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06.11.2013

15:18 Uhr

Vorbilder gesucht

Energieeffizienz im Visier

VonManuel Heckel

Auf der Suche nach Energieeffizienz wird viel ausprobiert. Zahlreiche Investitionen amortisieren sich schnell - gerade in der Industrie besteht Potenzial.

Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt: Der Neubau gilt als Stromsparwunder. PR

Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt: Der Neubau gilt als Stromsparwunder.

Die Rechnung geht auf, jedes Mal aufs Neue: Die Hettich-Gruppe weiß schon seit zwei Jahrzehnten, dass sich Investitionen in die Energieeffizienz lohnen können. 1994 installierte der Hersteller von Möbelbeschlägen ein Blockheizkraftwerk, um zahlreiche Produktionshallen am Hauptsitz in Kirchlengern zentral erwärmen zu können. Die Verbrauchsreduzierung damals spielte die zusätzlichen Ausgaben bereits nach etwas mehr als zwei Jahren wieder ein.

Noch schneller gelang dem Familienunternehmen die Amortisierung beim Bau einer neuen Produktionshalle im Jahr 2011. Dank einer hochgradig gedämmten Holzleichtbaukonstruktion heizt allein die Abwärme aus der Produktion das Gebäude. So spart Hettich nach eigenen Angaben pro Jahr 270.000 Euro an Energiekosten ein - bei zusätzlichen Investitionen von 150.000 Euro beim Bau. In etwas mehr als einem halben Jahr hatten sich die sorgfältigen Planungen also ausgezahlt, sagt Sven Oßenbrink, Leiter des Facility-Managements der Hettich-Gruppe. "So etwas wird natürlich ganz gerne gesehen", sagt Oßenbrink mit westfälischer Zurückhaltung.

Ob in der Industrie, im Verkehrssektor oder bei Hauseigentümern - die Energieeffizienz wird an allen Ecken ins Visier genommen. Nicht nur die Bundesregierung macht Vorgaben, sondern ganz Europa steckt sich Ziele: Von 2014 an muss jeder Mitgliedstaat der Europäischen Union bis 2020 jährlich die Energieeffizienz um 1,5 Prozent verbessern. Die Energieeffizienz-Richtlinie der EU von 2012 schreibt das vor. Welche Wege die Mitgliedstaaten dabei gehen, bleibt ihnen überlassen.

Es ist ein Projekt von gewaltiger Dimension: In Deutschland müssten 100 Milliarden Euro investiert werden, um das Effizienzziel zu erreichen. Das ergab im Dezember eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena), an der der Bund zur Hälfte beteiligt ist. Weitere Gesellschafter sind die KfW-Bankengruppe sowie Allianz, Deutsche Bank und DZ Bank. Der Mitteleinsatz wird sich lohnen, prognostizieren die Studienautoren: "Die kumulierten Energiekosten-Einsparungen liegen bereits 2020 mindestens in der gleichen Größenordnung und steigen in den Folgejahren deutlich stärker als die Investitionen."

Kommentare (1)

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Steinweg

06.11.2013, 18:20 Uhr

Solch Artikel erinnert einen an den Bericht vom Astronomischen Pferd bei Buechner. Man staunt, aber technische Fakten sind keine zu erfahren.

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