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11.12.2014

06:00 Uhr

X wie Xenon

Doping für Scheinwerfer und Sportler

Xenon kennen die meisten aus den gleichnamigen Lampen. Doch das Edelgas kann noch einiges mehr: Anästhesisten schätzen es ebenso wie Autohändler, und bei den Olympischen Winterspielen sorgte es dieses Jahr für einen Skandal.

Wie Tageslicht: Mit dem Xenon-Licht versprechen Autoverkäufer beste Sicht im Dunklen. dpa - picture-alliance

Wie Tageslicht: Mit dem Xenon-Licht versprechen Autoverkäufer beste Sicht im Dunklen.

DüsseldorfDie meisten kennen Xenon vor allem aus ihrem Rückspiegel: Wenn im Dunkeln das nächsthintere Auto immer dichter auffährt und die Reflektion des grellen Scheinwerferlichts die Augen blendet. Was der Autohändler dem Drängler als deutliche Verbesserung gegenüber den konventionellen Lampen angepriesen hat, ist in dem Moment nur nervig. Längst ist Xenon keine Seltenheit mehr auf deutschen Straßen.

Der Anteil der Deutschen, deren Auto mit den fortschrittlicheren Xenon-Lampen ausgestattet ist, steigt laut einer Umfrage des Statistikunternehmens Statista kontinuierlich. In diesem Jahr lag er demnach bei rund 5,9 Millionen, das ist fast eine Million mehr als noch im Jahr 2012.

Den Statista-Befragten dürfte der Autohändler folgende Vorzüge als Verkaufskriterium aufgezählt haben: Mehr als Halogen- nährt sich das Lichtspektrum von Xenon-Leuchten dem Tageslicht an, es ist 2,5-mal so lichtstark wie eine Halogenlampe gleicher elektrischer Leistung. Sie übertreffen die herkömmlichen Lampen damit in der Reichweite und bieten eine bessere Seitenausleuchtung. Sie liegen zudem in Sachen Nachhaltigkeit vorne, verbrauchen weniger Energie und halten länger. Die Vorzüge haben neben der Automobilindustrie andere Sektoren für sich entdeckt. Xenon-Leuchten befeuern Filmprojektoren, Blitzlichter sowie Start- und Landebahnen an Flughäfen.

Der besseren Leistung liegt eine völlig andere Funktionsweise zugrunde. Anders als in Halogen- ist in Xenonleuchten kein glühender Metallfaden Lichtquelle, sondern eine sogenannte Gasentladungslampe. Das Edelgas Xenon dient als Füllstoff für einen Lichtbogen, der zwischen zwei Elektroden gezündet wird und durch den elektrischen Strom erleuchtet.

Das Edelgas war kein Zufallsfund der Wissenschaft. Nachdem die Forscher William Ramsay und Morris William Travers schon die Edelgase Argon und Helium in Versuchen isoliert hatten, machten sie sich in einer langen Reihe komplizierter Experimente auf die Suche nach weiteren derartigen Elementen. Im Jahr 1898 stießen sie schließlich auf Xenon, das sie nach dem altgriechischen Wort „xénos“ für „fremd“ benannten.

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