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09.10.2013

17:28 Uhr

Zu viele Krankenhäuser?

Krankenkassen fordern Klinikschließungen

Im Zuge einer umfassenden Reform des Kliniksektors darf nach Ansicht der gesetzlichen Krankenkassen auch vor der Schließung von Einrichtungen nicht Halt gemacht werden. Es gebe zu viele Krankenhäuser in Deutschland.

Leeres Bett in einem Krankenhaus: 27 Prozent der rund 2000 Häuser sind insolvenzgefährdet. dpa

Leeres Bett in einem Krankenhaus: 27 Prozent der rund 2000 Häuser sind insolvenzgefährdet.

Deutschlands Krankenkassen haben die künftige Bundesregierung zu einer einschneidenden Klinikreform hin zu weniger Krankenhäusern aufgefordert. „Dabei geht es weniger um Kliniken auf dem Land, sondern viel mehr um die Vielzahl kleiner Häuser in den Ballungszentren“, sagte der Vizechef des Kassen-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, am Mittwoch in Berlin. Es gebe auch immer mehr Operationen - nur ein Drittel der Steigerung sei aber darauf zurückzuführen, dass es immer mehr Ältere gebe und dass die Krankheitslast steige. Überhöhte Preise seien der wahre Grund.

Vergleiche man Nordrhein-Westfalen mit den hinsichtlich Fläche und Bevölkerung ähnlichen Niederlanden, würden die Probleme klar: Während das Nachbarland mit 100 Kliniken auskomme, gebe es in NRW 400 Häuser.

Zudem sprach er sich dafür aus, dass die Krankenkassen nicht wie bisher mit jeder der mehr als 2000 Kliniken Verträge abschließen müssen, ohne dabei die Qualität der jeweiligen Einrichtung in den Blick zu nehmen. Notwendig seien hier Direktverträge zwischen Kassen und Krankenhäusern.

Ein einschlägiger Branchenbericht, der Krankenhaus Rating Report 2013, hatte gezeigt: 27 Prozent der rund 2000 Häuser sind insolvenzgefährdet, davon fast die Hälfte sogar stark. Der Bund solle Kliniken direkt bei Zusammenschlüssen unterstützen. Auch bei den Kosten für Schließungen solle er mit einspringen, hatte Studienautor Boris Augurzky gesagt. Entsprechende „Umstrukturierungshilfen“ forderte nun auch Stackelberg.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, warnte: „Die Vorschläge der Krankenkassen würden die Möglichkeiten der Krankenhäuser zur medizinischen Versorgung der Patienten verschlechtern, noch mehr Krankenhäuser in die roten Zahlen treiben und den Rationalisierungsdruck zu Lasten der Beschäftigten in den Krankenhäusern weiter erhöhen.“

Was hilft am besten gegen explodierende Gesundheitskosten?

Der GKV-Spitzenverband hat der Politik ein Papier mit 14 Positionen vorgelegt. "Der Versicherte steht derzeit nicht mehr im Mittelpunkt der Versorgung", bemängelte Stackelberg.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisierte hingegen, die Vorschläge führten zu einer schlechteren Versorgung der Patienten, roten Zahlen in noch mehr Häusern und einem höheren Rationalisierungsdruck zulasten der Beschäftigten.

Kommentare (5)

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Nachwuchs

09.10.2013, 18:55 Uhr

Zu viele Kliniken in Deutschland? Und warum gibt es so lange Wartezeiten? Nur weil wir zu viel haben? Sind es etwa die Kosten die Deutschland zu Lasten der Versicherten leisten um Politiker, gleich welcher Art, umsonst behandeln wollen (Berlin/Ukraine als Beispiel)?

alex

09.10.2013, 18:57 Uhr

Ja genau, macht noch mehr Krankenhäuser zu.
In meiner Stadt ist es vor 2 Jahren geschlossen worden. Die Geburtsabteilung schon vor 5 Jahren. Wir müssen jetzt ca. 20 km in das nächste fahren und bei sehr ernsten Dingen sogar 35 km. Ist das nicht super ?
Ich hatte ausgerechnet, mit dem ersten Hilfspaket an die Griechen hätte man unser KH für ca. 100000 Jahre versorgen können. Ist das nicht super ?

Patient

09.10.2013, 19:57 Uhr

Zuviele Kliniken? Dann sollen also Kliniken geschlossen werden, die Patienten gehen am besten zur Behandlung zu ihrer Krankenkasse - ach, das heißt ja jetzt Gesundheitskasse (!): wehe, Sie werden krank... dann ist da niemand zuständig. (Ironie aus...)
Es wäre so einfach mit dem Sparen: wieso erhebt unser Staat den vollen Mehrwertsteuersatz auf Medikamente? Wieso nicht nur 7% wie auf Druckwaren (was ist wichtiger: Tabletten oder Klatschpresse)? Oder, noch besser, gar keine MWST auf Medikamente (solche Länder soll es geben)? Da wäre eine Menge gespart!! Und wieso haben wir soviele Krankenkassen, wieviele Direktoren mit welchen Gehältern sind das?? (Was verdient denn der Herr Stackelberg?)Da läßt sich auch sparen!! Wieso bezahlen Krankenkassen teure Werbung, wenn doch Versicherungszwang besteht? Das Geld wäre in den Kliniken besser investiert! Aber nein, lieber die Kliniken und Praxen schließen - ach, das heißt ja jetzt Leistungserbringer... und wer soll dann behandeln/operieren/heilen??? Ja natürlich, die Gesundheitskassen (s.o.)

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