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14.08.2014

09:33 Uhr

Zoll schlägt Alarm

Handel mit illegalen Medikamenten steigt

Billige Medikamente aus dem Internet kaufen? „Vorsicht!“, sagt der Zoll. Der Handel mit gefälschten Arzneimitteln blüht seit Jahren und steigt dramatisch. Die Ermittler beschlagnahmen immer mehr illegale Präparate.

Achtung, gefährliche Nebenwirkungen: Der Zoll beschlagnahmt immer häufiger gefälschte Medikamente. dpa

Achtung, gefährliche Nebenwirkungen: Der Zoll beschlagnahmt immer häufiger gefälschte Medikamente.

KölnKriminelle und international gut vernetzte Banden bringen von Jahr zu Jahr mehr illegale und gefälschte Medikamente in den deutschen Handel. Nach den neuesten Zahlen des Zollkriminalamtes (ZKA) in Köln kletterten die Ermittlungsverfahren wegen Arzneimittelschmuggels von 2008 bis 2013 von 407 auf 1.854 Fälle. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte am Freitag einen entsprechenden Vorabbericht der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Am Frankfurter Flughafen seien allein im vergangenen Jahr 11.529 Sendungen mit über einer Million gefälschter Tabletten beziehungsweise Ampullen sichergestellt worden. Wie hoch die Dunkelziffer liegt, darüber gibt es nur vage Angaben. Das Zollkriminalamt wollte darüber nicht spekulieren.

Kenner befürchten, schrieb die Wochenzeitung weiter, dass die Kriminellen bereits eine große Zahl der fragwürdigen Präparate in Umlauf gebracht haben. Dabei soll es sich unter anderem um Krebspräparate und Antibiotika handeln. Wenn sich das bestätige, handele es sich um ein internationales Täternetzwerk mit alarmierendem Ausmaß, hieß es beim ZKA.

Die Fälscher arbeiteten inzwischen immer professioneller. Meist würden die in China hergestellten Fälschungen per Luftfracht oder Seecontainer nach Europa geschleust. Dabei würden über das Internet nicht nur Anleitungen, sondern auch Qualitätsmerkmale der Originalmedikamente ausgetauscht, schrieb „Die Zeit“.

Bisher konnte der Zoll Imitate leicht an der Verpackung erkennen, denn spezielle Codes machten jede Verpackung zu einem Unikat. Seit neustem aber werde im Internet geheime Software gegen Geld gehandelt, mit der die Verpackung hergestellt werden kann.

Beim Einkauf billiger Medikamente im Internet sollten die Verbraucher vorsichtig sein, sagte die ZKA-Sprecherin weiter. Es sollte genauestens auf Handelswege, die allgemeinen Geschäftsbedingungen, Gerichtsstand und andere Qualitätsmerkmale geachtet werden. Nicht selten handele es sich gerade bei billigen Medikamenten um Produkte minderer Qualität.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Thomas Moucha

14.08.2014, 10:54 Uhr

Es gibt nur eine Möglichkeit diesen Markt auszutrocknen und wieder sicher zu machen, zu Schutz und Wohle des Patienten.Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, das der Handelsweg eines Arzneimittels wieder wie früher ausschliesslich den Weg vom Hersteller über den Großhandel und von dort über die Apotheke an den Patienten geht. Der Graumarkt mit Zwischenhandel und jedweder Versandhandel und Import ist bei strengsten Strafen gesetzlich zu verbieten. Eigentlich ganz einfach!

Herr Peter Petersen

15.08.2014, 08:51 Uhr

Beim Einkauf billiger Medikamente im Internet sollten ...die Verbraucher vorsichtig sein, sagte die ZKA-Sprecherin weiter. Es sollte genauestens auf Handelswege, die allgemeinen Geschäftsbedingungen, Gerichtsstand und andere Qualitätsmerkmale geachtet werden. Nicht selten handele es sich gerade bei billigen Medikamenten um Produkte minderer Qualität." - Typische Empfehlung mit der ein Verbraucher aber auch rein gar nichts anfangen kann. - Es muss doch auch so sein, dass Internetapothekten zertifiziert sind. Wenn ich etwas in einer in Deutschland registrierten Apotheke bestelle, muss ich doch davon ausgehen können, dass es sich um Originalpräparate handelt. - Bei den exorbitanten Gewinnspannen der Apotheken vor Ort, werde ich auch weiterhin meine frei verkäuflichen Medikamente über Internetapotheken beziehen.

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