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26.08.2013

06:00 Uhr

Waldschlößchenbrücke

Freie Fahrt auf Dresdens neuer Flussquerung

Dresden nimmt seine Waldschlößchenbrücke in Betrieb. Der Bau der Elbquerung war heftig umstritten und mit dem Verlust des Unesco-Welterbetitels verbunden. Für die Stadt ist sie ein Wahrzeichen.

Arbeiter auf der Waldschlößchenbrücke: Ab Montag ist die Brücke auch für Autos freigegeben. dpa

Arbeiter auf der Waldschlößchenbrücke: Ab Montag ist die Brücke auch für Autos freigegeben.

DresdenDie umstrittene Dresdner Waldschlößchenbrücke ist nach sechs Jahren fertig. Die Stadt feierte die neue Flussquerung an diesem Wochenende mit einem zweitägigen Brückenfest und einem offiziellen Festakt.

Rund 70.000 Menschen sollten die Stahlbetonkonstruktion zur Partymeile machen. Für Fahrzeuge wird die Verbindung zwischen dem Preußischen Viertel und dem Stadtteil Blasewitz heute freigegeben.

Wegen der Brücke wurde dem Dresdner Elbtal im Juni 2009 als erster Kulturstätte der begehrte Welterbetitel der Unesco entzogen. Dem war ein dreijähriges Ringen mit dem Welterbekomitee vorausgegangen.

Für Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) ist die neue Elbquerung bereits ein Wahrzeichen der Stadt geworden. Sie hofft auf endgültige Versöhnung, sagte sie im Vorfeld. Aus ihrer Sicht haben auch viele Kritiker längst ihren Frieden mit der Brücke geschlossen.

Planungen, Prozesse und ungünstiges Wetter hatten Bauprojekt mehrmals verzögert und die Kosten von 137 Millionen Euro auf rund 180,5 Millionen Euro erhöht. Ursprünglich sollte die Waldschlößchenbrücke zweieinhalb Jahre früher in Betrieb gehen.

Nach dem Baubeginn im November 2007 machten Massenproteste, Sitzblockaden oder auch Besetzungen von Baugeräten Schlagzeilen. Zum Symbol des Widerstands wurde eine 200 Jahre alte Rotbuche, die Naturschützer tagelang besetzten, bis die im Geäst angeketteten Aktivisten heruntergeholt wurden und der Baum gefällt wurde.

Auch Baustoppanträge in Parlamenten und Klagen scheiterten. Zuletzt hatte das Sächsische Oberverwaltungsgericht Ende 2011 die Berufung dreier Naturschutzverbände abgewiesen. Sie sehen den Lebensraum von Tieren und Pflanzen beeinträchtigt. Über die Revision beim Bundesverwaltungsgericht ist noch nicht entschieden. Doch eigentlich glaubt niemand mehr daran, dass das Bauwerk zugunsten eines Tunnels abgerissen wird.

Zwei Tage, bevor die Waldschlößchenbrücke Bussen, Lastwagen und Autos gehört, konnten die Dresdner sie und die Tunnelröhren zu Fuß erkunden - und auch die Blitzautomaten inspizieren. Sie gehören zu den Auflagen und sollen für tierfreundliche Geschwindigkeit sorgen - Tempo 30 in Sommernächten wegen der Kleinen Hufeisennase. Mit Verweis auf diese bedrohte Fledermausart hatten Umweltverbände gegen das Bauwerk geklagt.

Von

dpa

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