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20.01.2007

12:57 Uhr

Handelsblatt-Briefing: Energie

Teurer Energiehunger

VonJürgen Flauger

Gewaltige Investitionen sind nötig, um den weltweit steigenden Bedarf an Strom, Gas und Öl zu befriedigen. Die Länder rund um den Globus - ja sogar innerhalb Europas - gehen höchst unterschiedliche Wege zur Sicherung des Energiebedarfs.

DÜSSELDORF. China plant 30 neue Atomkraftwerke, Indien nicht viel weniger. Russland will sich mit neuen Pipelines zusätzliche Absatzkanäle in Europa und Asien erschließen. Im Nahen Osten entstehen Anlagen, um Gas zu verflüssigen und künftig in alle Winkel der Erde zu liefern. Und in der Nord- und Ostsee bauen die Energieversorger Windparks von bislang unbekannter Dimension.

Weltweit steckt die Energieversorgung im Umbruch. Egal, ob in Europa, Asien oder Amerika - der Wettlauf um Ressourcen, die Suche nach sicheren und umweltfreundlichen Energiequellen steht überall ganz oben auf der Agenda. Nötig ist dafür ein finanzieller Kraftakt: In den kommenden Jahrzehnten müssen Riesensummen in die Energieinfrastruktur fließen, um die gewaltigen Projekte zu finanzieren.

Auf stolze 20 Billionen Dollar beziffert die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem jüngsten World Energy Outlook die Summe, die weltweit bis 2030 investiert werden muss, um den wachsenden Energiehunger zu stillen. Mehr als die Hälfte wird allein benötigt, damit überhaupt das derzeitige Produktionsniveau aufrechterhalten werden kann - viele Kraftwerke, Stromnetze, Gas- und Ölpipelines oder Raffinerien kommen schlicht in die Jahre. Hinzu kommen neue Anlagen, um den Zusatzbedarf zu decken oder dem Klimaschutz gerecht zu werden.

Den Löwenanteil der Investitionen - 11,3 Billionen Dollar - wird der Prognose zufolge der Stromsektor für neue Netze und Kraftwerke ausgeben. 4,3 Billionen Dollar fließen in die Ölindustrie - für die Erschließung neuer Felder, für neue Pipelines und Raffineriekapazitäten -, 3,9 Billionen benötigt der Gassektor, 560 Milliarden in die Kohle. Die Hälfte der gesamten Investitionen wird in den Entwicklungs- und Schwellenländern getätigt. Vor allem in den aufstrebenden Wirtschaftsnationen Indien und China ist der Bedarf riesig.

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