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23.08.2013

06:00 Uhr

Zähe Erreger

Welche Krankheiten gelten als ausgerottet?

Der jüngste Anstieg der Masernfälle in Deutschland heizte die Diskussion um Infektionskrankheiten wieder neu an. Der hoch ansteckende Virus ist einfach nicht auszumerzen – im Gegensatz zu einem anderen Krankheitserreger.

Spritze mit Impfstoff: Gegen die Masern hat die WHO den Kampf noch nicht gewonnen. dpa

Spritze mit Impfstoff: Gegen die Masern hat die WHO den Kampf noch nicht gewonnen.

Richtig ausgerottet sind bisher nur die Pocken – eine Infektion, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch Hunderttausende tötete. Nach einer erfolgreichen Impfkampagne erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Erde 1979 als pockenfrei.

Dieser Erfolg ist bei anderen Krankheiten noch nicht gelungen. Doch zumindest die Kinderlähmung könnte bald ausgerottet werden – die Infektionen gingen seit 1988 um 99 Prozent zurück. Fälle gab es nur noch in Nigeria, Pakistan und Somalia. Komplett zurückdrängen will die WHO auch die Masern: In Amerika und Skandinavien gelten sie bereits als beseitigt. Doch weil sich nicht genug Menschen dagegen impfen, tritt sie andernorts nach wie vor manchmal auf – auch bei uns.

Andere Infektionskrankheiten wie Typhus, Pest, Milzbrand oder Diphterie kommen in den Industrieländern nur noch sehr selten vor. In Deutschland gab es 2012 zum Beispiel nur noch 58 Fälle von Typhus – und keinen von Pest oder Cholera. Diese Krankheiten komplett auszurotten, gilt aber als fast unmöglich, da die Erreger – anders als bei Pocken oder Masern – nicht nur den Menschen als Wirt nutzen, sondern auch Tiere.

Kommentare (3)

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Gegen_Impfmuedigkeit

23.08.2013, 15:35 Uhr

"Der hoch ansteckende Virus ist einfach nicht auszumerzen (Masern)"

Das liegt an der Dummheit der vielen ignoranten Esotherker, die bei allem auf die "Selbstheilungskräfte" vertrauen.

Abwesenheit von intelligenz war früher ein Überlebensnachteil. Ohne Impfung = Tod. Heute überlebt man auch mit einer schweren Maserninfektion, allerdings hat man vorher viele andere mit angesteckt.

Account gelöscht!

24.08.2013, 12:37 Uhr

Der Grund warum Pocken bisher als einzige Krankheit ausgerottet wurde, liegt nicht an der Impfung sondern daran, dass man die Hygiene verbessert hat. Der letzte Kampf in Asien gelang erst, nachdem man die Impfungen reduziert und dafür die Hygiene verbessert hatte und der letzte Pockenkranke war meines Wissens ein Geimpfter.

Da Masern und andere Krankheiten keine Sache der Hygiene ist, wird das nicht gelingen....

Wer sich die offiziellen Zahlen der verschiedenen Krankheiten ansieht, gegen die geimpft wird und wurde sieht fast immer, dass die Anzahl der Infektionen weit vor Beginn der Impfungen zurückging und dieser Rückgang durch die Impfungen nicht verstärkt sondern verlangsamt wurde. Intelligenz ist nur dann ein Vorteil, wenn man sie nutzt anstatt blind zu glauben, was andere behaupten.

Gast

25.08.2013, 14:39 Uhr

Vermutungen, Histörchen und ein lauer Bezug auf angebliche "offizielle Zahlen" sind da keine Argumente gegen die notwendige Impfung.

Mit den Masern haben die Europäer fast die gesamte Urbevölkerung Nordamerikas ausgerottet.

Impfverweigerer und -leugner sind heute genauso ein Anachronismus wie Leute, die Warzen "besprechen" und hoffen, sie gehen davon weg.

Allerdings ist es wie mit allem Quaksalbertum und vorsätzlicher "Dummheit", Diskussionen mir diesen Leuten sind ausgesprochen sinnlos. Es hilft nur eine Impfpflicht.

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