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24.04.2014

09:15 Uhr

Zukunft Energiesektor

Von wegen Paradies

VonHeinz Jürgen Schürmann

Neue Technik führt im Energiesektor zwangsläufig auch zu neuen Einschätzungen seiner Zukunft. Bisher sind alle Prognosen nur Kaffeesatzleserei; für Investoren bleibt die Lage unkalkulierbar.

Arbeiten an einer Hochspannungsleitung: Immer neue Techniken machen die Energiewende unkalkulierbar. dpa

Arbeiten an einer Hochspannungsleitung: Immer neue Techniken machen die Energiewende unkalkulierbar.

Nur eines ist sicher: In Deutschland sind die Mehrheiten eindeutig für das Aus der Stromerzeugung auf Basis von Kernenergie. Doch unterliegt vox populi trügerischen Illusionen. Neue technische Erkenntnisse über Reaktoren und Entsorgung können Einstellungen und damit Mehrheiten wieder verändern. Irreversible Energietrends sind Träume, aber keine rationale Energiepolitik. Die Bewertung von Risiken – konkret von Nutzen und Kosten – verändert sich als Resultat von Innovation und Erfahrung.

Heinz Schürmann: Der Kommentator ist Energieexperte. Handelsblatt/Jens Dietrich

Heinz Schürmann: Der Kommentator ist Energieexperte.

Erstens ist sicher, dass andere Länder an der Nutzung der Kernenergie festhalten werden. Der technische Fortschritt wird deshalb auch ohne deutschen Beitrag in der Nukleartechnologie weitergehen, was zu mehr Sicherheit, höherer Wirtschaftlichkeit der Anlagen, geringerer Gefährdung durch Atommüll sowie neuen Wegen in der Endlagerung führen wird.

Zweitens steht der eigentliche Test für einen ökonomisch und sozial verträglichen Einstieg in die Energiewelt der Erneuerbaren bisher aus. Ist mit Wind, Wasser, Sonne und Biomasse eine jederzeit sichere Stromversorgung zu akzeptablen Preisen überhaupt möglich? Bleibt Deutschland als Produktionsstandort international wettbewerbsfähig?

Unkalkulierbare Lage für Investoren

Fest steht bislang nur: Durch stark subventionierte Ökostromangebote sind die Großhandelspreise stark gesunken, während die privaten Elektrizitätsverbraucher durch die EEG-Umlagen immer mehr bezahlen müssen. Und: Investitionen in fossile Kraftwerke rechnen sich nicht mehr. Kernkraftwerksbetreiber müssen durch vorzeitige Stilllegungen beträchtliche Kapitalentwertungen mit Gewinneinbußen hinnehmen. Milliardenschwere Rückstellungen für die geordnete Beseitigung der Reaktoren müssen früher genutzt werden.

Prognosen über die Energiezukunft Deutschlands sind deshalb reine Kaffeesatzleserei. Verlässliche Aussagen sind kaum möglich. Volkes Stimme ist kaum kalkulierbar, und für Energieinvestoren bleibt die Lage hierzulande unkalkulierbar. Kapitalintensivere Engagements wie etwa in neue Kraftwerke werden kurzfristig ausbleiben. Und schlimmstenfalls müssten wir im Lichte neuer kerntechnischer Entwicklungen das Know-how sogar teuer importieren.

Kommentare (26)

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24.04.2014, 09:56 Uhr

"Nur eines ist sicher: In Deutschland sind die Mehrheiten eindeutig für das Aus der Stromerzeugung auf Basis von Kernenergie."
Hat es jemals in Deutschland über eine der wichtigsten Grundfragen der Gesellschaft-Energieerzeugung- eine Volksabstimmung gegeben?
Wer hat diese "Mehrheit" jemals ermittelt? Etwa die diversen Meinungsforschungsinstitute? Oder sollte die spontane Energiewende eher dem Machterhalt der promovierten Physikerin im Kanzleramt dienen, die ihr Physikstudium wohl vergessen hat.

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24.04.2014, 10:14 Uhr

Von wegen Paradies...,
da ist es gut, dass das Zeichen von GE unmittelbar unter dem Artikel positioniert ist!

Der Autor hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, die Leser darüber zu informieren, wie denn die Forschungsergebnisse der letzten 60 Jahre zur Langzeitlagerung von Nuklearabfall aussehen sollen. Bis heute gibt es weltweit kein einziges Endlager. Bis heute gibt es kein weltweit kein einziges Verfahren, das die Halbwertszeit des Nuklearabfalls verringert. Bis heute gibt es weltweit kein einziges Atom- Kraftwerk das wirtschaftlich betrieben würde. Bis heute gibt es weltweit keinen einzigen Versicherungskonzern, der bereit wäre, für ein Kernkraftwerk eine Haftpflichtversicherung anzubieten...

Diese Forschung ist für Experten der Hersteller und Betreiber dieser Kraftwerke auch nicht so wichtig, da nach ein paar Millionen Jahren die Strahlung nicht mehr relevant ist. Wenn man sich überlegt, dass GE noch keine 100 Jahre alt ist, schon 2000 Jahre seit Christi Geburt vergangen sind und die Menschheit noch keine 10.000 Jahre besteht, dann kann ich nur hoffen, dass die Zukunft der Menschheit nicht von solchen EXPERTEN bestimmt wird!

Account gelöscht!

24.04.2014, 10:32 Uhr

@

Zitat : Wer hat diese "Mehrheit" jemals ermittelt?

- eine Ethik-Kommission, bestehend

aus Pfarrern, Lehrer, Sozialpädagogen, Juristen, Schauspielern und sonstigen Energie-Experten !

Und diese Ethik-Kommission war NICHT mal in der Lage vorauszusagen, dass der Wind nicht immer weht und die Sonne nicht immer scheint !

Und an der Spitze dieser Ethik - Kommission stand unsere Dr. der Physik Frau Murksel aus dem Ossi-Land !

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