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01.04.2014

17:15 Uhr

Weniger Ritalin verwendet

Zappelt Philipp seltener?

Die medikamentöse Behandlung des „Zappelphilipp-Syndroms“ ADHS bei Kindern ist umstritten. Jetzt zeichnet sich offenbar eine Trendwende ab: Erstmals seit 20 Jahren sank der Verbrauch des Psycho-Medikaments Ritalin.

Trendwende? Zum ersten Mal seit 20 Jahren ging der Verbrauch des Ritalin-Wirkstoffs Methylphenidat leicht zurück. dpa

Trendwende? Zum ersten Mal seit 20 Jahren ging der Verbrauch des Ritalin-Wirkstoffs Methylphenidat leicht zurück.

FrankfurtDer Einsatz des umstrittenen Psycho-Medikaments Ritalin gegen das „Zappelphilipp-Syndrom“ ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung) bei Kindern ist in Deutschland erstmals seit zwanzig Jahren gesunken. Nach dem deutlichen Anstieg des Verbrauchs in den vergangenen zwei Jahrzehnten sei dies ein positives Signal, erklärte der Chef des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn, Walter Schwerdtfeger, am Dienstag. Es deute auf einen kritischeren Umgang mit der Arznei hin.

Nach Angaben des BfArM wurden im vergangenen Jahr bundesweit 1803 Kilogramm des Ritalin-Wirkstoffs Methylphenidat verbraucht – zwei Prozent weniger als 2012. In den zehn Jahren zuvor hatte sich der Verbrauch der rezeptpflichtigen Arznei noch verdreifacht.

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„Von einer echten Abwärtstendenz können wir derzeit sicherlich noch nicht sprechen“, schränkte BfArM-Präsident Walter Schwerdtfeger ein. Gleichwohl sei der erstmalige leichte Rückgang ein „Signal, das möglicherweise auf einen kritischeren Umgang mit Methylphenidat hindeutet“.

Der Einsatz von Ritalin bei hyperaktiven Kindern ist wegen möglicher Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Wachstumsstörungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden umstritten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Kassen hatte deshalb 2010 die Verordnung der Mittel eingeschränkt.

Das Zappelphilipp-Syndrom ist eine psychische Störung, die durch Symptome wie Unaufmerksamkeit und besonders impulsives Verhalten auffällt. Bei Kindern und Jugendlichen ist ADHS mittlerweile die häufigste psychische Störung, sie kann bis ins Erwachsenenalter fortbestehen.

Kommentare (4)

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01.04.2014, 17:14 Uhr

Als Dr. med. kann ich nicht verstehen, wie mündige Bürger ihrem Kind offenkundig massen- bzw. reihenweise Ritalin einflößen.

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01.04.2014, 18:32 Uhr

... und als betroffener Erwachsener im Alter von 32 Jahren, der seit vielen Jahren Ritalin nimmt und seitdem sehr gut zurechtkommt, KANN ICH NICHT VERSTEHEN, warum Sie so einen undifferenzierten Unsinn schreiben.

Account gelöscht!

01.04.2014, 18:37 Uhr

Haben Sie es mal mit anderen therapeutischen Maßnahmen, die durchaus arbeitsintensiv sein können, versucht?
Wahrscheinlich nicht. Ruhigstellen ist heute das Gebot der Stunde. Das finden die "Ruhigen" durchaus ausgezeichnet. Alle anderen weniger. Nicht wegen der Kosten. Wegen der Menschen.

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