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24.05.2000

14:47 Uhr

HB DÜSSELDORF. Die Wirtschaft im Euro-Raum steht im Sommerhalbjahr vor einem robusten Wachstum von im Trend 3,4 Prozent. Darauf deutet der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator hin. Im Mai erreichte der Indikator mit 3,5 Prozent einen neuen Höchststand. In den Vormonaten hatte er bei (revidierten) 3,4 Prozent verharrt.

Maßgeblich für die erneute Verbesserung des Indikators ist das bis zuletzt gestiegene Industrievertrauen, aber auch eine Erholung bei der Industrieproduktion. Die Unternehmen hatten in den vergangenen Monaten über stark steigende Auftragseingänge gerade aus dem Ausland berichtet. Zugleich hatte die Kapazitätsauslastung in der Industrie seit Jahresbeginn kräftig zugelegt und liegt zurzeit bei 83,5 Prozent. Damit besteht zwar noch Spielraum für weiteres Wachstum ohne Preisdruck. Dennoch sind erste Kapazitätsengpässe in den kommenden Monaten nicht ausgeschlossen.

Zu diesen ersten Anzeichen möglicher Verspannungen im Wirtschaftsaufschwung gesellen sich Signale aus dem monetären Bereich, die auf ein Ende der Wachstumsbeschleunigung hindeuten. Die Differenz zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen ist zuletzt spürbar kleiner geworden. Auf mittlere Sicht deutet dies auf eine gewisse Kontraktion des Wachstums hin. Damit würden die Zinsanhebungen der Europäischen Zentralbank allmählich ihre Wirkung zeigen. Auch die Forschungsinstitute hatten eine Beruhigung des Wirtschaftswachstums im Euro-Raum in der zweiten Jahreshälfte prognostiziert.

Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, warnte am Wochenende davor, dass der Aufschwung in Europa nicht dauerhaft sei. Nach zwei bis drei Jahren werde der Boom seine Kraft verlieren, sagte Sinn in einem Interview mit "Euro am Sonntag". Für einen stürmischen und langanhaltenden Aufschwung wie in den USA fehle Europa die politische und wirtschaftliche Flexibilität.





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