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21.10.2013

09:14 Uhr

Weltgesundheitsorganisation

Luftverschmutzung ist Hauptgrund für Krebs

Lange ist es nur vermutet worden, nun gibt es den Beweis: Luftverschmutzung ist ein Hauptgrund für Krebserkrankungen. Laut WHO starben allein 2010 rund 200.000 Menschen an Lungenkrebs, verursacht durch belastete Luft.

Touristen in Moskau schützen sich vor Smog: Nahezu jeder Mensch ist Luftverschmutzung ausgesetzt. ap

Touristen in Moskau schützen sich vor Smog: Nahezu jeder Mensch ist Luftverschmutzung ausgesetzt.

Genf/LondonDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die globale Luftverschmutzung als eine der Hauptursachen für Krebskrankheiten eingestuft. Damit wurde Luftverschmutzung zum ersten Mal als Krebsauslöser klassifiziert.

Die Schadstoffe in der Luft seien „nicht nur eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit des Menschen generell, sondern auch eine der wichtigsten Ursachen für Krebs-Todesfälle“, erklärte Kurt Straif von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), die bei der WHO angesiedelt ist, am Donnerstag. Eine Expertengruppe habe „ausreichende Beweise“ dafür gefunden, dass die verpestete Luft Lungenkrebs verursache und das Risiko für Blasenkrebs erhöhe.

Die Klassifizierung wurde erstellt, nachdem Wissenschaftler mehr als 1000 Studien weltweit analysiert hatten. 2010 hatte es laut IARC mehr als 220.000 Menschen gegeben, die an Lungenkrebs im Zusammenhang mit Luftverschmutzung starben. Die Agentur stellte darüber hinaus fest, dass es durch Luftverschmutzung ein erhöhtes Risiko für Blutkrebs gebe. Darüber hinaus sei herausgefunden worden, dass sich durch die Verunreinigung die Chance auf Atemwegs- und Herzkrankheiten erhöhe.

Luftverschmutzung sei sogar eine stärkere Ursache für Krebs als passives Rauchen, sagte IARC-Mitarbeiter Kurt Straif. Das größte Risiko sind laut IARC die kleinen Partikel, die sich tief in der Lunge festsetzen können. Es sei aber schwer, die Risiken zu minimieren, sagte Straif. „Wenn ich eine Straße entlang gehe, in der eine Verschmutzung durch Dieselabgase zu sehen ist, versuche ich, weiter wegzugehen.“

Straif sagte, da nahezu jeder Mensch Luftverschmutzung ausgesetzt sei, könnten Regierungen veranlasst werden, Gesetze für strengere Kontrollen zu verabschieden. Er wies darauf hin, die WHO und die Europäische Kommission überprüften derzeit ihre empfohlenen Richtwerte für Luftverschmutzung.

Als maßgebliche Faktoren für verpestete Luft machte die Agentur Verkehr, Stromproduktion, die Emissionen von Industrie und Landwirtschaft sowie das Heizen und Kochen im Haushalt aus. Bereits bekannt war, dass die Luftverschmutzung das Risiko für Atemwegs- und Herzerkrankungen steigert.

Kommentare (3)

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leo

21.10.2013, 09:49 Uhr

Das wurde aber auch mal Zeit, dass jemand diese evidenten Zusammenhänge mal wissenschaftlich darstellt. Jetzt erwarte ich aber, dass die, die sich seit Jahren fanatisch gegen das private Pfeifchen des Nachbarn (und diesen gleich mit) entrüsten, mit derselben Mission auf die Industrie losgehen. Wird aber wohl nicht so sein, weil persönliche Gehässigkeit den meisten Missionaren mehr Freude bereitet und weils keine Umstände macht, gegen die Tugendhaftigkeit von ihresgleichen zu stänkern.

Account gelöscht!

21.10.2013, 13:20 Uhr

Ich glaube, dass die Luftverschmutzung nur einen Teil ausmacht.

Fakt ist doch, dass der Mensch bei jeder Gelegenheit Giften ausgesetzt wird (Essen, Kleidung, Wohnen, Medikamente..) in Mengen, die zwar kurzfristig unbedenklich sein mögen, aber dauerhaft zu Krebs führen können.

Was tut der Staat gegen diese Mißstände. Nichts.

Hier ein Beispiel: Kaffee:

http://www.youtube.com/watch?v=_ITstID0FCA
http://www.youtube.com/watch?v=H_gR0X9ryCU

Und dann gibt es noch den Mobilfunk:

Handy-Strahlung ist ein "mögliches Krebsrisiko" für den Telefonierer, speziell im Hinblick auf Hirntumore. Die Internationale Krebsforschungs-Agentur IARC der Weltge-
sundheitsorganisation kommt im Juni 2011 nach eingehender Auswertung von Studien der vergangenen Jahre zu diesem Schluss, mahnt zur Vorsicht und drängt zur "persönlichen Strahlenreduzierung". Die WHO rät, auf die Nutzung von Mobiltelefonen und anderen funkenden elektronischen Geräten zu verzichten, wann immer es möglich ist,das gälte besonders für Kinder und Jugendliche. Sie kategorisiert die Handy-Mikro-
wellen in die gleiche Gefahrenklasse wie zahlreiche nachweislich krebserregende bzw. krebsverdächtige Chemikalien (Pestizide, DDT, Chloroform
, Furane...), Pilzgifte (Aflatoxin, Ochratoxin...), Schwermetalle (Blei...), Bakterien und Viren (HPV-Papillomavirus...), Bitumen, Autoabgase oder die Magnetfelder an z.B. Hochspannungsleitungen.

kojote

21.10.2013, 14:26 Uhr

Great. Thanks Orwell.

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