Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.07.2013

06:00 Uhr

Weltbevölkerungstag

Afrika wächst, Europa schrumpft

Zum diesjährigen Weltbevölkerungstag haben die Vereinten Nationen aktuelle Berechnungen veröffentlicht. Demnach wird es zum Ende des Jahrhunderts viermal so viele Afrikaner wie derzeit geben. Und viel weniger Europäer.

Die Weltbevölkerung wächst: In Afrika sollen zum Ende des Jahrhunderts vier Mal so viele Menschen leben wie jetzt. dpa

Die Weltbevölkerung wächst: In Afrika sollen zum Ende des Jahrhunderts vier Mal so viele Menschen leben wie jetzt.

New York/WiesbadenDie Menschheit wächst - aber höchst unterschiedlich. Während Europa schrumpft und bis zur Jahrhundertende 14 Prozent seiner Einwohner verliert, sollen in Afrika vier Mal so viele Menschen wie jetzt leben, hieß es von den Vereinten Nationen zum Weltbevölkerungstag (11. Juli). Nigeria könnte China überholen und mehr als eine Milliarde Einwohner haben - jetzt ist es nicht einmal ein Sechstel. Diese Entwicklung bringt große soziale Probleme mit sich, im armen Süden ebenso wie im reichen Norden.

Südlich der Sahara, in einer der ärmsten Regionen der Welt, würden 2100 voraussichtlich 3,8 Milliarden Menschen leben, schätzt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung in Hannover. Derzeit wird die Zahl der Menschen dort mit 900 Millionen angegeben. „In Entwicklungsländern hat nach wie vor jede vierte Frau, die gern verhüten möchten, keine Möglichkeit dazu - das sind mehr als 220 Millionen Frauen“, sagte Geschäftsführerin Renate Bähr. 44 Prozent der Weltbevölkerung sind nach Angaben der Stiftung unter 25 Jahre alt. Das sei die größte Jugendgeneration aller Zeiten.

Auf der Erde hungern laut UN 1,4 Milliarden Menschen - und ebenso viele haben Übergewicht. Mehr als jeder dritte der Übergewichtigen müsse sogar als fettleibig gelten. Das Übergewicht sei für zahlreiche Krankheiten verantwortlich, etwa Diabetes, Bluthochdruck und Herzkrankheiten. Zugleich müssten 1,4 Milliarden Menschen von nicht einmal einem Euro am Tag leben.

Im Gegensatz zu vielen Ländern in der Dritten Welt schrumpft Deutschland. Aber: „Demografie ist kein Schicksal. Fast alle entwickelten Länder kämpfen mit einem Bevölkerungsrückgang“, sagte der Chef des UN-Bevölkerungsfonds, Babatunde Osotimehin, in einem dpa-Interview. „Aber man kann darauf reagieren. Und einige Länder machen das sehr gut, etwa Dänemark, Frankreich und Schweden.“

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.07.2013, 00:22 Uhr

Schon in der Bibel soll angeblich stehen, wachset und mehret euch.
Diesbezüglich soll in Afrika (und Asien, Amerika, Australien, Antarktis) die Welt noch in Ordnung sein.
Obwohl angeblich im dichtbesiedelten Europa Bevölkerungswachstum-Rückgänge festgestellt wurden, wird dies als nicht hinnehmbar beklagt.
Anstatt sich Gedanken über ein Entgegenwirken der weltweiten Bevölkerungsexplosion zu machen, wird hin-und her gerechnet und festgestellt, daß die Bevölkerungen hungern müssen, Zivilisationskrankheiten durchschlagen und unser Bevölkerungsrückgang "bekämpft" werden muß.
Gibt es ein besseres Zeichen für den allgemeinen Irrsinn der Menschheit bzw. daß die menschliche Population den Status einer Mikrobe immer noch nicht verlassen hat?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×