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21.05.2014

13:12 Uhr

Zuckerzufuhr

Warum die Fußball-WM zu süß ist

Die Angebote der Süßwarenindustrie zur diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft sind nach Ansicht von Verbraucherschützern zu ungesund. Die empfohlene tägliche Zucker-Dosis sei damit schnell erreicht.

Die Fußball-Kampagne von Pepsi: Eine 1,5 Liter-Flasche de Getränks liefert mehr als das Vierfache des täglichen Zucker-Solls.

Die Fußball-Kampagne von Pepsi: Eine 1,5 Liter-Flasche de Getränks liefert mehr als das Vierfache des täglichen Zucker-Solls.

HamburgDie Süßwarenindustrie verleitet nach Auffassung von Verbraucherschützern mit Verpackungen im WM-Design gerade fußballbegeisterte Kinder verstärkt zum Naschen. Vor allem Kinderlebensmittel und Getränke mit viel Zucker würden im WM-Design vermarktet, teilte die Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg am Mittwoch mit. "Wir wollen niemandem die Fußball-WM vermiesen, doch wer die verlockenden Angebote mit WM-Logos, Deutschlandflaggen und Spieler- oder Fußballbildern im Juni und Juli zu oft isst, hat sein tägliches Zuckerlimit schnell erreicht und oft sogar mehrfach überschritten", erklärte Verbraucherschützerin Silke Schwartau.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO plane, die empfohlene maximale Zuckerzufuhr von zehn auf fünf Prozent des täglichen Kalorienbedarfs zu senken, um chronische Krankheiten wie Diabetes oder Übergewicht bei Kindern zu reduzieren. Wer bei Süßigkeiten ordentlich zugreife, habe diese Grenze aber schnell überschritten, warnte die Verbraucherzentrale.

Die zehn größten Mythen um das Körpergewicht

Alles in Maßen

Hilft Schokolade beim Abnehmen oder macht sie dick? So richtig geklärt ist die Wirkung des süßen Stoffes bis heute nicht. Aber es gilt: Alles ist erlaubt, wenn es nur in Maßen genossen wird - das gilt sowohl für schlanke als auch für etwas kräftigere Menschen.

Ohne Abendessen ins Bett

Es ist ein Irrglaube, dass nur dickere Menschen durch Fette krank werden: Man kann auch innerlich verfetten. Dann sammelt sich das Fett in Körperregionen, die für das Auge unsichtbar bleiben. Die Folge: Herz und Leber etwa umgibt Fett und das kann zu Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen führen. Um Abzunehmen, hilft es im Übrigen nicht, das Abendessen ausfallen zu lassen. Das führt eher zu noch mehr Heißhunger, vor allem in der Nacht.

Ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten tut dem Körper am besten - dann entstehen auch keine Fettpolster. Denn auch Menschen mit einem normalen Körper-Masse-Index verstecken Fett in ihrem Körper. Denn sie ernähren sich teilweise zu fettig oder zu süß, bewegen sich dabei auch noch zu wenig. Gleichzeitig essen sie aber nicht genug, um übergewichtig zu werden.

Dicker und gesünder

Länger schon ist bekannt, das dicke aktive Menschen oft gesünder sind als die dünnen, aber wenig aktiven Menschen. Das zeigt sich vor allem im Sterblichkeitsrisiko. Auch ist es ein Trugschluss, dass bei einem Saunagang wirklich Gewicht verloren geht: Tatsächlich wurde nur Wasser ausgeschwitzt. Der Gesundheit tut er aber trotzdem gut.

Stoffwechsel

Sumo-Ringer, die nicht gerade ein Beispiel für besonders schlanke Menschen sind, haben häufig ein besseres Stoffwechselprofil als Menschen, die zwar schlank sind, aber keinen Sport machen. Die Erklärung ist denkbar einfach: Das Fett legt sich bei ihnen nicht um die inneren Organe, sondern lagert direkt unter der Haut. Sport ist also wichtig. Unwichtig hingegen ist, mit welcher Herzfrequenz man Sport treibt. Hauptsache man tut es.

Fettpolster

Durch bewusste Ernährung und Bewegung kann man die Fettpolster im Inneren schnell wieder loswerden, vielleicht sollte man dann aber auf eine Gans wie hier im Bild gezeigt, verzichten. Allerdings ist es auch ein Trugschluss, dass jedes Fett sofort auf die Hüfte wandert - das passiert nur, wenn wir unserem Körper zu viele Kalorien zuführen.

Light-Produkte

Light-Produkte enthalten weniger Zucker und auch Fett. Soweit so gut - über den Kaloriengehalt sagt das allerdings nur wenig aus. Denn sie enthalten oft auch Süßstoffe, die den Appetit anregen und machen damit den Hunger nur noch größer.

Zahl der Mahlzeiten

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Es kommt darauf an, wie viele Kalorien man täglich zu sich nimmt - und nicht wie oder wann man ist. Denn bis heute gibt es keine wissenschaftliche Studie, die beweist, dass drei große Mahlzeiten besser wären als fünf kleine. Übergewicht entsteht nicht dann, wenn man ausgewogen isst, sondern bei dem, was man dazwischen isst - wie Chips oder Gummibärchen.

Lebensmittel

Gibt es Lebensmittel, die dem Körper weniger Kalorien zuführen, als der dann für ihre Verdauung benötig wird? Nein, obwohl es ein weitverbreitetes Gerücht und die ultimative Anleitung für eine Diät sein soll, ist das eigentlich Quatsch. Sie wirken höchstens ein bisschen unterstützend.

Jojo-Effekt

Aufpassen sollten Menschen, die gerne abnehmen möchten, vor allem auf den sogenannten Jojo-Effekt. Um wirklich dauerhaft abzunehmen, ist es notwendig, dass die Ernährung dauerhaft umgestellt wird.

Um dies zu verdeutlichen, hätten die Verbraucherschützer den Zuckergehalt in ausgesuchten Artikeln im WM-Design überprüft. Eine 200-Gramm-Tüte "Haribo Tropifrutti Brazil Mix" bringe es dabei auf mehr als dreimal soviel Zucker wie von der WHO als Tagesrichtwert für junge Fußballfans geplant, teilte die Verbraucherzentrale mit. Eine 300-Gramm-Tüte "M&Ms" in der WM-Verpackung oder eine 1,5-Liter-Flasche "Pepsi"-Cola mit Fußballer-Bild lieferten mehr als das Vierfache des vorgesehenen täglichen Zucker-Solls.

Derartige Zuckerwerte verdeutlichen nach Auffassung der Verbraucherschützer, "wie groß die Lücke zwischen dem Angebot im Supermarkt und den von WHO-Ernährungsexperten empfohlenen Richtwerten tatsächlich ist".

Von

afp

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