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08.10.2013

16:49 Uhr

Zigarettenpackungen

EU-Parlament stimmt für Schockbilder

Bilder von Raucherlungen und Krebspatienten sollen Jugendliche vom Griff zum Glimmstängel abhalten. Das ist der tiefere Sinn des europäischen Gesetzentwurfs, den das EU-Parlament auf den Weg gebracht hat.

Schärfere EU-Regeln? Einsteiger sollen vom Griff zur Zigarette abgehalten werden. dpa

Schärfere EU-Regeln? Einsteiger sollen vom Griff zur Zigarette abgehalten werden.

StraßburgSchockbilder und Warnhinweise auf Zigarettenpackungen sollen in Zukunft das Rauchen in Europa unattraktiv machen und vor allem Jugendliche abschrecken. Das EU-Parlament stimmte am Dienstag in Straßburg für schärfere Bestimmungen bei diesem heiß umstrittenen Thema. Die Parlamentarier schwächten allerdings in manchen Punkten strengere Vorschläge der EU-Kommission ab.

Warnhinweise sollen, wie von den Regierungen der EU-Staaten vereinbart, auf den Packungen 65 Prozent der Vorder- und Rückseiten ausmachen. Die EU-Kommission hatte 75 Prozent empfohlen. Aktuell bedecken Warnhinweise 30 Prozent der Vorderseite und 40 Prozent der Rückseite von Zigarettenpackungen. Für das Verbot von Menthol-Zigaretten gilt eine mehrjährige Übergangsfrist. Andere Zusatzstoffe wie Schokolade oder Vanille sollen in etwa drei Jahren verboten werden.

Slim-Zigaretten dürfen auch in Zukunft weiter verkauft werden - allerdings werden verführerische Verpackungen wie in Form von Lippenstiften verboten. Elektronische Zigaretten können auch künftig in Tabakgeschäften verkauft werden. Anträge, sie als medizinische Produkte einzustufen und nur über Apotheken zu verkaufen, wurden zurückgewiesen.

Die SPD-Abgeordnete Dagmar Roth-Behrendt nannte das Votum ein „insgesamt akzeptables Ergebnis, wenn auch mit einem sehr bitteren Beigeschmack“. Sie bemängelte die Erlaubnis, Slim-Zigaretten weiterhin zu verkaufen und Flüssigkeiten für elektronische Zigaretten als normale Tabakprodukte zu führen.

In den über 100 Änderungsanträgen wurden auch kleinste Detailfragen geregelt. So wurde die Bestimmung von Artikel 13 Paragraf eins gestrichen, dass Zigarettenschachtern „quaderförmig“ sein sollen. Geblieben ist nur die Formulierung, dass jede Schachtel „mindestens 20 Zigaretten enthalten soll“. Damit sind Sonderformen wie Lippenstifthalter für Slim-Zigaretten ausgeschlossen.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

07.10.2013, 18:58 Uhr

Schreibt endlich auf alle denaturierten Zuckerprodukte, Monsters, Energy-Drinks und alle anderen Fettmacher, ebenfalls "Zucker kann töten!".
Denn jetzt soll ja Fettsucht auch als Krankheit anerkannt werden, so wie Lungenkrebs. Also ran, mal sehen wie sich die Lebenmittelchemieindustrie wehren kann.
Wir sicher spannend.
Ich kann diesen blöden Wettbewerb was am meisten tötet nicht mehr sehen. Alles was man übertreibt macht krank, Rauchen, Kiffen, Drogen, Fressen, keine Bewegung, Alkohol, Medikamente, Pestizide, falsche Umweltpolitik und falsche Partner und noch mehr.
Aber gut das wir drüber gesprochen haben, nä?

Account gelöscht!

07.10.2013, 22:25 Uhr

Lol, mit deinem letzten Absatz kannst du Brüssel noch einige Steilvorlagen liefern, falls sich die Herrschaften dort mal wieder langweilen oder sich einfach noch ein wenig mehr profilieren möchten.

Clearwater

08.10.2013, 09:03 Uhr

Unsere Kinder müssen sich durch Rauchen krankmachen, damit es in der Tabakbranche nur ja keine Einbrüche gibt! Und das soll man allen Ernstes gut finden? Wär ja toll, wenn sich wirklich so viele Schon-Raucher von schärferen Gesetzen zum Aufhören bewegen ließen. Aber wir wissen alle, dass dem nicht so ist. Es geht um die Einsteiger. Je weniger zu rauchen anfangen, desto besser. Die wenigsten Raucher wollen, dass ihre Kinder zu qualmen anfangen.

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