nanjing. Die Forscher veröffentlichen ihre Studienergebnisse im „British Medical Journal“.

Im März war die neue Form der Vogelgrippe H7N9 erstmals bei Menschen nachgewiesen worden. In den Wochen danach stieg die Zahl der Infizierten schnell an. Bei vielen löste der Erreger eine Lungenentzündung aus. In den meisten Fällen gingen die Behörden davon aus, dass sich die Menschen bei Geflügel angesteckt hatten. Tausende Tiere wurden gekeult und Märkte mit lebendem Geflügel geschlossen.

Dann kamen kaum noch neue Ansteckungen hinzu. Insgesamt registrierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis Juli 133 Infizierte. 43 von ihnen kamen ums Leben. Schon im April hatte die WHO die Übertragung von Mensch zu Mensch in seltenen Fällen als wahrscheinlich bezeichnet und von drei Familien gesprochen, in denen sich das Virus direkt unter den Verwandten ausgebreitet haben könnte.

Bao Chang-jun und seine Kollegen schauten sich ebenfalls eine Familie genauer an. Ein 60 Jahre alter Vater hatte sich im März mit dem Virus infiziert. Seine 32 Jahre alte Tochter kümmerte sich ohne Schutz am Krankenbett um ihn. Später wurde auch sie krank, ohne dass es einen Nachweis für einen direkten Kontakt von ihr mit Geflügel gab. Vater und Tochter starben an multiplem Organversagen. Die Wissenschaftler wiesen bei beiden einen fast identischen Stamm des Erregers nach.

Für die Forscher ist eine direkte Übertragung zwischen Vater und Tochter die wahrscheinlichste Erklärung. Einen abschließenden Beweis gebe es jedoch nicht. Die Studie gebe keinen direkten Hinweis darauf, dass das Virus näher vor dem Ausbruch einer Pandemie stehe. Die Experten betonten aber: „Es ist eine Erinnerung daran, dass wir wachsam bleiben müssen: Die Gefahr von H7N9 ist auf keinen Fall vorbei.“

H7-Grippeviren verbreiten sich normalerweise unter Vögeln, die Untergruppe H7N9 war bis zum Ausbruch der Krankheiten in China nie beim Menschen festgestellt worden. Auch in anderen Vogelgrippe-Fällen des Typs H5N1 und H7N7 war es vereinzelt zu Mensch-zu-Mensch-Übertragungen gekommen, ohne dass dies zu einer Seuchengefahr für die Menschheit geworden wäre.

Kommentare (3)

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Einsstein

07.08.2013, 10:19 Uhr

. . . und unsere Pharmalobby rät uns und der Politik dringend zu flächendeckender Impfung.
Alles schon mal dagewesen!

Micha

07.08.2013, 11:25 Uhr

Und die Nebenwirkungen der Impfung fordern mehr Todesfälle als das Virus selbst. Von den schweren Impfschäden mal ganz zu schweigen...

Account gelöscht!

07.08.2013, 17:29 Uhr

Micha: das ist gelogen.

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