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17.10.2013

15:46 Uhr

Weltenergiekongress

Die Welt sucht den Energiemix der Zukunft

Die weltweite Energiepolitik steht laut Experten an einem Wendepunkt. Wie lassen sich wirtschaftliche mit ökologischen Aspekten vereinen, ohne dass eine Seite zu stark vernachlässigt wird?

Windräder in Deutschland: Energie muss auch erschwinglich bleiben. dpa

Windräder in Deutschland: Energie muss auch erschwinglich bleiben.

Taegu„Das ist eine Zeit beispielloser Unsicherheit für den Energiesektor.“ Der Befund kam gleich zu Anfang des 22. Weltenergiekongresses in dieser Woche in der südkoreanischen Stadt Taegu. Der Hunger nach Energie werde größer, insbesondere in der wachstumsstarken Region Asien, schreibt der Weltenergierat in einer Studie, in der Szenarien für die künftigen Energiesysteme durchgespielt werden. „Der Druck, das Energiesystem zu verändern, ist enorm.“

Die Energieunternehmen und Regierungen stehen heute gleich vor einer dreifachen Herausforderung: Energie muss in Zukunft zugänglich für alle sein, erschwinglich bleiben und möglichst klimaschonend erzeugt werden.

Der Weltenergierat (WEC) sah dieses als „Energie-Trilemma“ umschriebene Problem als Kernfrage des alle drei Jahre von ihm veranstalteten Kongresses in diesem Jahr. In den Diskussionen wurde schon bald klar, dass es keine einheitliche globale Lösung gibt. In Montreal vor drei Jahren habe es noch Diskussionen über spezifische Ziele gegeben, sagte Michael Süß, Mitglied des Vorstands bei Siemens und CEO des Energiesektors. Speziell in Deutschland sei es um die Energiewende gegangen. „Es gibt nicht die eine Lösung.“ Unklar sei, wie das „moderne Energieportfolio“ aussehen werde.

Was ist die größte Baustelle bei der Energiewende?

Noch immer sind 1,3 Milliarden Menschen ohne Zugang zu kommerziell erzeugtem Strom. Dazu kommt die Frage, wie die Unternehmen Strom erzeugen und zu bezahlbaren Preisen anbieten können, ohne dass die Klimaziele geopfert werden. Das „Energie-Trilemma“ stehe auch im Zentrum der Diskussionen über die Einhaltung der Klimaziele, sagt UN-Klimachefin Christina Figueres in Taegu.

Der Energiesektor ist nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) für rund zwei Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Agentur warnte im Juni, das Ziel der Erderwärmung von nicht mehr als zwei Grad Celsius aus den Augen zu verlieren. Gebe es kein Umdenken, drohe eine Erwärmung um etwa vier Grad bis zum Jahr 2100.

Zudem unterscheiden sich die Preise für Energie in den einzelnen Weltregionen stark. In Europa müssen die Verbraucher mehr als das Doppelte für Gas als in den USA bezahlen, in Asien ist es das Dreifache. Bei den Amerikanern hat vor allem die Schiefergas-Förderung durch das Fracking in den vergangenen Jahren eine Aufbruchstimmung ausgelöst. Der Wettbewerbsvorteil der USA werde größer, auch durch weniger normative Vorgaben und strikte Regelungen als in Europa, fürchten besonders die europäischen Versorger.

Kommentare (4)

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vandale

17.10.2013, 16:03 Uhr

Die Eindrücke die hier im Artikel wiedergegeben werden unterscheiden sich drastisch von anderen englisch-sprachigen Berichten.

Religiöse "Erneuerbaren Energien" werden dort kaum angesprochen.

Fracking ist in wenigen Altindustriestaaten "umstritten". Fracking verspricht preiswerte Energie und damit Wohlstand für alle. Das ist den gläubigen Oekologen ein Graus. So hat man dann die Propagandamaschine angeworfen. Sinnvoller wäre es die Umweltauswirkungen umweltschädlicher Windmühlen und Solaranlagen zu diskutieren.

Vandale

J.H.

17.10.2013, 17:24 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

bitschleuder

17.10.2013, 18:28 Uhr

Die staatliche Propagandamaschine hat dazu auch personelle Erweiterungen durchgeführt: In den letzten 3 Tagen habe ich mehrere Kommentare zum WEC von zuständigen "Energieexperten" bei der ARD, WDR und SWR gehört. Den Inhalt der Kommentare können Sie sich denken.
Die Position eines "Energieexperten" beim GEZ- Funk ist mir jedoch neu !
Durch die Energiewende gehen viele Industriearbeitsplätze verloren- in der deutschen Bürokratie schafft sie aber tatsächlich neue und gut bezahlte. Ein weiterer Grund, die "Demokratieabgabe" auf die Abschussliste zusetzen !

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