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15.01.2014

11:40 Uhr

Windräder in Bayern

Ausnahmen von Abstandsregeln im Gespräch

In der Debatte um die Windkraft sitzt die Staatsregierung zwischen den Stühlen. Die Befürworter werfen Horst Seehofer eine Blockade der Energiewende vor, die Gegner verlangen einen weitgehenden Windrad-Stopp.

Windräder in Bayern: Umweltschützer werfen der Staatsregierung eine Abkehr von der Energiewende vor. dpa

Windräder in Bayern: Umweltschützer werfen der Staatsregierung eine Abkehr von der Energiewende vor.

KreuthNach Protesten gegen eine Blockade der Windenergie in Bayern zeigt sich die CSU kompromissbereit. Sie will bei den schärferen Abstandsregeln von Windrädern zu Wohnhäusern Ausnahmen zulassen. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) betonte am Dienstag in Wildbad Kreuth zunächst, er werde sein Wahlversprechen umsetzen: Der Mindestabstand soll das Zehnfache der Höhe betragen - das wären bei einem 200 Meter hohen Windrad zwei Kilometer. „Ich werde mein Wort nicht brechen“, sagte Seehofer, fügte aber hinzu: „Da kann's nur eine Ausnahme geben nach demokratischem Prinzip: Wenn alle Beteiligten sich vor Ort einig sind.“

Das müsse nicht bedeuten, „dass auch der letzte Einödhof zustimmt“, sagte Seehofer. Manche Gemeinden regelten das über Bürgerbegehren, andere mit Gemeinderatsbeschlüssen. Seehofer betonte, dass das keine neue Linie sei, sondern er bereits im Wahlkampf auf diesen Punkt hingewiesen habe. Zuerst müsse der Bund seine Pläne vorlegen, dann werde es in Bayern eine Regel zu den Mindestabständen geben.

Die CSU-Fraktion will dabei mitreden: Fraktionschef Thomas Kreuzer betonte, es seien noch keine Entscheidungen gefallen. Am Wochenende hatte der Ministerpräsident angekündigt, dass Kostendämpfung und die sichere Stromversorgung Bayerns Vorrang vor dem Ausbau der Windkraft haben sollten.

In Kreuth warfen rund 100 Umweltschützer der Staatsregierung bei einer Protestkundgebung eine Abkehr von der Energiewende vor. Windkraft-Befürworter um den Energiepolitiker Hans-Josef Fell (Grüne) kündigten in Würzburg an, gerichtlich gegen Einschränkungen für den Bau von Windrädern in Bayern vorzugehen.

Seehofer wies den Verdacht zurück, er wolle die Laufzeit der Atomkraftwerke wieder verlängern: „Diese Unterstellung ist so abenteuerlich, dass es schwer fällt, darauf zu antworten.“ Es bleibe beim Fahrplan für den Atomausstieg. „Die Staatsregierung hält am Ziel der Energiewende in vollem Umfang fest“, betonte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU).

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

15.01.2014, 12:07 Uhr

....Dreehofer? Bist Du es?

Habe ich es richtig verstanden? Wir sind für Mindestabstände, die aber auch unterschritten werden können?

Account gelöscht!

15.01.2014, 14:57 Uhr

"Der Mindestabstand soll das Zehnfache der Höhe betragen - das wären bei einem 200 Meter hohen Windrad zwei Kilometer."

Das nennt man passend "Landschaftsverbrauch". Allein schon der ständig wechselnde Schattenwurf (bei Sonnenschein) auf die eigene Wohnung ist sicher sehr nervig.

Und das alles für wenig Strom, der auch noch teuer UND minderwertig ist (weil stark schwankend). Hoffentlich ist das nicht unsere Zukunft.


Account gelöscht!

15.01.2014, 15:01 Uhr

Die Stadtwerke München (SWM) wenden sich dorthin wo der Wind weht und merke:
70% der Steuern für die Kommunen werden m.E. dort gezahlt wo das Windrad steht.
zum Beispiel:

Onshore auf dem Münchner Müllberg bei Fröttmaning

Bayern hat zwar das größte noch nicht genutzte Windkraft-Potenzial in ganz Deutschland. Diesen schatz will die SWM Bayernwind zusammen mit interessierten bayerischen Kommunen erschließen. Man sieht sich als Motor der Energiewende in Bayern und will mit barischen Kommunen Dazu haben wir eine eigene Gesellschaft gegründet, die. Ziel der SWM ist es, in Kooperation mit bayerischen Kommunen bis 2020 ca. 1 Mrd. kWh mit Windstrom je Jahr erzeugen.

Und wenn es nicht mehr in Bayern funktioniert, dann

Onshore mit Partnern: 9 Windparks im Havelland (Brandenburg) mit 83 Anlagen und

Onshore mit 5 Windparks in Deutschland (Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt) mit insgesamt 25 Windkraft-Anlagen und

Onshore Windpark im Elsass und
Onshore Windpark in Zentralfrankreich und
Onshore Windpark in Schweden und

Offshore Windpark Dan Tysk in der Nordsee vor Sylt
Offshore Windpark Gwynt y Môr in der Liverpool Bay (Irische See)
Offshore Windpark Global Tech I in der Nordsee

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