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23.10.2013

15:40 Uhr

Wirtschaft und Gewerkschaften

Deutschland droht ein Energiewende-Kollaps

Wird die Energiewende scheitern? Gewerkschaften und Industrie warnen, dass genau das passieren könnte, wenn der enorme Investitionsstau nicht schnell aufgelöst wird.

Windkraftanlage in Niedersachsen: Ein Energiewende-Ministerium könnte die Kompetenzen bündeln. dpa

Windkraftanlage in Niedersachsen: Ein Energiewende-Ministerium könnte die Kompetenzen bündeln.

BerlinWirtschaft und Gewerkschaften haben Union und SPD in einem gemeinsamen Appell vor einem Scheitern der Energiewende gewarnt. Die gesetzlichen Vorgaben und der politische Streit um Zuständigkeiten hätten zu einem enormen Investitionsstau geführt. „Wird dieser Investitionsstau nicht schnell aufgelöst, dann scheitert die Energiewende und der Industriestandort Deutschland nimmt Schaden“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der Gewerkschaftschefs Michael Vassiliadis (IG BCE) und Berthold Huber (IG Metall) sowie von Industriepräsident Ulrich Grillo und Arbeitgeberchef Dieter Hundt.

Die Verbände sind offen für ein eigenes Energiewende-Ministerium. „Die energiepolitischen Zuständigkeiten und Kompetenzen müssen in der Bundesregierung gebündelt werden.“ Bislang steuern Umwelt- und Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Kanzleramt die Energiewende und den Atomausstieg. In den Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD ist die Energiepolitik ein zentraler Punkt.

Was ist die größte Baustelle bei der Energiewende?

Gewerkschaften und Industrie fordern, die Ökostromförderung umzubauen und die Stromsteuer zu senken. Die künftige Regierung müsse einen Masterplan für die Energiewende aufstellen, „der die Energiepreise auf einem für die Industrie wettbewerbsfähigen Niveau sichert und den industriellen Kern und damit die dortigen Arbeitsplätze erhält“.

Von

dpa

Kommentare (23)

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laika0231

23.10.2013, 16:08 Uhr

Um die Energiewende wirklich voranzubringen, muüssen die Kompetenzen im Umweltministerium gebündelt werden.
Und wenn "die Energiepreise auf einem für die Industrie wettbewerbsfähigen Niveau" bleiben sollen, muss die offshore-Windkraft wohl zu Grabe getragen werden.
Wollen die Verbände das wirklich?

vandale

23.10.2013, 16:17 Uhr

Medien und Politiker haben den Menschen erzählt man könne einen Industriestaat mit Wind- und Solarstrom ohne nennenswerte Mehrkosten, ohne dämonische Atomstrahlen und ohne CO2 Weltuntergang versorgen. Diese ökoreligiöse Vision wird von sehr vielen Menschen in D inbrünstig geglaubt. Ganze Branchen, Verbände und Institute leben davon.

Aktuell betragen die Kosten der "Energiewende" ca. 30 Mrd. €/Jahr (EEG - Einspeisevergütungen, Netzausbau, 1% KfW Darlehen, EKF Fonds,KWK - Vergütungen, Offshorehaftungsumlage). Man wird nicht umhin kommen die Kapazitätsbereitstellung durch moderne Grosskraftwerke zu vergüten, gut 10 Mrd. €/Jahr. Ohne Aenderungen können die Kosten einer an ökoreligiösen Visionen orientierten Stromversorgung in wenigen Jahren 60 Mrd. € jährlich erreichen.

Bislang hatten Wirtschaftsvebände, Gewerkschaften und Politiker geschwiegen um nicht als Spassbremse, Klimaleugner, oder dergleichen ausgegrenzt zu werden. Mittlerweile ist die Situation soweit eskaliert, dass die Industrieverbände und Gewerkschaften vielerorts Existenzängste plagen und sie sich aus der Deckung trauen.

Allerdings wird nach wie vor sehr um den Brei herum geredet. Ein "Investitionsstau" ist schwer zu erblicken. Die Investitionen in "Erneuerbare Energien" und Netz sind sehr hoch. Die Herren trauen sich nicht die Begriffe "Erneuerbare Energien" beim Namen zu nennen und als solche in Frage zu stellen.

Ich bin gespannt zu welchen Verrenkungen die Politiker und Verbandsfürsten fähig sind bis man zu der einfachen Erkenntnis gelangt, dass man einen Industriestaat nicht mit einer Stromversorgung entsprechend religiöser Visionen versorgen kann.

Vandale

Gast

23.10.2013, 16:21 Uhr

Wenn die Strompreise auf einem wettbewerbsfähigen Niveau gehalten werden wollen, dann sollte an als erstes die Solarförderng kappen. Immerhin fliessen 10 der 20 Mrd.€ aus der EEG umlage in die Solarkraft die 5% des erneuerbare Stroms liefert. Ganz schön ineffizient.
Besser noch wäre es einfach die Vorrangseinspeisung der Erneuerbaren abzuschaffen. Dieses Hintertürchen hat man sich ja zum Glück offen gehalten. Dann würde nurnoch Pkostrom gekauft wenn der auch wirklich gebraucht wird.

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