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15.10.2013

10:00 Uhr

Weltenergiekonferenz in Korea

In den Wind geschlagen

VonJürgen Flauger

Auf der Weltenergiekonferenz findet die deutsche Energiewende kaum Beachtung. Kein deutscher Politiker hat den Weg überhaupt erst auf sich genommen. Dabei würde der Blick über die eigenen Grenzen vieles relativieren.

Der Schauplatz der Weltenergiekonferenz: Die Nachfrage nach Primärenergien soll bis 2050 um bis zu 61 Prozent klettern.

Der Schauplatz der Weltenergiekonferenz: Die Nachfrage nach Primärenergien soll bis 2050 um bis zu 61 Prozent klettern.

DaeguMehr als 6000 Energiemanager und -experten sind zur Weltenergiekonferenz ins südkoreanische Daegu gereist. Aus 110 Ländern sind sie gekommen. Auch Hunderte Politiker sind darunter, sogar 50 Minister. Nur aus Deutschland, dem Land der Energiewende, hat kein Politiker den Weg auf sich genommen.

Vertreter von Union, SPD und Grünen haben in Berlin vermeintlich Wichtigeres zu tun. Sie feilschen um die künftige Regierung und positionieren sich für die zukünftige, die nationale Energiepolitik. Dabei würde der Blick über die eigenen Grenzen vieles relativieren. Bei der Weltenergiekonferenz, die alle drei Jahre stattfindet, wird deutlich: Das deutsche Modell ist einzigartig, und das wird es wohl auch bleiben. Zu groß ist der Energiehunger in den Entwicklungs- und Schwellenländern.

Was ist die größte Baustelle bei der Energiewende?

"Die meisten hier verstehen gar nicht richtig, was bei uns vor sich geht" , sagt Eon-Vorstand Leonhard Birnbaum. "Und wenn man es ihnen erklärt, können sie es kaum glauben. Erzählen Sie einmal einem Afrikaner, mit wie viel Geld wir die erneuerbaren Energien fördern!"

Birnbaum ist Vice-Chairman Europe des Weltenergierats, der die Konferenz ausrichtet. Der Rat wurde 1923 gegründet und bringt als nichtstaatliche Organisation Vertreter von Energiewirtschaft, Energietechnik und Politik zusammen.

Der Weltenergierat präsentierte zum Auftakt der Konferenz neue Prognosen, die Experten aus allen Kontinenten erarbeitet haben. Eine der wichtigsten Aussagen: Die Nachfrage nach Primärenergien - also natürlich vorkommenden Energieformen oder Energiequellen - wird bis 2050 um bis zu 61 Prozent klettern, der Stromverbrauch um bis zu 150 Prozent. Selbst wenn sich die Welt auf einen Klimaschutz einigen sollte, werde der Anteil der fossilen Energieträger am Primärenergieverbrauch bei 59 Prozent liegen, sonst bei 77 Prozent. Heute haben Öl, Kohle und Gas einen Marktanteil von 80 Prozent.

Khalid Al-Falih hat sich über diese Prognose sehr gefreut. Er ist Vorstandschef von Saudi Aramco, der staatlichen Ölgesellschaft von Saudi Arabien, dem weltgrößten Ölproduzenten. Auf der Energiekonferenz verbreitete er gute Laune. So werde bis 2050 die Weltbevölkerung um zwei auf dann neun Milliarden steigen und die Weltwirtschaft "auf das Drei-, hoffentlich sogar das Vierfache", sagt Al-Falih. Damit steige die Nachfrage nach Treibstoff und Elektrizität - Sparmaßnahmen hin oder her. Nur gut, meint Al-Falih, dass die Welt "mit einem kolossalen Reservoir an fossilen Energien gesegnet ist". Allen voran natürlich Öl.

Kommentare (13)

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HofmannM

15.10.2013, 10:38 Uhr

Es haben ja auch nur die grünsozialistischen Medien und diese Merkel-CDU bzw. die etablierten Blockparteien von SPD/GRÜNE und LINKE ein Problem mit der umweltschonenden, wirtschaftlichen, zukunftsträchtigen und wohlstandsfördernden Kernkraft-Energie.
Frankreich verlängert seine Laufzeiten von Kernkraftwerken um 10 Jahre. Japan, China, Russland, USA, Indien uvm. setzen weiterhin auf den Ausbau der Kernkraft! Nur Deutschland geht mit dem Ausstieg aus der Kernkraft und der politisch diktieren Energiewende auf Basis eines perfiden und asozialen Zwangs-EEG Abzockergesetz den Weg zurück in die Wälder! Mit dem Ausstieg aus der Kernkraft hat sich ein großer Teil der deutschen Industrietechnik/Entwicklung und Forschung aus der Zukunft der großtechnischen Hightechwelt verabschiedet! Wissen und Fortschritt wird in Deutschland damit verloren gehen auf Kosten des deutschen Gemeinwohl!

E-Witt

15.10.2013, 12:42 Uhr

E-Witt

Für die USA gilt das schon mal nicht. Fünf von einhundert AKW werden abgeschaltet. Ich bin gegen diese "Hoffen"-(A)KW.
Hoffen wir, das der nächste Taifun das Abklingbecken 4 und die Vergiftete Brühe in den Außentanks in Fukushima in Ruhe lässt.
An meinen Vorredner: Urlaub rund um Fukushima kostet zur Zeit nur die Hälfte.

Wenn man eine technische Anlage nicht abschalten kann, sondern weiter unter Strom halten muss (Kühlung), dann ist das nix. Volkswirtschaft hin, oder her.
Es ist eine nicht kontrollierbare, Naturverachtende Technik.

Account gelöscht!

15.10.2013, 12:53 Uhr

Der Beitrag zeigt auf, wie selbstherrlich Deutschland den Stein der Weisen gefunden zu haben scheint.
Es wird aber auch sehr deutlich, dass man sich nicht einmal mehr die Mühe macht, sich der Weltgemeinschaft zu stellen.
Für mich nicht ein Zeichen von Arroganz oder zu viel Geschäftigkeit wegen der Regierungsbildung, sondern viel mehr ein Ausdruck für die Angst, von dem dortigen Gremium verhöhnt und ausgelacht zu werden.
Mit einer solchen Haltung stellen wir uns ins Abseits.

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