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14.04.2014

12:10 Uhr

Wüstenstrom-Initiative DII

Das Ende einer heißen Illusion

VonGeorg Weishaupt

Die Wüstenstrom-Initiative DII steckt in einer Krise – wieder einmal. Die DII lockt jetzt mit niedrigen Jahresbeiträgen, doch sie muss sich neu erfinden – oder ganz auflösen. Der Mannheimer Konzern Bilfinger steigt bereits aus dem Projekt aus.

Solarenergie als Chance: Strom von Marokko und Algerien nach Europa. dpa

Solarenergie als Chance: Strom von Marokko und Algerien nach Europa.

DüsseldorfDas Bild beeindruckt: Dicke blaue Linien führen von Marokko und Algerien nach Europa. Sie symbolisieren das Netz, das Strom von Sonnen- und Windkraftwerken aus den Wüsten Nordafrikas nach Europa transportieren soll. „Im Jahr 2050 kann Europa bis zu 20 Prozent seines Stroms aus Afrika sowie den Staaten des Mittleren Ostens importieren“, kündigte Paul van Son an. Er ist Geschäftsführer von DII, der großen „Desertec“-Initiative.

Das war vor knapp zwei Jahren. Van Son stellte „Desertec Power 2050“ vor – eine teure Studie, erstellt mit dem Fraunhofer Institut ISI.

Doch solche Studien wird es nicht mehr geben. Die Zeiten haben sich geändert für das Wüstenstrom-Projekt. Große Unternehmen verlassen die DII, und damit schrumpft das Budget. Zudem erscheint es unrealistischer denn je, dass Europa jemals größere Mengen Strom aus Afrika beziehen wird.

DII: Ein Kommen und Gehen

Die Idee

DII wurde als Desertec Industrie Initiative im Jahr 2009 von der Desertec-Stiftung, der Deutschen Bank und der Münchener Rück gegründet. Sie wollte dafür sorgen, dass in den Wüsten Nordafrikas und dem Mittleren Osten Solar- und Windkraftwerke entstehen, die diese Länder sowie die Verbraucher im Tausende Kilometer entfernten Europa mit Strom beliefern.

Die Partner

Die Desertec-Stiftung und andere Unternehmen haben die DII verlassen, die sich seitdem nur noch Wüstenstrom-Initiative nennt. Andere wie First Solar und der chinesische Energiekonzern SGCC kamen hinzu. Heute zählt die DII 20 Gesellschafter - angefangen von RWE über ABB bis hin zur Bank Unicredit. Außerdem sind 17 assoziierte Partner an Bord. Dazu gehören Audi, Shell und SMA Solar.

Auch Eon hat kein Interesse mehr. Der Düsseldorfer Energiekonzern steigt Ende des Jahres aus. „Wir konzentrieren uns auf unsere eigenen Projekte“, sagt ein Eon-Sprecher. Aus dem Gesellschafterkreis desertiert auch die HSH Nordbank.

Das ist ein herber finanzieller Verlust für die DII. Eon alleine zahlte jedes Jahr rund 130.000 Euro Mitgliedsbeitrag. Das ist viel bei einem Etat, den ein DII-Sprecher mit „unter fünf Millionen Euro“ beschrieb. Nunmehr fehlt den knapp 30 Mitarbeitern der DII künftig das Eon-Know-how. Der Energiekonzern hatte drei Jahre einen Mitarbeiter für das Projekt abgestellt.

Es besteht die Gefahr, dass weitere der heute noch 20 Gesellschafter und 17 assoziierten Partner zum Jahresende aussteigen. Die große Euphorie für den Strom aus der Wüste, die Anfang 2009 bei der Gründung der DII herrschte, ist verflogen. Van Son gibt sich dennoch optimistisch. „Die Mehrzahl unserer verbleibenden 18 Gesellschafter hat uns jetzt schon gesagt, dass sie bleiben werden“, sagt er dem Handelsblatt. Dazu gehört der Energiekonzern RWE. Er hält „die DII nach wie vor für ein gutes Projekt“, führt ein Sprecher aus. RWE verfolgt selbst ein Projekt in Marokko.

Doch die Initiative bröckelt weiter. „Wir werden den Ende 2014 auslaufenden Vertrag nicht verlängern“, sagt ein Sprecher von Bilfinger aus Mannheim. Der Industriedienstleister gehört bislang zu den assoziierten Partnern. Als Grund nennt Bilfinger, dass „sich die DII von einer Industrie-Initiative, die konkrete Projekte umsetzen will, zu einer verbandsähnlichen Interessenvertretung entwickelt hat“.

Kommentare (1)

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14.04.2014, 13:03 Uhr

Die Energiewende ist in Deutschland gelaufen und das Desertec Projekt ist und bleit von Anfang an ein Investitions Grab. Wie übrigendes die gesamte deutsche Energiewende auch!
Schulden und Kaptialvernichtung prägen die sog. Erneuerbare Energiebranche und die Ethik-Merkel Energiewende Diktatur (EEG) hat sehr stark dazu beigetragen.

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