Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.08.2013

16:04 Uhr

Zu wenig Spender

Organspende-Ausweise künftig auch in Apotheken

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung möchte mehr Menschen beim Thema Organspende erreichen. Dafür bieten bald auch die Apotheken Organspende-Ausweise an.

Organspendeausweise: Jetzt auch in Apotheken zu bekommen. dpa

Organspendeausweise: Jetzt auch in Apotheken zu bekommen.

BerlinUm mehr Menschen für das Thema Organspende zu sensibilisieren, bieten künftig auch die Apotheken Organspende-Ausweise an. Ab September können Kunden in Apotheken Fachinformationen zum Thema Organ- und Gewebespende bekommen und auch einen Organspende-Ausweis mitnehmen, erklärte Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer, am Freitag in Berlin. Zunächst würden rund eine halbe Million Spendeausweise mit Apothekenlogo zur Verfügung gestellt.

Die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Elisabeth Pott, erklärte, es sei wichtig, dass sich Menschen mit der Organspende auseinandersetzten. "Täglich sterben durchschnittlich drei Menschen auf Grund des Mangels an gespendeten Organen." Insgesamt 12.000 potenzielle Organempfänger stünden auf der Warteliste.

Bereits im November 2012 trat eine Neuregelung des Transplantationsgesetzes in Kraft, um zu erreichen, dass sich mehr Menschen mit dem Thema Organspende befassen. Die Krankenkassen sind danach verpflichtet, ihre Versicherten in einem Schreiben über die Organspende zu informieren und zur Abgabe einer freiwilligen Erklärung über die Spendenbereitschaft aufzufordern.

Der Organspendeskandal an der Uniklinikum Göttingen sowie an Kliniken in Regensburg, München und Leipzig hatte zu einem dramatischen Einbruch der Organspenden geführt. Vor rund zwei Wochen begann in Göttingen der Prozess gegen einen Transplantationsmediziner. Er soll unter anderem Patientenakten manipuliert haben, wodurch Patienten bevorzugt Organe erhalten haben sollen.

Nach Bekanntwerden der Manipulationen im Sommer vergangenen Jahres hatten unabhängige Experten alle 24 Lebertransplantations-Programme in Deutschland unter die Lupe genommen. Am kommenden Mittwoch nun stellt die Unabhängige Prüf- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer (BÄK), der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und des Kassen-Spitzenverbandes ihren Abschlussbericht vor.

Nach den Leberzentren sollen auch die Herz- und Nieren-Transplantationsprogramme von der Expertenkommission überprüft werden. Künftig sollen alle Zentren mit ihren rund 140 Transplantationsprogrammen mindestens einmal binnen drei Jahren unter die Lupe genommen werden.

Von

afp

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Wolfsfreund

30.08.2013, 16:36 Uhr

" Die Krankenkassen sind danach verpflichtet, ihre Versicherten in einem Schreiben über die Organspende zu informieren ***und zur Abgabe einer freiwilligen Erklärung über die Spendenbereitschaft aufzufordern.***"
---
Ganz bestimmt NICHT!

APe

30.08.2013, 19:41 Uhr

Der Organspendeskandal betraf die Vergabe. Die Entnahmeseite wird seitdem mit keinem Wort mehr erwähnt. Aber eines muss jedem klar sein: Es geht um auch ein Geschäft. Und wenn Manipulation und Betrug auf der Vergabeseite vorkommen, werden sie über kurz oder lang auch auf der Entnahmeseite vorkommen. Das Problem liegt da, wo mein Körper zur Ware wird.

AnnaGramm

31.08.2013, 10:33 Uhr

"Täglich sterben durchschnittlich drei Menschen auf Grund des Mangels an gespendeten Organen." Nein, die Menschen sterben, weil sie schwer krank sind. Wenn ich einem Handelsblatt-Leser eine Pizza ausgebe, ist er satt. Aber das bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass der Handelsblatt-Leser hungern muss, weil ich ihm keine Pizza ausgebe. So leid mir die Schwerstkranken tun: So lange u.a. die BZgA mit derart perfider PR arbeitet, gewähre ich keinem Arzt Eingriffe in meinen Sterbeprozess. Denn darum geht es bei der Organspende.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×